Corona-Pandemie

Inzidenz in Großbritannien über 300: Was ist mit Europa?

Erst seit wenigen Wochen stehen Lockerungen in Teiles Europas an, da steigen plötzlich zur Urlaubszeit die Infektionszahlen erneut. Problem: die Delta-Variante.

Hannover – In Deutschland und in Europa steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus wieder an. Während die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland, also die Anzahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, mit 5,8 am Samstag, 10. Juli 2021, noch relativ moderat war, hat beispielsweise in Spanien die Inzidenz die 200er-Marke wieder überschritten. Die Inzidenzen in ganz Europa steigen wieder. Problematik dabei: die Delta-Variante. Streckenweise warnen Experten vor Auslandreisen oder -urlaub*.

Corona-Fälle weltweit:185 Millionen (4 Millionen Todesfälle)
Corona-Fälle in Deutschland:3,7 Millionen (91.000 Todesfälle)
Corona-Fälle in Niedersachsen:261.000 (5.700 Todesfälle)
Bekannte Virus-Mutationen (Stand 10. Juli 2021)\tAlpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon, Zeta, Eta, Theta, Iota, Kappa, Lambda

Inzidenz in Spanien und auf Zypern: Hohe Inzidenzen und Delta sorgen für Einstufung als Risikogebiet

In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag auf 221 gestiegen, am Vortag lag sie noch bei 199. Die Delta-Variante macht hier einen Anteil von gut 44 Prozent bei Neuinfektionen aus. Somit gilt Spanien wieder als Hochinzidenzgebiet.

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch Mallorca und die Kanaren als Risikogebiet ein.

So erging es Zypern, das erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt worden war und nun wegen mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zum Hochinzidenzgebiet wird. Damit gilt eine Quarantänepflicht für alle Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Spanien wird ab Sonntag, 11. Juli 2021, als Risikogebiet eingestuft.

Inzidenz in Großbritannien: Obwohl die Inzidenz über 300 liegt, plant die Regierung weitreichende Lockerungen

Die hochansteckende Delta-Variante treibt die Fallzahlen im Vereinigten Königreich in die Höhe, die Inzidenz für sieben Tage lag am Samstag bei 300,7 pro 100.000 Einwohner. Der Anteil der Delta-Variante liegt bei rund 98 Prozent aller Neuinfektionen.

Allerdings steigt die Zahl der Einlieferungen ins Krankenhaus und der Todesfälle deutlich weniger stark als in den vorherigen Wellen – ein Erfolg der fortgeschrittenen Impfkampagne. Mehr als 64 Prozent der britischen Erwachsenen sind vollständig geimpft, mehr als 86 Prozent haben zumindest eine erste Dosis bekommen.

Die Regierung verlässt sich auf diese Schutzwirkung und plant für England weitreichende Lockerungen ab Mitte Juli. Dann sollen trotz hoher Fallzahlen auch Nachtclubs öffnen und Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht fallen.

Inzidenz in Italien: Die Infektionslage in Italien ist weiterhin entspannt – Knapp 40 Prozent sind durchgeimpft

Die Infektionslage in Italien ist weiterhin entspannt, es gelten besonders lockere Corona-Regeln. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 11,4 am Samstagvormittag liegt der Wert des Mittelmeerlandes aber immerhin fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Der Anteil der Delta-Variante liegt dort aktuell bei rund 33 Prozent der Neuinfektionen.

Die Infektionslage in Italien ist weiterhin entspannt, es gelten weiterhin besonders lockere Corona-Regeln.

Die Maskenpflicht im Freien entfällt deshalb. Allerdings muss jeder den Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, man mit Bus und Bahn fährt oder sich in Innenräumen aufhält. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung ist vollständig gegen Covid-19 geimpft. Wer in das Land reist, muss ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Zudem ist ein Nachweis über Impfung, Genesung oder ein negativer Test erforderlich. Wer auf dem Landweg nach Deutschland zurückreist, muss keine Beschränkungen beachten.

Inzidenz in den Niederlanden: Trotz steigendem Inzidenzwert fallen in Holland fast alle Beschränkungen

Das öffentliche Leben in den Niederlanden läuft trotz eines Inzidenzwertes von 129,2 am Samstagvormittag fast normal. Der Anteil der Delta-Variante macht in den Niederlanden einen Anteil von rund 26,2 Prozent aus. Museen, Theater Zoos und Kinos sind aber geöffnet. Das gilt auch für Restaurants und Geschäfte.

Im Prinzip müssen auch keine Masken mehr getragen werden – Ausnahmen gelten für Busse und Bahnen sowie Flughäfen. Die Grundregel ist der Abstand von 1,5 Metern. In Discos und Nachtclubs oder bei Festivals und Konzerten, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, wird von den Besuchern ein negatives Testergebnis verlangt oder ein Impfnachweis.

In den Niederlanden,wie hier in Amsterdam, läuft das Leben trotz einer hohen Inzidenz weitestgehend normal ab.

Während der Fußball-EM dürfen in Kneipen Spiele auf Videoschirmen zeigen. Deutsche können das Land ohne Einschränkung besuchen, auch bei der Heimkehr nach Deutschland gibt es keine Auflagen mehr – mit Ausnahme von Flugreisenden. In den vergangenen Tagen stiegen die Infektionszahlen dramatisch durch die Delta-Variante.

Inzidenz in Russland: Trotz steigender Inzidenz sind gerade einmal 17 Prozent der Russen erstgeimpft

Die Ansteckungsraten in Russlands Metropolen schießen seit Tagen in die Höhe. Das Problem in Russland: Die Impfquote hält absolut nicht Schritt. Gerade einmal 17 Prozent der Bevölkerung hat die erste Spritze erhalten. Der Putin-Staat reagiert mit Zwang: Verkäufer, Kellner, Beamte und Dozenten müssen sich impfen lassen – oder werden unbezahlt „freigestellt“. Am Samstagvormittag lag die 7-Tage-Inzidenz in Russland bei 115,6, der Anteil der Delta-Variante macht dabei rund 90 Prozent aus. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano/dpa

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