Konjunkturaufschwung:

Handel optimistisch - Industrie verhalten

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Niedersachsens Industriearbeitgeber stellen am Freitag die Herbstkonjunkturumfrage vor. Schwerpunkte der Analyse sind die konjunkturellen Entwicklungen in China und der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland.

Hannover - In Niedersachsens Wirtschaft öffnet sich eine Schere: Die vor allem vom Ausland abhängige Industrie ist zunehmend vorsichtig, während Handel und Dienstleistungen aus dem Vollen schöpfen. Doch die private Kauflaune könnte schnell erlahmen, wenn die Energiepreise anziehen.

Die Erwartungen der Arbeitgeber in Niedersachsen sind gespalten: Während die meisten Firmen in Handel und Dienstleistung auch 2016 weiter mit Zuwachs rechnen, erwarten in der Industrie nur noch rund 15 Prozent der Unternehmen steigende Auftragseingänge. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände in Niedersachsen hervor, an der sich 517 Unternehmen beteiligten.

„Wir erleben ein „Auf“ ohne Schwung“, sagte Metallarbeitgeberchef Volker Schmidt bei der Vorstellung der Ergebnisse am Freitag in Hannover. Es sei ein Alarmzeichen, dass die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie ihre Investitionspläne im vierten Jahr hintereinander zurückfahren wollten. Investitionskapital fließe vorzugsweise ins Ausland.

Schmidt erläuterte, Handel und Dienstleistungsbranche profitierten vom starken privaten Konsum. Sollten die Energiepreise wieder anziehen, könne sich die Kauflaune allerdings schnell ändern. „Es ist eine geliehene Stärke. Auch deswegen sind wir von einem selbsttragenden Aufschwung gegenwärtig meilenweit entfernt“, sagte Schmidt.

Bei der Industrie, die stark auf Export angewiesen sei, wachse die Unsicherheit. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Maschinenbau, Elektronik, Anlagenbau, Gießereien und bei Fahrzeugzulieferern komme fast zum Stillstand. „Insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie ist der Beschäftigungsmotor zum Stehen gekommen“, sagte Schmidt. Nur noch jeder sechste Betrieb plane im kommenden Jahr, neue Mitarbeiter einzustellen - fast ein Drittel wolle Arbeitsplätze abbauen.

Nur noch sechs Prozent der Unternehmen erwarteten für das kommende Jahr bessere Exportaussichten. Dabei spiele die Entwicklung in China für die Firmen in Niedersachsen aber kaum eine Rolle.

Auch der Zuzug der Flüchtlinge ist in vielen Unternehmen Thema. Die Mehrheit der Firmen in der Metall- und Elektroindustrie erwartet dadurch aber keine maßgebliche Entspannung beim Fachkräftemangel. Dienstleistungsunternehmen seien dabei noch optimistischer als die Metall- und Elektroindustrie, die auf hoch qualifiziertes Personal angewiesen sei, sagte Schmidt.

dpa

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