Digitalisierung

Internet in Niedersachsen: Schneller und lückenlos – Breitbandausbau geht voran

Die Digitalisierung in Niedersachsen schreitet voran, doch es gibt noch viel zu tun. Gut 14 Prozent der Gebäude haben keinen ausreichenden Internetanschluss.

Osterholz-Scharmbeck/Hannover – Ruckeln in der Zoom-Konferenz, eine nicht angekommene Nachricht oder ewiges Warten, bis eine Internetseite aufgebaut ist: langsames oder gar kein Internet kann in der heutigen Zeit ziemlich nervenaufreibend sein. Vor allen Dingen in Zeiten von Corona-Pandemie und Homeoffice-Pflicht.

Internetanschluss in Niedersachsen: Breitbandausbau bis 2025 soll jeder Haushalt in Niedersachsen schnelles Internet haben

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sieht das Land in puncto Digitalisierung auf einem guten Weg und zog drei Jahre nach dem Startschuss für den „Masterplan Digitalisierung“ auf einem zweiten Breitbandgipfel nach 2019 mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Telekommunikation in Osterholz-Scharmbeck (Landkreis Osterholz) eine erste Bilanz für den Breitbandausbau. Ziel: bis 2025 soll jeder Haushalt in Niedersachsen einen gigabitfähigen Internetanschluss haben.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)
zuständiger Wirtschaftsminister:Bernd Althusmann (CDU)

„Niedersachsen ist nach Fläche das zweitgrößte Bundesland, aber belegt bei der Bevölkerungsdichte Platz neun“, sagte ein Sprecher des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen (BZNB). Nach wie vor seien die Städte besser angeschlossen als viele ländliche Regionen.

Digitalisierung in Niedersachsen: 86 Prozent aller Gebäude haben einen schnellen Internetanschluss – Vodafone verlegt „einige tausend Kilometer Glasfaser“

Es gebe noch den einen oder anderen weißen Fleck – also Adressen, die eine Download-Geschwindigkeit unter 30 Mbit/s aufweisen. Besondere Anstrengungen seien erforderlich, um diese Regionen mit hochleistungsfähigen Internetanschlüssen zu versorgen. Derzeit hätten 86 Prozent aller Gebäude einen Anschluss von mindestens 30 Mbit/s. Im Umkehrschluss bedeutet dies: ganze 14 Prozent haben dies nicht.

Die Ausbaugeschwindigkeit hat nach Angaben von Vodafone in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. „Der Ausbau geht weiter. Allein in Niedersachsen (...) sind das einige tausend Kilometer Glasfaser, die wir verbauen“, sagte Vodafone-Vertreter Dirk Ebrecht. Die Netze seien durch die Pandemie unter Druck geraten, weil immer mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet hätten. „Da hat auch Corona uns durchaus nochmal sozusagen vor unseren eigenen Zeitplan und Ausbauplan gezwungen. Die Netze sind stabil geblieben, Gott sei Dank“, so Ebrecht.

Vor rund drei Jahren gaben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, rechts) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) den Startschuss für den massiven Ausbau der digitalen Infrastruktur in Niedersachsen. Jetzt zog Althusmann eine erste Bilanz. (Archivbild)

Schnelleres und lückenloses Internet in Niedersachsen: NSDG fordert Abbau bürokratischer Hürden beim Breitbandausbau

Der niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) forderte, bürokratische Hürden abzubauen und die Förderlandschaft so einfach wie möglich zu gestalten. NSGB-Präsident Marco Trips appellierte an die Bundesvertreter: „Machen Sie es nicht jedes Mal komplizierter.“ Das Jahr 2022 könne das Jahr der beginnenden Digitalisierungen im kommunalen Bereich sein.

Im Prinzip seien heute 60 Prozent der Haushalte gigabitfähig, sagte BZNB-Chef Peer Beyersdorff – für sie könnten also Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s erzielt werden. „Wir bemerken aktuell eine sehr hohe Dynamik des eigenwirtschaftlichen Glasfasernetzausbaus durch neue und etablierte Telekommunikationsunternehmen“, berichtete Beyersdorff. 73 Prozent der Gebäude im Bundesland hätten eine Versorgung von 100 Mbit. „Das ist ein riesen Fortschritt im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren“, sagte er.

Förderung der Digitalisierung in Niedersachsen: 2,4 Prozent der Landesfläche ohne 3G- oder LTE-Versorgung beim Internet

Das Wirtschaftsministerium fordert beim Thema Mobilfunk einen Strategiewechsel. „Das unzureichende Regelwerk, das der Bund bei der Mobilfunkversorgung vorgibt, ist ein riesiges Handicap in einem Flächenland wie Niedersachsen“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Das Ministerium teilte mit, dass nach Angaben der Bundesnetzagentur 2,4 Prozent der gesamten Landesfläche Niedersachsens ohne 3G oder LTE-Mobilfunkversorgung seien. Kurz vor dem Start des Masterplans im Jahr 2018 hatte Althusmann die Mobilfunkanbieter aufgrund vieler Funklöcher noch heftig kritisiert.

96 Prozent der knapp 3200 Schulen in Niedersachsen sind nach Angaben der Landesregierung gigabitversorgt oder im Ausbau dafür. Gleiches gelte für 92 Prozent der Krankenhäuser. „Je digitaler eine Volkswirtschaft aufgestellt ist, desto besser meistert sie die Krise. Grundvoraussetzung dafür ist eine flächendeckende digitale Infrastruktur“, sagte Althusmann. Bis 2025 soll jeder Haushalt im Land einen gigabitfähigen Anschluss haben. (MIt Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Julian Stratenschulte/dpa

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