In Niedersachsen fehlen Hebammen

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Eine Hebamme untersucht den Bauch einer Mutter. Foto: Thorsten Helmerichs/Archiv

Hebammen begleiten werdende Mütter über einen langen Zeitraum. Doch in Niedersachsen gibt es viel zu wenige von ihnen. Was kann getan werden, um den Beruf attraktiver zu machen?

In Niedersachsen fehlen Hebammen, vor allem im ländlichen Raum finden werdende Mütter oft keine fachliche Begleitung. "Das ist für Schwangere eine sehr verunsichernde Situation und macht ihnen Stress", sagte der Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachsen, Christoph Künkel, am Mittwoch in Hannover. Gründe seien die schlechte Bezahlung und fehlende Ausbildungsplätze. Die Folge des Notstands seien überfüllte Ambulanzen und Wartezimmer von Gynäkologen sowie Kinderärzten. "Hebammen begleiten Frauen von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit, das ist ein langer Zeitraum", sagte die Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen, Veronika Bujny.

Der Hebammenverband fordert eine bessere Vernetzung. "Doch diese wird durch schlechte strukturelle Bedingungen des Berufs ausgehebelt", sagte Bujny. Es gebe immer weniger Ausbildungsplätze, allein in Hannover seien diese um die Hälfte reduziert worden. "An dem Modellversuch, Hebammen an Fachhochschulen auszubilden, nimmt Niedersachsen leider nicht teil", sagte die Verbandsvorsitzende.

Ein weiteres Problem sei die schlechte Bezahlung der freiberuflichen Hebammen. Diese müssten ihr Honorar mit dem Krankenkassen-Spitzenverband GKV selbst aushandeln. "Viele Kolleginnen ziehen sich auch deshalb zurück", sagt Bujny. Extrem gestiegene Haftpflichtprämien, die die Hebammen allein tragen müssen, seien ein zusätzlicher Kostenfaktor.

In Niedersachsen seien etwa 2000 Hebammen im Verband organisiert. Genaue Zahlen, wie viele es tatsächlich gibt, existierten nicht. Zudem gebe es keine eigene Kammer, die sich um eine flächendeckende Versorgung kümmere und auch keine finanziellen Anreize wie etwa bei Ärzten, sich auf dem Land niederzulassen. Hohe Fahrtkosten im ländlichen Raum minderten die Einnahmen der Hebammen zusätzlich.

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