Wirksamkeit bei 13,1 Prozent

Johnson & Johnson-Studie: Geimpfte stecken sich häufiger mit Corona an

Neue Studienergebnisse kommen zu dem Ergebnis: Der Impfstoff von Johnsons & Johnson baut schneller ab als andere. Es hilft nur ein Booster.

Berlin – Deutschland ist mitten in der vierten Corona-Welle. Der Virologe Christian Drosten erwartet „einen sehr anstrengenden Winter“ und hält auch neue Kontaktbeschränkungen für denkbar. „Wir haben jetzt im Moment eine echte Notfallsituation“, sagte der Leiter der Virologie in der Berliner Charité. Nun haben US-Forscher die Wirksamkeit des Impfstoffes Johnson & Johnson unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Sie nimmt dramatisch ab.

KrankheitCovid-19
ErregerSARS-CoV-2
Erster bekannter Fall1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie11. März 2020

Neue Johnson & Johnson-Studie: Impfstoffwirksamkeit nimmt rapide ab

Dass die Wirksamkeit des Impfstoffes – egal welcher Hersteller abnimmt, ist bekannt. Bei Johnson & Johnson soll sie für die Delta-Variante nach rund sieben Monaten bei nur noch bei 13,1 Prozent liegen. Im Februar haben die Forscher noch eine Wirksamkeit von 86,4 Prozent festgestellt. Diese fiel sogar noch höher aus als in der klinischen Studie, in der sie mit 65 Prozent angegeben wurde, berichtet n-tv. Als Datenbasis dienten die Informationen von mehr als 780.000 US-Veteranen. Ausgewertet hat die Daten Arthur Wallace von der Universität von Kalifornien in San Francisco.

Auch bei den beiden anderen Impfstoffen wurde anhand der Datenbasis ein Absinken der Impfstoffwirksamkeit festgestellt. Bei Biontech/Pfizer lagen die Werte im Februar noch bei 86,9 Prozent und sanken bis September dann auf 43,3 Prozent. Der Impfstoff von Moderna startete mit einer Wirksamkeit von 89,2 Prozent, der dann auf 58 Prozent sank. Das RKI schreibt zum Absinken der Wirksamkeit: Es gibt eindeutige Hinweise für einen mit der Zeit nachlassenden Impfschutz.

Corona-Impfstoff verhindert schwere Verläufe

Dass es Impfdurchbrüche gibt, war zu erwarten. Denn grundsätzlich verhindert ein Impfstoff nicht, dass man sich infiziert. Geimpfte können das Virus weitergeben. Schwere Verläufe sind dann bei Ungeimpften zu erwarten. Durch die Corona-Schutzimpfung kann das Risiko stark reduziert werden.

Laut RKI bieten nach derzeitigem Kenntnisstand alle in der EU zugelassenen Impfstoffe eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung (Behandlung im Krankenhaus) und eine Wirksamkeit von etwa 75 Prozent gegen eine symptomatische Infektion mit der Delta-Variante. Heißt konkret: Die Wahrscheinlichkeit, schwer an Corona zu erkranken, ist bei den vollständig gegen Corona geimpften Personen um etwa 90 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen.

Wissenschaftler haben die verschiedenen Corona-Impfstoffe untersucht. Sie bauen ihre Wirkung schnell ab.

Neue Johnson & Johnson-Studie: Stiko empfiehlt Booster-Impfungen bei J&J

Angesichts der jüngsten Daten aus den USA empfiehlt nicht nur die dortige Impfkommission, sondern auch die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Johnson & Johnson-Geimpften eine Booster-Impfung. Diese sollte möglichst mit einem mRNA-Impfstoff (Moderna oder Biontech/Pfizer) und unabhängig vom Alter erfolgen. Damit soll der Impfschutz optimiert werden. Der Abstand zur ersten Impfung muss mindestens 28 Tage betragen. Für unter 30-Jährige soll nur noch mit Biontech/Pfizer geimpft werden.

Aufs Boostern setzt auch Christian Drosten: „Man könnte statt auf Kontaktbegrenzungen auf die Boosterimpfungen setzen.“ Allerdings gehe das nicht so schnell. Zuerst müsse man die Ältesten zum dritten Mal impfen, um Todesfälle zu verhindern. Bei jüngeren Menschen sei der Booster „ein Rettungsanker für den Übertragungsschutz“. Pikant: Trotz der steigenden Werte soll die „epidemische Notlage von nationaler Tragweite“ am 25. November enden. (Mit Material von dpa). * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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