30-Jährige aus Niedersachsen

Diese Influencerin übernimmt Deutschlands älteste Jagd-Magazin

Jägerin Madeline Lindhorst (30) aus dem Landkreis Celle posiert gerne auf Instagram mit Gewehr und erlegten Tieren. Nun wird sie Chefin des ältesten Jagdmagazins Deutschlands.

Hannover - Das Gewehr hält sie in ihren Händen, ein erlegtes Reh liegt vor ihren Knien auf dem Waldboden: So posiert Jägerin Madeline Lindhorst auf Instagram-Fotos für mehr als 20.000 Menschen, die ihr folgen. Die 30-Jährige aus dem Landkreis Celle wird nun Chefredakteurin von Deutschlands ältestem Jagdmagazin „Jäger“ – als erste Frau in fast 150 Jahren.

Das Magazin wurde 1883 gegründet, damals noch als „Deutsche Jäger-Zeitung“. Nachdem sich das Magazin vom ehemaligen Chefredakteur Lucas von Bothmer getrennt hatte, holte sich der Verlag Jahr Media frischen Wind ins Haus.

Die Jagd-Influencerin Madeline Lindhorst will den Ruf der Jagd auffrischen.

Nachfolgerin Madeline Lindhorst sei „zwar noch recht jung, aber jagdlich sehr erfahren“, sagte Verlegerin Alexandra Jahr dem Branchenmagazin „Horizont“. Klassische Journalistische Erfahrung hat die niedersächsische Jägerin nicht: Nach ihrem Management-Studium hat sie bei einem Forstausrüstungs-Unternehmen gearbeitet, zuständig für Produktentwicklung und Social Media. Seit 2019 arbeitet sie für den Verlag und kümmerte sich bislang um das Marketing von Jagd- und Angeltiteln.

Seit über fünf Jahren betreibt Lindhorst ihren Instagram-Account „germanhuntingtrophy“ mit mehr als 20.000 Abonnenten. Davon könnte die Auflage des Magazins nun profitieren. Die neue Chefin sieht sich als „Jagd-Influencerin“ für Jäger und Jägerinnen.

Zahl der Jägerinnen in Deutschland steigt rasant

Der Anteil der Jägerinnen in Deutschland steigt stetig an. „Vor 25 Jahren waren nur ein Prozent der Jagdscheininhaber Frauen, heute sind es sieben Prozent der bundesweit rund 384 000 Jagdscheininhaber“, sagte Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband.

Die junge Chefredakteurin will das Magazin digital voranbringen und stärker mit der hauseigenen Videoplattform „Jäger Prime“ verknüpfen. Auch die Community will die junge Frau mehr einbinden.

„Der Jagd ein junges und modernes Gesicht“

Für ein Jagdmagazin ist dieser Wandel eher ungewöhnlich. Daher genießt Lindhorst eher eine besondere Rolle. Doch das störe sie nicht, sie sieht es eher als Chance: „Ich sehe ein Klischee und die Aufmerksamkeit, die dieses verschafft, als Chance, positiv zu überraschen. Und der Jagd ein junges und modernes Gesicht zu geben und zu zeigen, wer wir wirklich sind“, sagte sie im Gespräch mit „Horizont“.

Neue Akzeptanz in der Öffentlichkeit, das ist ihr Ziel. „Unser Handwerk ist Jahrhunderte alt und sehr lange akzeptiert und geschätzt. Wir sind jetzt in einer Zeit angelangt, in der auch wir uns an neue Gegebenheiten und neue Denkweisen anpassen müssen“, sagt Lindhorst.

Mit emotionsgeladenen Anfeindungen und Drohungen hat auch die 30-jährige Jägerin schon Erfahrungen gemacht. Für die Zukunft wünscht sie sich mehr diplomatischen und sachlichen Austausch. „Genauso wie wir Jäger offen sind, den Menschen die Facetten der Jagd zu zeigen, würde ich mir auch von unseren Kritikern mehr Aufgeschlossenheit wünschen“, sagt sie. Denn ihr ihren Augen bestehe sehr viel Unwissenheit in Bezug auf die Jagd.

Rubriklistenbild: © Jonas Wresch

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