Corona-Pandemie

Trotz Omikron auch in Niedersachsen kürzere Quarantäne? Inzidenz steigt wieder

Die Infektionszahlen steigen wieder, sowohl bundesweit als auch in Niedersachsen. Karl Lauterbach hält eine neue Evaluation der Quarantäne-Dauer in Rahmen von Omikron für sinnvoll.

Berlin – Karl Lauterbach hatte vor der ungenauen Datenlage der Corona-Pandemie gewarnt. Zuletzt waren die Infektionszahlen gesunken, der designierte Gesundheitsminister erklärte allerdings, tatsächlich könne die Inzidenz zwei bis dreimal so hoch liegen wie in offiziellen Statistiken angegeben. Insbesondere die Omikron-Variante bereitet Sorgen. Jetzt steigt die Inzidenz auch in der Statistik wieder – sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit.

Name:Karl Lauterbach
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Amt:Gesundheitsminister

Corona-Pandemie: Auch in Niedersachsen steigende Inzidenz und Angst vor Omikron

Auch in Niedersachsen muss sich die Politik mit der wieder steigenden Corona-Inzidenz befassen. Insbesondere die Sorge vor der Omikron-Variante ist groß – aller Voraussicht nach wird sie auch in Niedersachsen bald die vorherrschende Virus-Variante in der Corona-Pandemie sein. Bisher waren die Fallzahlen hier mit zuletzt etwa hundert Omikron-Fällen noch relativ gering. In Anbetracht der angespannten Corona-Situation tritt ab heute auch in Bremen Warnstufe 3 in Kraft. In Niedersachsen gelten über Silvester besondere Regeln.

Wer sich mit Corona infiziert oder als enge Kontaktperson eines Infizierten gilt, muss sich in Quarantäne begeben. Im Rahmen steigender Inzidenzen könnte die Isolationsdauer bald beschränkt werden, um kritische Infrastruktur zu entlasten. (kreiszeitung.de-Montage)

Im Bundesland von Stephan Weil ist die Corona-Inzidenz jetzt gestiegen. Nachdem sie gestern bei 128,2 gelegen hatte, klettert sie heute auf einen Wert von 144,8. Die Behörden meldeten 3.513 Neuinfektionen, den Vortag waren es 2718. Binnen 24 Stunden gab es zudem 14 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, insgesamt sind in Niedersachsen damit 6814 Menschen durch das Virus gestorben. Seit Beginn der Pandemie haben sich Niedersachsen weit 440.381 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert.

Bundesweiter Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz und weiter unklare Datenlage der Corona-Pandemie

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Sieben-Tage-Inzidenz auch bundesweit wieder gestiegen, von 205,5 am Vortag auf 207,4 heute. Innerhalb von 24 Stunden wurden dem RKI 42.770 Corona-Neuinfektionen gemeldet und somit 2157 Fälle weniger als eine Woche zuvor. Den Donnerstag der vergangenen Woche hatte es 44.927 positive Testergebnisse gegeben. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie starben deutschlandweit binnen 24 Stunden 383 Menschen, was die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 111.602 erhöht. In Deutschland gab es seit Beginn der Pandemie insgesamt 7,1 Millionen positive Corona-Tests.

Tatsächlich könnte die Inzidenz in Deutschland noch deutlich höher liegen, als die aktuell veröffentlichten Werte nachzeichnen. Insbesondere aufgrund der Feiertage wird die tatsächliche pandemische Lage durch die Statistik wohl nur unzureichend abgebildet. Auch über Silvester sollte daher für ein möglichst sicheres Fest gesorgt werden, besonders in Anbetracht der hochinfektiösen Omikron-Variante. Bis Anfang Januar will Karl Lauterbach sich indes einen realistischen Überblick über die Situation verschaffen.

Karl Lauterbach will Quarantäne-Dauer im Rahmen der Corona-Pandemie trotz wachsender Sorge um Omikron überdenken

Die Angst vor Omikron in Deutschland ist groß, in Niedersachsen versucht man die Ausbreitung der Virus-Variante auch durch den Lockdown-Light aufzuhalten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sprach in dentagesthemen von einer „dynamischen Situation“, dabei warnte er erneut vor dem Vormarsch der Omikron-Variante. Eine deutliche Zunahme der Fälle sieht Lauterbach vor allem in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Studien aus Großbritannien hatten kürzlich zudem nahegelegt, dass die Wirkung der Booster-Impfung bei der Omikron-Variante schneller nachlassen könnte als bei Delta. Die Sorge wächst.

Binnen 24 Stunden lag der Anstieg an Omikron-Fällen zuletzt bei 26 Prozent, wie das RKI mitteilte. Lauterbach rechnet mit einer Verdopplung der Omikron-Fälle innerhalb von vier bis fünf Tagen. Die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie erfordert möglicherweise Änderungen bei der Quarantänedauer und Kontaktbeschränkungen, so der designierte Gesundheitsminister – die Quarantänedauer könnte bald auch in Niedersachsen verkürzt werden.

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Bis spätestes nächste Woche möchte er Vorschläge für weitere Maßnahmen gegen die Virus-Variante vorlegen. Bisher empfahl das RKI Infizierten und Kontaktpersonen bei Omikron eine vierzehntägige Quarantäne. Das könnte bei steigenden Infektionszahlen zum Problem für die kritische Infrastruktur werden. Karl Lauterbach, der zuletzt auch einen harten Lockdown nicht ausschloss, denkt deshalb über eine Änderung der Regel nach.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Steffens/imago/Artmann Witte/imago

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