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Kein Ende? Lauterbach warnt vor Corona-Welle im Sommer

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Von: Fabian Raddatz

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Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht keine flächendeckende Entspannung des Corona-Geschehens in Deutschland. © Wolfgang Kumm/dpa

Der Frühling beginnt und auch in Niedersachsen sollen die allermeisten Corona-Beschränkungen enden. Doch die Risiken sind nicht aus der Welt, mahnt Karl Lauterbach.

Hannover – Niedersachsen macht sich locker: Viele Menschen freuen sich im Bundesland über gelockerte Corona-Regeln. So gibt es etwa bei privaten Zusammenkünften keine Begrenzung mehr für geimpfte und genesene Menschen. Auch gilt bei den körpernahen Dienstleistungen, also etwa bei Friseuren oder Kosmetikstudios, die 3G-Regel nicht mehr. Clubs und Diskotheken dürfen nach monatelanger Schließung wieder öffnen.

Veranstaltungen im Innenbereich mit maximal 6000 Menschen sind erlaubt, im Außenbereich sind es 25.000 Menschen. Seit dem 4. März sind weitere gelockerte Corona-Regeln in Niedersachsen in Kraft getreten. Nun dürfen auch Ungeimpfte mit einem negativen Test wieder in ein Restaurant oder zu Veranstaltungen mit maximal 2000 Menschen gehen. In den Restaurants in Niedersachsen gilt die 3G-Regel. Für nicht geimpfte Menschen sind auch wieder Übernachtungen in einem Hotel möglich.

Niedersachsen lockert und Lauterbach warnt vor Corona-Welle im Sommer

Doch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor zu viel Sorglosigkeit bei der Corona-Entwicklung und dringt auf weiterhin wichtige Schutzinstrumente. „Ich teile die Sorge vieler Wissenschaftler: Wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die Omikron- wie die Delta-Variante seien so infektiös, dass es selbst bei gutem Wetter durch viele Kontakte und nachlassenden Impfschutz wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen könnte, wenn es gar keine Einschränkungen mehr gäbe. Ärzte und Kommunen halten bestimmte Vorkehrungen – teils auch der Bürger selbst – weiter für sinnvoll.

Lauterbach betonte, die Länder müssten die Möglichkeit haben, früh auf kommende Wellen zu reagieren. Dazu gehörten Maskenpflichten und Kontaktbeschränkungen. „Es sollte möglich sein, Obergrenzen für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen festzulegen sowie Zutrittsregeln etwa für die Gastronomie“ – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G) oder zusätzlich etwa mit Test (2G plus). Wichtig sei, Testregeln im öffentlichen Raum und in Betrieben weiter durchsetzen zu können. „All diese Instrumente sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie tatsächlich notwendig sind“, sagte der Minister. „Die Landesparlamente müssten das dann feststellen.“

Zum 20. März sollen „alle tiefgreifenderen“ Beschränkungen fallen: Weil warnt vor anhaltender Gefahr

Nach einem von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungsplan sollen zum 20. März „alle tiefgreifenderen“ Beschränkungen entfallen, wenn die Lage in den Kliniken es zulässt. Die bundesweite Rechtsbasis für solche Maßnahmen läuft am 19. März aus. Wie es danach in Niedersachsen weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Ukraine-Konflikt - Weil besucht Ankunftszentrum
Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, warnt: „Glauben wir bitte nicht, die Pandemie sei vorbei. Sie ist es nicht.“ © Sina Schuldt/dpa

Über eine neue Grundlage für einen weiter nötigen Basisschutz im Frühling wird gerade beraten. In der Ampel-Koalition hat die FDP Vorbehalte dagegen angemeldet, auch künftig umfassendere Beschränkungen zu ermöglichen. Auch Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil warnte vor der anhaltenden Gefahr: „Glauben wir bitte nicht, die Pandemie sei vorbei. Sie ist es nicht.“

Niedersachsens Ministerpräsident Weil dringt weiterhin auf „Basisschutz“: 192.210 Neuninfektionen am Samstag

Und Weil weiter: „Wenn Sie sich jetzt auf dieser Grundlage fragen, wird es danach eine Corona-Verordnung geben und welchen Inhalt mag sie haben, lautet die ehrliche Antwort: Wir wissen es noch nicht.“ Stephan Weil dringt jedoch auf einen über dieses Datum hinausgehenden „Basisschutz“ vor dem Virus. Dazu zählt etwa das Tragen einer Maske.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut Robert Koch-Institut (RKI) erneut auf nun 1220,8 (Stand: Samstag, 5. März 2022) – am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 1196,4 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten nun 192.210 neue Fälle an einem Tag. Registriert wurden zudem 255 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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