Jede 5. Schule hat Mängel - neues Konzept kommt

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Hannover -  Von Teresa Dapp. Jede fünfte Schule in Niedersachsen hat qualitative Mängel. Das ist das Ergebnis der Schulinspektoren, die jede der rund 3000 allgemeinbildenden Schulen im Land mindestens einmal geprüft haben.

„In allen Teilen Niedersachsens gibt es die eine oder andere Schule, an der noch nachgearbeitet werden muss, aber im Großen und Ganzen sehen die Ergebnisse gut aus“, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Mit Ende der ersten Runde würden die Inspektionen nicht abgeschafft, von Januar an solle aber gezielter geprüft werden. Die seit der Einführung 2005 erhobenen Daten dienten als Grundlage.

„Wir können heute auf einer sehr gesicherten Datenbasis erkennen, wo die Stärken und wo die Problembereiche sind“, sagte Althusmann. Auch wenn nicht noch einmal systematisch alle Schulen bewertet würden, müsse weiterhin jede Schule mit den Inspektoren rechnen.

Der Schul-TÜV soll helfen, den Unterricht zu verbessern. Daher bekämen die Schulen ausführlich Rückmeldung und auch Beratung, sagte Althusmann. „Was nützen Zahlenfriedhöfe, die wir erheben?“ Öffentlich gemacht werden die Ergebnisse der einzelnen Schulen aber wohl auch in Zukunft nicht. „Da soll niemand an den Pranger gestellt werden, die Inspektion soll die Orientierung verbessern“, erklärte der Minister.

In Zukunft sollten Einzelaspekte wie Sprachförderung, die Umsetzung neuer Lehrpläne oder Berufsorientierung geprüft werden. „Unsere 216 Oberschulen oder die Haupt- und Realschulen könnten also in ein bis zwei Jahren daraufhin untersucht werden, wie sie mit berufsbildenden Schulen und Betrieben zusammenarbeiten“, sagte der Minister. Zusätzlich würden allgemeine Kriterien der Schulqualität bewertet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen begrüßt die reformierte Schulinspektion. „Die Unterstützung für die Schulen war bisher nicht mangelhaft, sondern ungenügend“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt. „Wir würden uns freuen, wenn daraus jetzt ein ernsthafter Ansatz zur Schulentwicklung wird.“ Das neue Prüfverfahren sei nicht wie bisher am grünen Tisch, sondern gemeinsam mit Praktikern erarbeitet worden, lobte Brandt.

Die Schulinspektion war 2005 von der Landesregierung eingeführt worden mit dem Ziel, Impulse für die Verbesserung der schulischen Arbeit zu liefern.

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