Corona-Pandemie

Inzidenzwert überschritten – Region Hannover wird jedoch Regeln nicht verschärfen

Der Inzidenzwert der Region Hannover überschreitet den Stufenwert von 35. Die Corona-Regeln werden trotzdem vorerst nicht verschärft.

Hannover – Der Inzidenzwert Niedersachsen liegt aktuell bei einem Durchschnitt von 15,9. Die Inzidenzkarte des Landes zeigt sich in Grüntönen. Zwei Gebiete stechen jedoch heraus. Lüneburg hat derzeit den höchsten Wert des Landes. Der andere Fleck auf der Karte - wenn auch nur gelb und nicht orange - ist die Region Hannover. Dort sollen ab Mittwoch, 28. Juli wieder schärfere Regeln gelten. Eine Allgemeinverfügung will die Region Hannover allerdings nicht erlassen, man will lieber auf die neue Verordnung des Landes warten. Die ist ebenfalls für Mittwoch angekündigt.

Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Region Hannover
Einwohner:534.049 (31. Dez. 2020)
Stadtgliederung:51 Stadtteile in 13 Stadtbezirken

Die hohen Werte in Lüneburg hängen scheinbar vor allem mit einer Abiturfeier zusammen. Der Landkreis erklärte dazu, dass unter den Gästen der Feier und weiterer Veranstaltungen bisher rund 40 Infektionen bekannt geworden sind. Dort gelten bereits ab Dienstag, 27. Juli wieder strengere Regeln. Für die Region Hannover wird nach reiflicher Überlegung allerdings keine neue Allgemeinverfügung erlassen. Wie Cora Hermenau, 1. Regionsrätin und Dezernentin für Öffentliche Sicherheit, IT-Koordination und EU-Angelegenheiten, mitteilt, werde man auf die neue Verordnung der Landesregierung warten, die am Mittwoch, 28. Juli 2021, in Kraft treten soll.

Die niedersächsische Landesregierung plant jedoch ebenfalls, die Landesverordnung anzupassen*. Nach eigenen Angaben sollen dabei noch stärker „die Verursacher von Infektionen“ in den Blick genommen werden. In dem Änderungsentwurf heißt es unter anderem, dass die Schließung von Diskotheken, Clubs, Bars und Shisha-Lokalen bei einer Inzidenz von mehr als 10 vorgesehen sei.

Inzidenz in Hannover steigt – Region verschärft Corona-Regeln nicht

Die Region Hannover will zuerst keine neue Allgemeinverfügung erlassen, obwohl der Inzidenzwert seit mehr als drei Tagen über dem kritischen Wert von 35 liegt. „Nach reiflicher Analyse hat die Region Hannover die Entscheidung getroffen, zunächst keine neue Allgemeinverfügung zu erlassen“, heißt es in einer Mitteilung. „Damit bleiben die aktuellen Regelungen solange bestehen, bis eine neue Verordnung des Landes in Kraft trifft. Das ist – Stand heute – für Mittwoch, den 28. Juli angekündigt“, heißt es weiter.

Zuletzt hatte die Region eine Allgemeinverfügung mit Gültigkeit ab dem 15. Juli erlassen, als Reaktion auf das Überschreiten des Inzidenzwertes von 10.

Im Impfzentrum auf dem Messegelände in Hannover gab es bereits an verschiedenen Tagen Aktionen, um den Menschen eine Impfung zu ermöglichen und die Gefahr einer Ansteckung sowie eines schweren Verlaufs zu reduzieren.

Hannover hat nun Stufe zwei erreicht. Das würde laut Stufenplan Einfluss auf die Regelungen zu privaten Treffen nehmen. Bislang gilt, dass sich ein Haushalt mit zwei weiteren Personen eines anderen Haushalts treffen darf oder maximal zehn Personen. Der erste Teil bleibt auch auf Stufe zwei bestehen. Die maximale Zahl von zehn Personen würde auf Stufe zwei jedoch auf drei Haushalte beschränkt werden. Für das Einkaufen würden dann wieder Zugangsbegrenzungen in Abhängigkeit von der Verkaufsfläche gelten.

Änderungen im BIldungsbereich sowie für Besuche in Heimen für ältere oder pflegebedürftige Menschen

Im Bereich der Bildung würde in Schulen dann wieder die Pflicht zu einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht ab der Sekundarstufe I gelten. Auch regelmäßige Testungen wären dann unter anderem wieder für Personal, Lehrkräfte oder Lehrgangsteilnehmende im Bereich der beruflichen Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie der Erwachsenenbildung und der Kinder- und Jugendhilfe notwendig geworden.

Nach Regelung des niedersächsischen Stufenplans muss mit dem Überschreiten des Inzidenzwertes von 35 nun auch wieder eines negatives Coronatest-Ergebnis oder einen Impfnachweis beim Besuch von Gastronomiebetrieben vorgezeigt werden.

Der Besuch in Pflegeeinrichtungen wäre nur noch mit einem negativen Testergebnis möglich. Für einige kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Gedenkstätten sowie Freizeitparks würden mit einer Anpassung an die Stufe auch eine Reduzierung der maximalen Besucherzahl einhergehen. Bei religiösen Veranstaltungen müsste auf den Gemeindegesang verzichtet werden und sportliche Aktivitäten würden wieder einige Auflagen mehr erhalten, wie negative Testergebnisse oder eine Beschränkung der Zuschauerzahl.

Die Gastronomiebetriebe müssten sich erneut auf eine Begrenzung der Kapazität im Inneren, eine Sperrstunde und das Kontrollieren von negativen Testergebnissen oder Impfnachweisen für den Innenbereich einstellen. Diskotheken bleiben geschlossen. In Hannover waren aufgrund von Corona-Verstößen am Wochenende mithilfe der Polizei bereits zwei Diskotheken geschlossen* worden.

Doch aufgrund der Entscheidung am Montag bleibt zunächst ersteinmal alles wie es ist. Es bleibt abzuwarten, was die neue Verordnung des Landes am Mittwoch sagt. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

(Artikel aktualisiert am 26. Juli 2021 um 21 Uhr)

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg / picture alliance / dpa

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