Schummelskandal: Acht Referendare kommen vor Gericht

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Der Angeklagte Jörg L. steht Ende 2014 im Landgericht Lüneburg hinter der Anklagebank. Im Skandal um verkaufte Lösungen für Jura-Examen sollen sich demnächst acht frühere Referendare vor Gericht verantworten.

Verden - Im Skandal um verkaufte Lösungen für Jura-Examen sollen sich demnächst acht frühere Referendare vor Gericht verantworten. Ihnen wird in vier Fällen Bestechung vorgeworfen, in drei Fällen gehe es um Beihilfe zum Geheimnisverrat und in einem Fall um Anstiftung zum Geheimnisverrat.

„Voraussichtlich werden die ersten der sieben Verfahren bei uns auch schon im kommenden Oktober verhandelt werden“, sagte der Direktor des Amtsgerichts Celle, Dieter Philipp Klass, am Dienstag.

Die Betroffenen sollen Lösungshinweise von einem ehemaligen Referatsleiter im niedersächsischen Justizprüfungsamt angenommen haben. Der frühere Amtsrichter wurde Ende Februar zu fünf Jahren Haft verurteilt, die Entscheidung ist rechtskräftig.

Das Landgericht Lüneburg befand ihn der Bestechlichkeit im besonders schweren Fall, der versuchten Nötigung und des Verrats von Dienstgeheimnissen für schuldig. Der Mann soll Unterlagen für das entscheidende Zweite Staatsexamen auch gegen Sex angeboten oder verkauft haben. Der Jurist war in Mailand gefasst worden, er hatte eine Pistole dabei.

Die Referendare sind von der Staatsanwaltschaft Verden angeklagt worden. „Wir haben einen Fall beim Amtsgericht Lüneburg angeklagt, die anderen sieben ehemaligen Referendare müssen sich vor dem Amtsgericht Celle verantworten“, sagte Staatsanwalt Lutz Gaebel. „Die Anklage ist eingegangen, der Prozess wurde aber noch nicht terminiert“, bestätigte der Pressesprecher des Amtsgerichts Lüneburg, Bernd Gütschow.

Auch das Justizministerium ist nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag) noch immer mit dem Fall beschäftigt. Gegen 15 Juristen wurden wegen schwerer Täuschungsversuche Verfahren zur Aberkennung der Abschlüsse eingeleitet.

Sechs wehren sich noch vor den Verwaltungsgerichten Hannover, Osnabrück und Lüneburg gegen die entsprechenden Bescheide, wie ein Sprecher des Ministeriums der Zeitung sagte. Die anderen hätten die Aberkennung akzeptiert. Rund 200 Sonderprüfer des Ministeriums hatten die Abschlüsse von 2000 Juristen untersucht, darunter allein 16.000 Klausuren. dpa

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