Landeskirche und Diakonie distanzieren sich

Keine Beschäftigung für Syrer in Kita: Aushang ruft Kritik hervor

Bleckede/Hannover - Eine Kita im niedersächsischen Bleckede hat sich mit einem umstrittenen Aushang gegen die Beschäftigung eines syrischen Flüchtlings ausgesprochen.

„Aufgrund der nachvollziehbaren Sorge einiger Eltern, einen männlichen Syrer bei uns zu beschäftigen“, werde der Mann nicht in Bleckede arbeiten, zitierte der „Stern“ den Aushang. Es gehe um die Nichtbeschäftigung dieses Flüchtlings, wie ein Diakonie-Sprecher am Freitag mitteilte. Mitarbeiter der Kita verwiesen am Freitag auf die Landeskirche als Träger der Einrichtung.

Landeskirche, Diakonie Niedersachsen, Kirchenkreis Bleckede und Kitaverband Lüneburg distanzierten sich „in aller Deutlichkeit“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung vom Freitag. „Die sehr unglückliche Formulierung könnte unterstellen, es bestehe bei männlichen Zufluchtsuchenden generell Anlass zur Sorge vor Übergriffigkeiten.“ Man bedaure den Vorfall zutiefst. Die Leitung der Kita habe „eigenmächtig, unüberlegt und ohne Absprache gehandelt“, betonten die Verfasser. „Sie hat die Folgen ihres Handelns nicht überblickt.“

Die Kita habe überlegt, den Flüchtling vorübergehend als Hilfskraft einzustellen. Das hätte zwar ohnehin nicht geklappt, weil die erforderlichen erweiterten Führungszeugnisse für Flüchtlinge nicht ausgestellt würden. „Unabhängig davon entstand unter einigen Eltern eine grundsätzliche Sorge, einen ausländischen Mann auf dem Gelände der Kita arbeiten zu lassen“, hieß es in der Stellungnahme weiter. So sei es zu dem „unbedachten Aushang“ gekommen. Ziel der Landeskirche bleibe es, die Integration zu fördern, auch als Arbeitgeber.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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