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Junge (8) positiv auf Kokain getestet

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Von: Fabian Raddatz

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Kokain auf einer Messerspitze
Der Fall eines Kindes aus dem Landkreis Cuxhaven, das positiv auf Kokain getestet wurde, schockiert. © Marcus Brandt/dpa

Ein achtjähriger Junge wird positiv auf Kokain getestet, das Jugendamt reagiert nicht. Ein Vater hat Angst um seinen Sohn. Ausnahmezustand im Norden.

Cuxhaven – Koks-Skandal im Cuxland: Ein Kind wird positiv auf Kokain getestet, der Vater ist entsetzt. Doch Versuche, den Jungen aus seinem toxischen Umfeld zu befreien, scheitern. Beim zuständigen Jugendamt stößt er auf taube Ohren und auch die Polizei scheint machtlos. Dieser Bericht des Nachrichtenportals „NORD|ERLESEN“ schockiert. Was ist da im Landkreis Cuxhaven los?

Der Vater hatte schon vor einiger Zeit bemerkt, dass mit seinem Sohn etwas nicht stimmte: verfaulte Zähne, zu enge und kaputte Kleidung, er stank. Auch in der Schule machten sich die Probleme laut dem Vater bemerkbar: Der Junge fehlte häufig, kam dem Unterrichtsstoff nicht hinterher, zudem zeige er Entwicklungsstörungen.

Landkreis Cuxhaven: Junge (8) positiv auf Kokain getestet – Behördenversagen?

Der Achtjährige lebt bei seiner Mutter. Dass sie Drogen konsumiert, ist aktenkundig. Mehrfach habe der Vater versucht, seine Ex-Partnerin wegen der zunehmenden Verwahrlosung ihres gemeinsamen Kindes zu konfrontierten, doch offenbar vergebens. Auch beim Jugendamt stieß er auf taube Ohren, obwohl er mehrfach auf die Missstände hinwies, um unangekündigte Kontrollen bat.

Im März 2021 dann ein Schock-Anruf der Polizei: Man sei bei der Mutter des Kindes gewesen, es habe Hinweise auf Drogenkonsum und Suizidgefährdung gegeben, hörte der Vater am Telefon. Der Vorfall verlief offenbar glimpflich und der Vater konnte seinen Sohn endlich mit zu sich nehmen, doch das sollte nicht lange währen.

Kind mit Kokain im Blut – Vater: Jugendamt im Landkreis Cuxhaven hat „tatenlos zugesehen“

Denn wie „NORD|ERLESEN“ berichtet, setzte sich die Kindesmutter mit einem Eilverfahren vor dem Amtsgericht Geestland durch, und holte den Jungen wieder zu sich. Alle Absprachen, die der Vater mit dem Jugendamt getroffen hatte, seinen Sohn bis zum bereits angesetzten Sorgerechtsverfahren zu behalten, waren verpufft – weil das Jugendamt diese vor Gericht gar nicht erwähnte, so der Vater.

Er erhebt schwere Vorwürfe, das Jugendamt hätte „tatenlos zugesehen“. Zudem: Der zuständige Mitarbeiter des Jugendamts hätte von der Absprache mit dem Vater plötzlich nichts mehr wissen wollen, erklärte dies sogar schriftlich vor Gericht. Eine stumpfe Lüge, so der Vater.

Horror ohne Ende: Junge noch immer bei seiner Mutter

Doch es kommt noch schlimmer. Im Rahmen des Sorgerechtsverfahrens wird der achtjährige Junge einem Drogentest unterzogen – am Klinikum in Bremen-Mitte. Das Horror-Ergebnis: „Der Gehalt an Kokain liegt in einem mittleren Bereich“, heißt es laut „NORD|ERLESEN“ in dem Befund. Kokainkonsum kann bei Kindern und Jugendlichen in dem Alter zum Tode führen. Wie das Kind mit der Droge in Kontakt kam, ist allerdings ungeklärt.

Was dann geschieht, macht nur noch fassungslos: Obwohl der Junge positiv auf Kokain getestet wurde, sieht das Jugendamt trotzdem kein Anlass, ihn aus dem Haushalt seiner Mutter zu nehmen. Die unfassbare Begründung: Der reine Konsum von Kokain begründet keine Kindeswohlgefährdung.

Das Familiengericht beim Amtsgericht Geestland will eine weitere Testung aller Haushaltsmitglieder auf Kokain abwarten, bevor es eine Entscheidung in dem Sorgerechtsstreit um den Achtjährigen treffen will, heißt es. Pure Verzweiflung bei dem Vater: „Ich habe Angst um meinen Sohn.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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