Landesregierung machtlos

Keine Impfung trotz Termin: Ärzte weisen Kinder ab

Sie hatten allesamt einen Termin, aber eine Impfung bekommen nur die wenigsten. Viele Ärzte in Impfzentren lehnen das Impfen von kerngesunden Kindern derzeit ab.

Hannover – Ärzte in Niedersachsens Impfzentren haben Kinder und Jugendliche trotz eines Impftermins abgewiesen – vorausgesetzt sie waren kerngesund. Denn die Impf-Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) hatte empfohlen, nur vorerkrankte Kinder zu impfen.

Generelle Impfempfehlung für Kinder? Bisher hat sich die Ständige Impfkommission noch nicht dafür entschieden.

Darauf haben auch die Ärzte verwiesen, deshalb haben sie viele Impfungen abgelehnt, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, am Freitag in Hannover. „Wir möchten gerne, dass Kinder und Jugendliche ein Impfangebot erhalten, aber können es den Ärzten nicht vorschreiben.“

Impfzentren mit Ärzten mit Vorbehalten sollten deshalb nun reagieren, damit die Terminbuchung dort für Kinder und Jugendliche blockiert wird. Es bestehe weiterhin die Hoffnung, dass die Impfkommission eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausspricht.

Niedersachsen folgt Impfkommission-Empfehlung

Unterdessen rüstet sich Niedersachsen bereits für eine angekündigte Empfehlung der Impfkommission, dass mit Astrazeneca erstgeimpfte Menschen künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten. Dies erfordere zwar eine Umstellung der Impflogistik, weil eigentlich für Erstimpfungen vorgesehener Impfstoff nun für die Zweitimpfung abgezweigt werden muss, sagte Grimm. Angesichts der großen Impfstofflieferungen ergäben sich aber keine Kapazitätsprobleme.

„Wir möchten gerne, dass Kinder und Jugendliche ein Impfangebot erhalten, aber können es den Ärzten nicht vorschreiben.“

Oliver Grimm, Sprecher des Gesundheitsministeriums

Wer auch bei seiner Zweitimpfung lieber das Präparat von Astrazeneca erhalten will, könne problemlos darum bitten. Die nun davon in größerer Zahl verfügbar werdenden Dosen fänden bestimmt Verwendung, da das Land den Impfstoff bereits für Impfungen für Menschen unter 60 Jahren freigegeben hat.

Kreuzimpfung: Astrazeneca und danach Biontech oder Moderna

Allerdings hat die angekündigte Umstellung bei der Zweitimpfung Grimm zufolge bereits zu einem großen Nachfragebedarf bei der Hotline des Landes geführt. Am Donnerstag etwa seien 10 000 Anrufe mehr als üblich eingegangen. Die Expertinnen und Experten begründen den Rat zur Kombination vom Vektor-Impfstoff Astrazeneca und mRNA-Impfstoff wie Biontech und Moderna damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen zweier verschiedener Präparate gegenüber zwei Impf-Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“ sei.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Oliver Berg

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