Kritik und Lieferschwierigkeiten

Schutz gegen das Coronavirus: Chaotischer Impfstart – Weil nach Impf-Gipfel zuversichtlich

Der Kampf gegen Corona geht in die nächste Runde. Nach Kritik und Lieferschwierigkeiten zeigt sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil mit den Ergebnissen des Impf-Gipfels positiv.

  • Am 28. Januar hat die Vergabe der Termine für die erste Gruppe der Impfberechtigten begonnen.
  • Im Februar sollen pro Woche rund 30.000 Termine vergeben werden können.
  • Wer keinen Termin mehr bekommt, soll sich auf eine Warteliste setzen lassen.

Update vom 2. Februar, 13.38 Uhr: Am Montag wurden trotz der Lieferengpässe unter anderem auf dem Messegelände in Hannover die ersten Spritzen gesetzt. Auf politischer Ebene wächst wegen der Impfstrategie allerdings der Druck auf Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Den Berliner „Impf-Gipfel“ bewertete Niedersachsens Ministerpräsident Stephans Weil derweil positiv. Die Vertreter der Pharmakonzerne hätten glaubhaft versichert, dass sie maximalen Einsatz in der Produktion der Impfstoffe zeigten, sagte der SPD-Politiker. „Es bleibt allerdings dabei, dass wir vor allem im ersten Quartal viele Impfwünsche noch nicht erfüllen können, weil die Lieferungen dafür nicht ausreichen.“

Mit dem zweiten Quartal bestehe die begründete Hoffnung, dass sich die Liefermengen deutlich erhöhen werden. „Gegen Ende des dritten Quartals werden wir dann - da bin ich zuversichtlich - tatsächlich allen impfwilligen Menschen in Deutschland ein Impfangebot machen können“, meinte Weil.

Update vom 31. Januar: Der Impf-Gipfel, der für Montag angesetzt ist, soll Klarheit über Zeitpläne und den verfügbaren Impfstoff geben. Die Impfungen in Deutschland und der EU hatten kurz vor dem Jahreswechsel begonnen. In den ersten Wochen gab es Lieferschwierigkeiten einzelner Hersteller, Problemen bei der Terminvergabe und viel Unmut über fehlenden Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte am Samstag Verständnis für Frust und Ungeduld, warb aber auch um Vertrauen. „Es kommen jede Woche Impfstoffe, und es werden auch mehr, Zug um Zug.“ Man habe ein Jahr nach Beginn der Pandemie drei zugelassene wirksame Impfstoffe. Neben den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna hatte die EU am Freitag auch jenes von Astrazeneca zugelassen.

Bereits am Sonntag will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit den Vorstandschefs jener Hersteller sprechen, mit denen die EU Lieferverträge abgeschlossen hat. Aufgrund der Kritik am schleppenden Impfstart und der Produktionsprobleme bei einigen Herstellern will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Spitzentreffen am Montag mit den Ministerpräsidenten über die derzeitige Impf-Lage beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will beim Spitzentreffen am Montag mit den Ministerpräsidenten über die derzeitige Impf-Lage beraten.

Das Gesundheitsministerium gibt an, dass seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland mehr als 3,5 Millionen Dosen ausgeliefert und 2,2 Millionen Dosen gespritzt wurden. Bis zum 22. Februar würden mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Länder geliefert. Biontech und Astrazeneca lieferten den Bundesländern bis zum 22. Februar 1,747 Millionen Dosen mehr als bisher geplant. Damit würden auch vorübergehende Engpässe beim Moderna-Impfstoff „mehr als ausgeglichen“, teilte das Ministerium via Twitter mit.

Corona-Impfung: Forderung nach mehr Planungssicherheit aus den Bundesländern

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beklagte, trotz der angekündigten fünf Millionen weiteren Impfdosen habe man nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte am Samstag via Twitter moniert: „Gerade teilt das Bundeskanzleramt mit, dass jetzt auch die zugesagten Lieferungen der Moderna-Impfstoffe reduziert werden. Wie soll man da Impfungen planen?“

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich fordert vom Gipfel „genauere und verbindliche Aussagen darüber, wie die Pharmaindustrie ihre Lieferverpflichtungen einhalten will und wie sie die Produktion von Impfstoffen aufstocken kann.“ Dies sei notwendig, damit das Impfen vor Ort reibungslos ablaufen könne. Gesundheitsminister Spahn müsse „einen verlässlichen nationalen Impfplan“ vorlegen, sagte Mützenich der „Welt am Sonntag“. Der Plan müsse aufzeigen, „welcher Impfstoff wann und für welche Gruppe zur Verfügung steht. Und wie gegebenenfalls Lücken gefüllt werden, wenn es Probleme gibt.“

Politiker und Verbandsvertreter fordern vom Corona-Impfgipfel am Montag mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe.

Klare Worte fand auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. „Die Städte erwarten keine vagen Versprechungen mehr, sondern eindeutige Antworten auf die zwei wesentlichen Fragen: Wann gibt es ausreichend Impfstoff? Wann wird welcher Impfstoff ins Impfzentrum geliefert?“, sagte Dedy der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Zurzeit können wir dort wegen der geringen Impfstoffmengen nur mit angezogener Handbremse agieren“, beklagte Dedy. (dpa)

Wie Impfberechtigte in Hannover ihre Termine erhalten und zum Impfzentrum gelangen

Update vom 27. Januar: Am 30. Dezember sind die ersten Impfdosen in Hannover eingetroffen, heißt es auf dem offiziellen Portal der Landeshauptstadt und Region Hannover. Mobile Teams hatten direkt ihre Arbeit begonnen. Am 28. Januar beginnt die Vergabe der Impftermine, so dass ab dem 1. Februar auch auf dem Messegelände geimpft werden kann. Wer berechtigt ist, sich für die ersten Termine zu melden, wie man einen Termin bekommen kann und wie es dann genau zum Impfzentrum geht, erfahren Sie hier zusammengefasst.

Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Region Hannover
Einwohner:536.925 (31. Dez. 2019)
Stadtgliederung:51 Stadtteile in 13 Stadtbezirken

Nachdem mobile Teams in den Alten- und Pflegeheimen die Bewohnenden geimpft haben, bekommen die Personen der ersten Gruppe impfberechtiger Personen die Möglichkeit, einen Termin zu vereinbaren. Die Gruppe umfasst alle Personen, die älter sind als 80 Jahre. Diese Personen erhalten einen Brief vom Sozialministerium. Aber auch, wenn kein Schreiben im Briefkasten landet, sind alle Personen, die 80 Jahre oder älter sind, impfberechtigt und können einen Termin vereinbaren. Die Empfänger werden darüber aufgeklärt, dass sie zur ersten Gruppe der Impfberechtigten gehören und einen Termin vereinbaren können. Der Brief kann als Muster zur Ansicht auf der Homepage des Landes Niedersachsen heruntergeladen werden.

Ein Blick in das Impfzentrum der Region Hannover. Die VErgabe der Termine startet.

Vereinbart werden kann ein Termin entweder über die freigeschaltete Hotline oder ein Onlineportal. Die Telefonleitung soll um 8 Uhr freigeschaltet werden. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass, sollte ein Durchkommen nicht sofort möglich sein, es erneut versucht werden soll. Der Corona-Krisenstab erwartet eine hohe Auslastung der Leitung, auch, da es zu Beginn nur wenige Termine geben wird. Dies hängt auch damit zusammen, das der Impfstoff noch knapp ist.

Terminvereinbarung ab dem 28. Januar

Telefonisch unter der Nummer 0800 99 88 665

Online über das Portal www.impfportal-niedersachsen.de

Im Februar sollen etwa 30.000 Impftermine pro Woche vergeben werden können,heißt es im Schreiben des Sozialministeriums. Außerdem werde wöchentlich neuer Impfstoff geliefert. Sollten bereits alle verfügbaren Termine vergeben sein, sollen sich Interessierte auf die Warteliste setzen lassen, sie würden informiert, sobald es wieder freie Termine gibt.

Die Anreise zum Impfzentrum auf dem Messegelände der Stadt Hannover

Wer nun also einen Impftermin bekommen hat, steht vor der Frage, wie er am einfachsten und sicher zum Impfzentrum auf dem Messegelände kommt. Wer in der Nähe wohnt, weiß vielleicht bereits den besten Weg für sich. Wer aber von weiter weg anreisen muss, da das Impfzentrum für die gesamte Region Hannover zuständig ist, hat verschiedene Möglichkeiten.

Wer mit den öffentlichen Verkehrsmittel zum Messegelände reist, steigt in die Stadtbahn Linie 8. Diese fährt ab Hauptbahnhof. Von der Zielhaltestelle Messe Nord gibt es einen Shuttle-Bus, der die Besucher direkt zum Impfzentrum befördert.

Impfzentrum auf dem Messegelände in Hannover

Adresse: Halle 25, Messegelände, 30521 Hannover.

ÖPNV: Stadtbahn Linie 8, Haltestelle Messe Nord.

Auch die Anreise mit dem Fahrrad ist möglich. Wie mit dem PKW ist die Zufahrt über das Tor West 1 auf das Messegelände zum Impfzentrum möglich. Zugang zum Tor gibt es über die Karlsruher Straße. Um eine Parkmöglichkeit und den Eingang zum Impfzentrum zu finden, ist eine Beschilderung vorhanden. Um bis zu diesem Punkt zu finden, lässt sich ebenfalls der Beschilderung in der Stadt zum Messegelände folgen.

Wichtig zu beachten ist, dass die Impfung nur nach Erhalt eines Termins erfolgt. Wer einen Termin bekommen hat, erhält eine Einladung. Diese muss zusammen mit einem gültigen Ausweis und, falls vorhanden, dem eigenen Impfpass vorgelegt werden. Wichtig zu beachten ist außerdem, dass sie bei der Reservierung gleich zwei Termine vereinbaren. Um den vollen Impfschutz zu erhalten, sind zwei Impfungen notwendig, weshalb beide Termine eingehalten werden müssen.

In der Stadt lässt sich den Beschilderungen zum Messegelände folgen, um zum Impfzentrum zu gelangen.

Weitere Informationen zu allen Fragen die mit der Corona-Pandemie zu tun haben, abgesehen von denen zur Impfung, werden über die neu eingerichtete Telefonnummer der Region Hannover beantwortet. Erreichbar ist die 0511 300 34 34 werktags von 8 bis 16 Uhr.

Impfzentrum der Region Hannover wird unter Hochdruck aufgebaut

Ursprungsmeldung vom 14. Dezember 2020: Hannover - Unter Hochdruck wird das Impfzentrum der Region Hannover auf dem Messegelände der Landeshauptstadt aufgebaut. Schon am Dienstag solle das Zentrum einsatzbereit sein, sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) am Montag auf dem Messegelände. Landesweit sollen dann insgesamt 50 Impfzentren fertig sein. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sagte: „Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff.“ Sobald ein Impfstoff zur Verfügung stehe, sollten die Menschen dort geimpft werden können. Die Terminvergabe und Koordination laufe über das Land Niedersachsen, erklärte der Grünen-Politiker.

Onay wies darauf hin, dass man sehr bewusst die Infrastruktur der Messe nutze. Nach Jagaus Einschätzung wäre weder das Behelfskrankenhaus noch das neue Impfzentrum ohne die Messegesellschaft möglich gewesen. Die Deutsche Messe sei geübt darin, kurzfristig aufzubauen. Knapp 100 Menschen sind am Aufbau des Impfzentrums beteiligt.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte kürzlich angekündigt, dass mit dem Beginn der Impfungen um den Jahreswechsel gerechnet werde. Die europaweite Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer werde Ende Dezember erwartet. Für Lagerung und Transport des Impfstoffes habe das Land Niedersachsen einen Vertrag mit dem Postdienstleister DHL geschlossen. Von zwei Zentrallagern aus sollten die Zentren beliefert werden.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner / dpa

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