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Ungeklärte Identität: Intensivpflegerin weiterhin nur geduldet

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Niedersachsen, Hannover: Die Intensivkrankenpflegerin Farah Hareb-Demir hält auf dem Campus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) das Buch „Nirgendwo ein Land“ in der Hand.
Die Intensivpflegerin Farah Hareb-Demir lebt seitdem sie zwei Jahre alt ist in Deutschland und kümmert sich um Corona-Patienten. Trotzdem wird sie nur geduldet. © Ole Spata | dpa

Sie kam als Zweijährige nach Deutschland, betreut Corona-Patienten auf der Intensivstation und wird doch nur geduldet. Jetzt will das Innenministerium helfen.

Hannover – Mit zwei Jahren kam sie nach Deutschland. Mit Beginn der Pandemie pflegt sie Corona-Patienten auf der Intensivstation und doch wird Farah Hareb-Demir nur geduldet. Ein Schicksal, auf das Kolleginnen und Kollegen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erst mit einer Internet-Petition Ende 2020 aufmerksam machen mussten.

Geduldete Intensivpflegerin in Hannover: Rund 37.000 Menschen unterschreiben Petition – „Auf-der-Stelle-Treten“

Knapp 37.000 Menschen unterschrieben die Petition der geduldeten Intensivpflegerin in Hannover, um sich für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung einzusetzen. Daraufhin sagte das Innenministerium aus Niedersachsen ihr daraufhin Hilfe bei der Klärung ihrer Identität und Beschaffung eines Passes zu.

„Für mich ist es ein Auf-der-Stelle-Treten“, sagte Farah Hareb-Demir der dpa. Die ganze Situation sei sehr entmutigend. Seit Jahren vermittelten ihr die Behörden, nicht erwünscht zu sein. Zu dem konkreten Fall könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben gemacht werden, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Allgemein bedürfe es in diesen Fällen der Mitwirkung der Betroffenen.

Krankenschwester aus Hannover drohte Abschiebung: Buch über Schicksal veröffentlicht

Die in Beirut geborene Intensivpflegerin war 1986 als Mädchen mit ihren Eltern aus dem Libanon nach Niedersachsen geflüchtet. Zuerst galt das Kind als staatenlos, doch nach dem Auftauchen eines Melderegister-Auszugs aus der Türkei halten die Behörden sie seit 2006 für eine Türkin namens Ferha Demir. Der Familie drohte zwischenzeitlich die Abschiebung. Ihren Kampf mit den Behörden schildert Gunnar Menkens in seinem am Montag erschienenen Buch „Nirgendwo ein Land. Die Geschichte der staatenlosen Krankenschwester Farah Hareb“. (dpa)

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