Armutsbericht 2020

Jede dritte Familie mit Kindern in Niedersachsen von Armut bedroht

Die Gefahr, in Armut zu leben, ist in der Corona-Pandemie auch in Niedersachsen gestiegen. Rund 1,3 Millionen Personen sind betroffen und akut gefährdet.

Hannover – In Niedersachsen ist die Gefahr in Armut zu leben im Corona-Jahr 2020 gestiegen. Wie aus dem Bericht des niedersächsischen Landesamts für Statistik in Hannover hervorgeht, sind rund 1,3 Millionen Menschen oder 17 Prozent der Niedersachsen akut gefährdet. 2019 lag die Quote noch bei 16 Prozent, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 1,26 Millionen Menschen entsprach.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Haushaltsnettoeinkommens zur Verfügung hat. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2020 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 1109 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2230 Euro. Bei Haushalten von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren waren es 1442 Euro.

Armutsbericht 2020 für Niedersachsen: Jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche armutsgefährdet

Frauen wiesen eine höhere Armutsgefährdungsquote auf als Männer (18,1 Prozent zu 15,9 Prozent), und zwar insbesondere im Alter von 18 bis unter 25 Jahren sowie im Rentenalter ab 65 Jahren. Von den Kindern und minderjährigen Jugendlichen waren 2020 mehr als jeder Fünfte (22,2 Prozent) armutsgefährdet.

Die Gefahr, in Niedersachsen in Armut zu leben, ist im Krisenjahr 2020 um einen Prozentpunkt gestiegen. Jede dritte Familie mit mehr als drei Kindern ist akut bedroht, bei den Alleinerziehenden sogar fast jeder zweite. (Symbolbild)

Generell sind Familienhaushalte mit mehr als zwei Kindern deutlich öfter armutsgefährdet als Haushalte mit weniger Kindern beziehungsweise ohne Kinder. So war 2020 etwa jeder dritte Haushalt mit zwei Erwachsenen und drei Kindern von Armutsgefährdung betroffen. Von den Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder war nur etwa jeder elfte Haushalt armutsgefährdet. Ähnlich war die Situation auch in Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem Kind.

Alleinerziehendenhaushalte wiesen dagegen eine Armutsgefährdungsquote von durchschnittlich 45,7 Prozent aus. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass bei ihnen nur ein im Haushalt lebender Elternteil einer Erwerbsarbeit nachgehen kann und zum anderen nicht selten mit ungenügender Vereinbarkeit von Familie und Beruf. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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