26-Jähriger vor Gericht

IS-Sympathisant gibt Anschlagspläne gegen Polizisten zu

Braunschweig - Geplant war das Verlesen der Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Islamisten Sascha L.. Doch der räumte im Anschluss nicht nur die vorgeworfenen Anschlagspläne gegen Polizisten ein. Er berichtete auch ausführlich über seine Motivation und Gefühlswelt.

Zum Prozessauftakt hat ein IS-Sympathisant aus Northeim Anschlagspläne gegen Polizisten gestanden. Er habe geplant, entweder Polizisten oder Soldaten mit einem selbstgebauten Sprengsatz per Fernzündung zu töten, sagte der 26-jährige Sascha L. am Mittwoch am Braunschweiger Landgericht.

Dieser Plan habe aber zum Zeitpunkt seiner Festnahme im Februar nicht mehr bestanden, erklärte der nach eigenen Angaben zum Islam konvertierte Deutsche. Im Zuge der Vorbereitungen sei ihm klar geworden, dass sein Vorhaben unsinnig sei, sagte der in dem Verfahren Hauptangeklagte in einem etwa einstündigen Statement. Der Mann steht wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vor Gericht.

„Das Vorhaben wäre im Falle der Umsetzung geeignet gewesen, die Sicherheit der Bundesrepublik zu untergraben“, heißt es in der Anklageschrift der Generalstaatanwaltschaft. Zumindest vorübergehend sei Sascha L. bereit gewesen, sich bei der Ausführung auch selbst zu töten.

Sprengsatzbau per Video

Bei einer Hausdurchsuchung sei ihm der Computer weggenommen worden. Später habe er eine Geldstrafe für ein gepostetes Video zahlen sollen. Diese Ungerechtigkeiten und ein ähnliches Vorgehen gegen andere Muslime seien die Motivation für seinen Plan gewesen. Mit Hilfe von Videos habe er anfangen, die Sprengsätze nachzubauen und sich mit Fernzündern zu beschäftigten. Als ihm wegen der Bestellung der notwendigen Chemikalien und anderer Bauteile das Geld ausging, habe er sich immer mehr gefragt, was ihm das Vorhaben eigentlich bringe.

„Ich habe Bestellungen storniert und den Ermittlern selbst ein Versteck hinter meinem Spiegel gezeigt“, berichtete der leger in Jogginghose und Sweatshirt-Jacke gekleidete Angeklagte. Auf keinen Fall wollte er Frauen oder Kindern schaden. Ihm sei aber klar geworden, dass er mit der Tötung eines Polizisten eben doch möglicherweise einer Frau oder Kindern schade. Deshalb sei er von dem Plan abgerückt und stelle heute keine Gefahr mehr da.

Sein Handeln auch in der Untersuchungshaft begründete er mit teilweise konfus wirkenden Aussagen. Auf die Frage, warum er eine selbst gemalte IS-Flagge in seiner Zelle nicht entfernte, antwortete er, es wegen einer spannenden TV-Serie nicht rechtzeitig geschafft zu haben.

Mit ihm sind drei weitere Männer, ein Deutscher, ein Afghane und ein Türke, angeklagt. Sie sollen Beihilfe geleistet haben. Die finanzielle Hilfe durch den 27-jährigen Afghanen und den 28-jährigen Türken begründete Sascha L. mit seiner Geldnot. Die 45 und 50 Euro seien für Bücher und Essen überwiesen worden. Der 21-jährige Deutsche habe ihm beim Erstellen eines Videos geholfen.

Der Prozess soll am 12. Oktober fortgesetzt werden. Insgesamt sind 14 Verhandlungstage bis Ende Dezember geplant. Etwa 30 Zeugen und Sachverständige sind geladen. Bei einer Verurteilung drohen Sascha L. bis zu zehn Jahre Haft.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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