Bunte wehrt sich gegen verzögerte Auftragsvergabe

JadeWeserPort: Bauträger klagt

Lahmende Bauarbeiten, gerichtliche Auseinandersetzungen: Das Prestigeprojekt Jadeweserport hat einige Kratzer abbekommen. Archivfoto: dpa

PAPENBURG/WILHELMSHAVEN (dpa/dut) · Der Streit um die Mehrkosten beim Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven kommt nun vor Gericht. Die Arbeitsgemeinschaft um das Papenburger Bauunternehmen Bunte hat eine Klage beim Landgericht Oldenburg gegen die JadeWeserPort-Gesellschaft eingereicht.

Durch die verzögerte Auftragsvergabe sei es zu Mehrkosten gekommen, sagte gestern ein Sprecher der Johann Bunte Bauunternehmung. Zu einer einvernehmlichen Lösung sei es bisher nicht gekommen.

Im Frühjahr 2007 hatte zunächst ein Konsortium um den Essener Baukonzern Hochtief den Zuschlag für das 480-Millionen-Projekt erhalten. Bunte hatte sich dagegen gerichtlich gewehrt und im September 2007 auch den Auftrag bekommen. Mit dem Bau wurde schließlich – nach einigen Verzögerungen – im April 2008 begonnen.

Auch wenn es um tatsächliche Mehrkosten von 50 Millionen Euro gehe, werde die JadeWeserPort-Gesellschaft nun zunächst auf 15 Millionen Euro verklagt, führte der Sprecher aus. „Es geht um einen Teilbetrag wegen der Stahlmehrkosten“, erklärte er. Wegen der Verzögerung hätten sich die Einkaufskonditionen für Bunte verschlechtert. Stahl sei damals knapp auf dem Weltmarkt gewesen. Um den Baustoff zu bekommen, habe Bunte langfristige Lieferverträge schließen müssen. Die JadeWeserPort-Gesellschaft sieht sich Medieninformationen zufolge jedoch nicht in der Pflicht, für die Mehrkosten aufzukommen.

Das Vorankommen des Projekts verzögert sich unterdessen immer weiter. Sollte der Tiefwasserhafen ursprünglich bereits in diesem Jahr in Betrieb gehen, verschob sich der Termin mehrfach nach hinten – erst auf Herbst 2011, inzwischen auf Februar 2012.

Vor wenigen Wochen bremste sogar der künftige Betreiber Eurogate. Er zog die Ausschreibung für Asphaltierungsarbeiten zurück, weil – so die offizielle Version – „keine wettbewerbsfähigen Angebote“ eingegangen seien. Zudem teilte Eurogate mit, dass das Containergeschäft aufgrund der Krise eingebrochen sei. Die ausstehenden Arbeiten sollten diesen Monat neu ausgeschrieben werden. Die Nachricht hatte in der Politik für großen Wirbel gesorgt.

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