Junge Straftäter seit zehn Jahren erfolgreich auf Beruf vorbereitet

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Ein junger Erwachsener im offenen Vollzug schweißt in der Jugendanstalt Hameln (Abteilung Offener Vollzug, Göttingen) in Göttingen (Niedersachsen) im Ausbildungsbereich Metall. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen im Offenen Jugendvollzug sollen jungen Erwachsenen eine Chance bieten.

Göttingen - Junge Häftlinge sollen für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. In Göttingen gibt es dazu ein in Niedersachsen einmaliges Projekt, das seit zehn Jahren mit Erfolg läuft.

In einem für Niedersachsen einzigartigen Projekt werden jugendliche Häftlinge in Göttingen für spätere Jobs qualifiziert. Die Berufsvorbereitung im offenen Strafvollzug sei seit nunmehr zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte für die Integration junger Straftäter, sagte am Donnerstag der Abteilungsleiter der Jugendanstalt Hameln für Göttingen, Hans-Jörg Murken.

Unter pädagogischer und fachlicher Begleitung können die Inhaftierten nach einem Eignungstest in der Anstalt arbeiten oder Praktika in externen Betrieben absolvieren. Angebote auf dem Gelände gibt es etwa im Garten- und Landschaftsbau, in einer Holztischlerei, einer Schlosserei sowie im Bereich Gastronomie, wie Projekt-Koordinatorin Petra Rotter erläuterte.

Der offene Jugendvollzug in Göttingen gehört seit 2010 zur Jugendanstalt in Hameln. In Niedersachsen werden alle männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden, die eine Haftstrafe von höchstens dreieinhalb Jahren verbüßen, dort aufgenommen. Im offenen Vollzug stehen 100 Haftplätze zur Verfügung.

Insgesamt durchlaufen rund ein Drittel der Häftlinge die Berufsvorbereitung. Das Gelände ist nicht von Mauern umschlossen, die Fenster sind auch nicht vergittert. „In Göttingen sehen wir den Strafvollzug mehr unter jugendpolitischen Gesichtspunkten“, sagte Abteilungsleiter Murken. „Wir geben die Jugendlichen hier nicht auf, sie sollen uns nicht verloren gehen.“

2014 und 2015 nahmen bislang 36 junge Männer an der Maßnahme teil. Knapp die Hälfte konnte danach eine Ausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Stelle finden. Acht weitere Teilnehmer konnten Schulabschlüsse erwerben und dadurch ihre Startchancen nachhaltig verbessern, sagte Christine Gudd von der Göttinger Agentur für Arbeit. Die Agentur und die Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen sind Partner der Jugendanstalt bei dem Projekt.

Die Teilnahme ist für die jungen Häftlingen freiwillig, betont Projekt-Koordinatorin Rotter. „Und es wird auch nicht jeder genommen.“ Interessierte werden einer Eignungsdiagnostik unterzogen, auch ihre persönlichen Fähigkeiten werden abgefragt. Voraussetzung ist ein Schulbesuch vor der Haft und eine gewisse Ausbildungsreife. dpa

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