Gruppe in Lohne beklagt Ungleichverteilung der Unterkünfte in der Stadt

Initiative gegen Flüchtlingsheim

Im Netz: Die Gemeinschaft will auch über die Internetplattform Facebook auf sich aufmerksam machen. - Foto: Scholz

Lohne - Von Kai von Häfen. Im Lohner Ortsteil Hopen will eine kleine Gruppe mit einer Initiative gegen die geplante Unterbringung für Flüchtlinge am Falkenweg mobil machen. Sie sehen durch die Verteilung der Standorte über das Stadtgebiet eine Benachteiligung der Hopener gegenüber anderen Teilen Lohnes und fordern in ihrem Schreiben deswegen zum Widerstand auf.

Wer hinter diesem Aufruf steckt, bleibt für den Leser jedoch unklar – weder auf dem Flyer noch im Internet ist ein Name zu finden. Lediglich eine E-Mail-Adresse zur Gemeinschaft gibt es. Zumindest in den Kommentaren auf Facebook ist abzuschätzen, wer hinter der Initiative steckt. Ein Mitglied ist Gudrun Arkenau, wenn auch nicht in vorderster Reihe, wie sie sagt. Hopen-West Aktiv sei ein Zusammenschluss von mehreren Leuten, die sich von der Stadt und während der Info-Veranstaltung dieser im April nicht ernst genommen gefühlt haben, sagt sie. Es gehe der Gemeinschaft nicht um Flüchtlinge an sich, so Arkenau: „Hier sind ja genug Leute untergebracht, dagegen hat niemand was.“ Ein Dorn im Auge ist ihr die Konzentration. Auf 2 600 Metern Luftlinie seien bald drei große Unterkünfte, das sei nicht in Ordnung, meint sie. Dadurch schaffe man soziale Brennpunkte und vernichte ein Naherholungsgebiet, heißt es im Aufruf.

In die rechte Ecke wollen die Mitglieder indes nicht gestellt werden. „Niemand von uns hat etwas gegen Flüchtlinge“, sagt Arkenau. Die Flüchtlingsfamilien in Hopen seien gut integriert, viele Bürger unterstützen sie dabei, habe sie feststellen können. Für Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU) sind beide Vorwürfe nicht nachzuvollziehen: Die entsprechenden Entscheidungen seien mit großer Mehrheit in den Gremien getroffen und zuvor öffentlich in den Ausschüssen und im Rat diskutiert worden. Auch am Infoabend habe jeder Bürger die Möglichkeit gehabt, sich zu informieren. Auch die Kritik am Standort ist nicht berechtigt, so Gerdesmeyer: „In Hopen-West ist auf einem circa 8 000 Quadratmeter großen Grundstück die Errichtung von zwei Wohnhäusern mit insgesamt acht Wohnungen für maximal circa 70 Bewohner geplant. Begriffe wie ,Konzentration von Flüchtlingslagern‘ gehen hier völlig am Thema vorbei.“

Tatsächlich wird in dem Aufruf von Flüchtlingslagern statt Unterkünften gesprochen. Es ist auch diese Rhetorik, die Gerdesmeyer und andere stört. Dass diese auch noch aus der Anonymität heraus kommen, trage ebenfalls nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung bei und sei schon gar nicht im Sinne der Integration von Menschen, die nach Flucht und Vertreibung ein geschütztes Leben suchen, so der Bürgermeister. Die Stimmung in Hopen ist durchaus gespalten: Es sei feige, solche Zettel ohne den eigenen Namen zu verteilen, sagt eine Anwohnerin. Ein anderer zeigt mehr Verständnis, es seien durchaus auch andere Standorte möglich gewesen, sagt er.

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