Stade

Jobcenter zieht Sexpartner-Fragebogen zurück

Stade - Das Jobcenter in Stade hat eine schwangere Hartz-IV-Antragstellerin in einem unzulässigen Fragebogen zu ihren Sex-Partnern befragt, um den unbekannten Kindsvater zu ermitteln.

Nach Protesten zog das Jobcenter den Fragebogen zurück und entschuldigte sich bei der Betroffenen. "Ich bin entsetzt, dass dieser Bogen überhaupt unser Haus verlassen hat", erklärte Jobcenter-Geschäftsführer Friedhelm Keiser am Dienstag. "Solche persönlichen Fragen dürfen wir nicht stellen." 

Ein Mitarbeiter hatte den Fragebogen auf eigene Faust erstellt und sich dabei an Fragen orientiert, die Jugendämter stellen dürfen, um unbekannte unterhaltspflichtige Väter zu ermitteln. Vergleichbare Fragen hatte er mit dem Logo des Jobcenters versehen und an die Schwangere geschickt. Unter anderem sollte die Frau die Männer benennen, mit denen sie vor der Schwangerschaft Geschlechtsverkehr gehabt hat und welche "intensiven Nachforschungen" sie angestellt habe, um den Kindsvater zu ermitteln. 

Mit dem Mitarbeiter sei ein ernstes Wort gesprochen und ihm seine Kompetenzüberschreitung und die Wirkung seines Tuns klar gemacht worden, sagte Keiser. Über den Rückruf hatte zunächst die Zeitung "Neues Deutschland" (Mittwochsausgabe) berichtet.

dpa

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