Schaden für Steinobst nicht absehbar

Aprilfrost macht Obstbauern zu schaffen

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Frust wegen Frost: Landwirte in Alarmbereitschaft

Hamburg - Die ungewöhnlich kalten Temperaturen im April lassen die Landwirte um ihre Erträge zittern. Genaue Folgen des Kälteeinbruchs für die Blüten sind aber noch nicht absehbar. "Das sind die Spätfröste.

Die hinterlassen immer Schäden", sagte Michael Lohse vom Deutschen Bauernverband am Mittwoch. "Gerade die Obstbauern sind in großer Sorge." Sie fürchten Ertragseinbußen.

Im Alten Land stiegen die Bauern in der Nacht zum Mittwoch erstmals während der diesjährigen Blütesaison aus dem Bett, um ihre Beregnungsanlagen anzuwerfen. Sie versprühten um die Blüten gefrierendes Wasser. Die dabei freiwerdende Energie sollte die Pflanzen wärmen. "Der Einsatz war auf jeden Fall notwendig", sagte Ulrich Harms vom Bauernverband Hamburg.

Kirschbäume werden in Speersort (Niedersachsen) bei Sonnenaufgang mit einer Beregnungsanlage mit Wasser besprüht. Mit Beregnungsanlagen schützen die Obstbauern ihre Pflanzen vor Frost.

An den kältesten Orten zeigte das Thermometer südwestlich der Elbe bei Hamburg nach seinen Angaben minus 4,5 Grad Celsius. Dramatisch sei die erste Nacht bei geringen Minustemperaturen für die Apfelblüte nicht gewesen. Andere Fruchtblüten seien gefährdeter: Der Schaden für Steinobst wie Kirschen sei noch nicht absehbar, sagte Karsten Klopp vom Obstbauzentrum Esteburg. Und der nächste Frost ist bereits angekündigt.

So bibbern auch die Obstbauern und Winzer im Westen und Südwesten, die sich vom Rheinland bis zum Bodensee auf Nachtfrost einstellen. Mit Lagerfeuern, Windmaschinen oder Hubschraubern soll dem entgegengewirkt werden. Der Weinverband Württemberg will bis Freitag in den frühen Morgenstunden Hubschrauber über die Rebstöcke fliegen lassen, um die Luft aufzuwirbeln und anzuwärmen.

Schnee und Eis bringen Behinderungen im Süden

Auf bis zu minus 7 Grad könnte das Thermometer im Allgäu sinken. "Die Gefahr birgt der April immer", sagte Lohse. Nachtfrost sei auch eine Gefahr für frühzeitig gesetzte Rüben. Optimistisch geben sich die Spargelbauern im Osten. Ihr Verband geht lediglich von langsamerem Wachstum aus. Mit der Maisaussaat warten die Bauern zurzeit bis nach dem Frost.

In den frostigen Nächten bis Freitag dürften vor allem die Obstbauern unruhig schlafen. "Wir werden mit einer Telefonkette von der Wetterstation alarmiert", sagte Harms aus dem Alten Land. Dann schmeißen die Obstbauern erneut die Beregnungsanlangen an. Dass die Beregnung die Nacht durchhält, sei entscheidend, sagte Harms. Ansonsten zerstöre das Wasser mehr als der Frost. "Jetzt sind wir gewappnet", sagte Harms.

dpa

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