Flug aufgrund von Dauerregen unmöglich

Internationale Hilfsaktion für französischen Bartgeier

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Ein Bartgeier musste in Eilvese gefangen werden, damit er in einer Auffangstation zu neuen Kräften kommen kann.

Sachsenhagen - Ein seltener Bartgeier hat sich aus Südfrankreich in die Weiten der norddeutschen Landschaft verirrt. Der Greifvogel wurde vor wenigen Tagen völlig durchnässt und entkräftet in einem Waldstück bei Eilvesee (Neustadt am Rübenberge) entdeckt und eingefangen.

Er wird jetzt aufgepäppelt und soll später nach Südfrankreich zurückgebracht werden, sagte am Freitag ein Mitarbeiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen (WASS). 

Sorgenvolle Beobachtung der GPS-Koordinaten

Den Flug des Bartgeiers mit dem Namen Durzon hatten zuvor Mitarbeiter eines französischen Wiederansiedlungsprojektes für diese bedrohte Vogelart sorgenvoll beobachtet. Denn der weit gereiste Besucher trug einen Sender, der regelmäßig die Position des Vogels meldete. Als sich sein Aufenthaltsort bei Eilvese nicht mehr veränderte, setzte eine internationale Hilfsaktion ein, an der sich verschiedene Naturschutzorganisationen in Deutschland beteiligten. 

Der Notruf erreichte auch die Wildtier- und Artenschutzstation und die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM). Mitarbeiter machten über die zuletzt gemeldeten Koordinaten den Geier an einer Lichtung im Wald ausfindig und fingen ihn ein. 

Dauerregen macht Vogel flugunfähig

Die Tiere leben normalerweise in wärmeren Gebiete wie Südeuropa und Afrika, denn sie brauchen zum Fliegen Thermik. Der anhaltende Dauerregen der vergangenen Tage hatte den Vogel jedoch flugunfähig gemacht, so dass er auch keine Nahrung mehr finden konnte. "Ohne menschliches Eingreifen wäre er sicherlich verhungert", sagte Florian Brandes. Nun könne sich der Bartgeier in einer Voliere erholen, bis er von den französischen Projektmitarbeitern wieder abgeholt wird. 

Der Vogel wurde Ende Januar in einer spanischen Zuchtstation geboren und im Mai in den französischen Cevennen ausgewildert. Dort soll er in Kürze wieder seine Kreise ziehen, hoffen die Naturschützer.

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