Prozess vor dem Landgericht Hannover

Jenisas Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt

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Der 44-jährige Angeklagte soll 2007 die achtjährige Jenisa aus Hannover getötet haben.

Hannover - Späte Gerechtigkeit im jahrelang ungeklärten Fall der kleinen Jenisa: Das Landgericht Hannover hat einen 44-Jährigen wegen Mordes an der Achtjährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann hat später in Herford noch ein Kind umgebracht. Was war sein Motiv?

Schuldspruch acht Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Jenisa in Hannover: Das Landgericht hat den Angeklagten am Donnerstag wegen Mordes an der damals Achtjährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht befand den 44-Jährigen für schuldig, die Nichte seiner damaligen Lebensgefährtin 2007 erschlagen zu haben. Auslöser seien Streitereien mit der Familie der Lebensgefährtin gewesen. „Er hat beschlossen, die Familie in Unglück, in Verzweiflung zu stürzen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch in der Urteilsbegründung.

Auch wenn der Mann bereits wegen des Mordes an dem kleinen Dano aus Herford zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, bleibt das Strafmaß lebenslange Haft. In der Urteilsbegründung sagte Rosenbusch allerdings, dass der Angeklagte mindestens 30 Jahre im Gefängnis bleiben muss. Mit seinem Urteil entsprach das Schwurgericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer lebenslangen Haftstrafe. Die Nebenklage hatte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigerin hatte mangels zwingender Tatbeweise einen Freispruch oder eine Einstellung des Prozesses verlangt.

Schon als Jenisa verschwand, hatten Familie und Fahnder den nun Verurteilten im Visier. Damals kam er aber aus der Untersuchungshaft frei, weil die Polizei ihm nichts nachweisen konnte. Die Leiche des Mädchens blieb verschwunden. Erst nachdem der Mann im vergangenen Jahr für einen weiteren Kindsmord an dem fünfjährigen Dano in Herford hinter Gitter kam, kamen die Fahnder endlich voran. Mitgefangene erschlichen sich unter einem Vorwand das Vertrauen des Angeklagten und dieser gestand ihnen offenbar die Morde an Dano und Jenisa und schilderte, wo er das tote Mädchen versteckt hatte. Die Häftlinge informierten die Justiz, die mit den Angaben das Skelett von Jenisa 2014 an einem Wald in der Region Hannover fanden.

Was aber trieb den Verurteilten zu seinem Tun? Auch wenn er vor Gericht schwieg, gab er den Mitgefangenen Einblick in seine Beweggründe. Weil er sich als Türke immer wieder von der aus Albanien stammenden Roma-Familie seiner damaligen Partnerin gedemütigt gefühlt haben soll, entschloss er sich als Strafaktion zu dem Verbrechen. Auch Dano hat er demnach aus Rache getötet, weil er ebenfalls zur Volksgruppe der albanischen Roma gehörte.
dpa

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