Jeder dritte Ausländer in Niedersachsen armutsgefährdet

Hannover - Um das materielle Wohl vieler Ausländer in Niedersachsen ist es nicht gut bestellt. Fast 37 Prozent der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind armutsgefährdet. Das geht aus einer Erhebung des Landesamtes für Statistik (LSN) in Hannover hervor. Die Gefährdungsquote sei damit fast zweieinhalb Mal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, teilte das LSN am Donnerstag mit.

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen regionalen Nettoeinkommens verfügt. Für Einpersonenhaushalte lag die Schwelle im Jahr 2014 in Niedersachsen bei monatlich 907 Euro, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei 1905 Euro. Danach waren im vergangenen Jahr landesweit 1,179 Millionen Menschen armutsgefährdet. Dies entspricht einem Anteil von 15,3 Prozent. 2013 lag die Quote bei 15,8 Prozent.

Die Armutsgefährdungsquote sei erstmals seit drei Jahren wieder gesunken, teilte das niedersächsische Sozialministerium mit. Bei Kindern und Jugendlichen verringerte sie sich um 0,9 Punkte auf 19,0 und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre um 1,6 Punkte auf 24,0 Prozent. Diese Zahlen zeigten, dass Niedersachsen auf einem guten Weg sei, sagte Ministerin Cornelia Rundt (SPD).

Entgegen dem Trend erhöhte sich die Risikoquote bei Ausländern allerdings um 0,6 Punkte auf 36,6 Prozent. Ein noch höheres Armutsrisiko tragen Erwerbslose (57,0 Prozent) und alleinerziehende Mütter und Väter (41,6 Prozent).

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