Neues Freiwilligen-Register

Corona-Impfung in Niedersachsen: 4000 Ärzte unterstützen 50 Impfzentren

Mittlerweile haben die Corona-Impfungen in nahezu allen niedersächsischen Kommunen begonnen. 4000 freiwillige Ärztinnen und Ärzte unterstützen dabei das Land bei der Impfung.

  • Am Montag sollten laut Gesundheitsministerium alle niedersächsischen Impfzentren Impfdosen erhalten haben.
  • Noch werden keine Termine in den niedersächsischen Impfzentren vergeben, der Betriebsstart verzögert sich.
  • 4000 Ärztinnen und Ärzte unterstützten die Impfzentren in Niedersachsen.

Update 12. Januar: Das Personal für die Impfzentren in Niedersachsen steht bereit: Rund 4000 Ärztinnen und Ärzte haben sich freiwillig gemeldet, um die 50 Impfzentren des Landes zu unterstützen. Das teilte die Ärztekammer Niedersachsen am Dienstag mit. Sie hat nach eigenen Angaben ein Freiwilligen-Register ins Leben gerufen, in das sich die Mitglieder eintragen lassen könnten. Darin könnten sie auch ihre zeitliche Verfügbarkeit und Mobilität angegeben, was die Einsatzplanung der Zentren erleichtere.

Zuvor hatten die Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen per Brief mehr als 43.000 Ärztinnen und Ärzte zur Unterstützung aufgerufen. Diese sollen die Teams leiten und die Menschen vor der Impfung aufklären; Schutzbekleidung wird gestellt. In Hannover beispielsweise soll auf dem Messegelände geimpft werden, andernorts werden etwa Stadthallen, Kasernen oder ehemalige Schulen genutzt. (dpa)

4000 Ärztinnen und Ärzte unterstützen die Impfzentren in Niedersachsen.

Update 11. Januar: Die SPD im niedersächsischen Landtag hat Kritik am schleppenden Start der Corona-Impfungen zurückgewiesen. „Wir haben über das Land verteilt immerhin 50 Impfzentren, was natürlich einen erhöhten Organisationsaufwand bedeutet. Für Niedersachsen als Flächenland ist dies aber der richtige Weg“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Wiard Siebels, im Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung (Montagsausgabe). Die dezentrale Struktur unterscheide sich von anderen Bundesländern und vom Wunsch des Bundesgesundheitsministers. Er könne aber nicht sagen, dass das Land „erkennbar etwas falsch gemacht hat“, sagte Wiard Siebels.

Niedersachsen war bis vor einigen Tagen im bundesweiten Vergleich der bisherigen Impfungen pro 1000 Einwohner das Schlusslicht. Seither holt das Land allerdings auf, weil die Zahl der täglichen Covid-19-Impfungen deutlich gesteigert worden ist.

Meldung vom 5. Januar: Hannover - Seit gut einer Woche läuft die größte Impfaktion in der Geschichte Niedersachsens. Zunächst sind vor allem Pflegeheim-Bewohner an der Reihe, die Spritze zu erhalten, die vor Covid-19 schützen soll. Das Vakzin von Biontech und Pfizer ist knapp. Immerhin sollte am Montag laut Gesundheitsministerium die Belieferung aller 50 Impfzentren im Land mit jeweils mindestens 975 Impfdosen abgeschlossen sein. Termine dort können allerdings noch nicht vereinbart werden. Derzeit sind nur mobile Teams in Heimen unterwegs.

Corona: Wer zuerst die Impfung zum Schutz gegen Covid-19 erhält

Das Land hat festgelegt, dass zuerst die Bewohner sowie das Personal von Senioren-Einrichtungen an der Reihe sind. Seit Beginn der Pandemie starben landesweit 808 Heimbewohner an oder mit dem Coronavirus, das waren 43 Prozent der Covid-19-Toten (Stand 29. Dezember 2020). Am Montag starteten in vielen Regionen die Impfungen in Heimen. Auch die Mitglieder der Impfteams erhielten eine Spritze.

Termine für die Impfung können noch nicht abgeschlossen werden, derzeit sind nur mobile Teams in Heimen unterwegs.

Im Landkreis Vechta bekam eine 105-Jährige das erste Vakzin, wie ein Sprecher sagte. Auch die Bewohner des „Hauses am Schwanenberg“ in Schwanewede im Landkreis Osterholz durften sich freuen. Der Landkreis Friesland will nach dem Start am Montag 21 Einrichtungen auf dem Festland anfahren - auf der Insel Wangerooge gibt es kein Pflegeheim. Braunschweig startete bereits am Silvestertag.

Kritik an der Impf-Strategie: Hat Niedersachsen den Impfstart verschlafen?

Auf Bundesebene kritisieren SPD und FDP die deutsche Impfstrategie, weil etwa in Israel oder Großbritannien bereits weit mehr Menschen geimpft wurden. Niedersachsens steht zudem im Vergleich der Bundesländer schlecht da: Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bis Montag landesweit 5394 Menschen geimpft. Das waren 0,7 Impfungen pro 1000 Einwohner - nur Thüringen hatte mit 0,4 eine schlechtere Quote. Bundesweit zählte das Institut 264.952 Corona-Impfungen - die meisten wurden für Bayern erfasst (66.258), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (53.841) und Hessen (33.405).

Coronavirus in Niedersachsen: Wie es mit den Impfungen weitergeht

Das Gesundheitsministerium im Hannover geht davon aus, dass der vorhandene Impfstoff im Laufe der Woche aufgebraucht wird. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) hofft darauf, dass die mobilen Impfteams dann in die Kliniken gehen. „Das Krankenhauspersonal leistet Unheimliches in der zweiten Welle“, sagte NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. Es gehe darum, die Beschäftigten auf den Covid-19-Stationen vor Ansteckung zu schützen.

Die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Göttingen sowie das Klinikum Braunschweig erhalten am 6. Januar eine erste Corona-Impfstoff-Lieferung. Damit solle das besonders gefährdete Personal geimpft werden, kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) an. In niedersächsischen Kliniken wurden am Montag 1442 mit dem Virus infizierte Patienten behandelt, 273 Erwachsene und ein Kind lagen auf Intensivstationen.

Corona-Impfung: Start in den Impfzentren wohl erst Ende Januar

Niedersachsen hat zwar schon eine Hotline zu Fragen zur Impfung unter der Rufnummer 0800 998 86 65 eingerichtet, vergibt aber noch keine Termine in den 50 Impfzentren. Wann Bürgerinnen und Bürger einen Termin für die Covid-19-Impfung vereinbaren können, ist bislang nicht genau bekannt. Der Betrieb der Impfzentren in Niedersachsen verzögert sich nämlich, bestätigt Claudia Schröder vom Corona-Krisenstab.

Nach aktuellem Stand rechne sie damit, dass frühestens in drei bis vier Wochen, also Ende Januar, die Impfzentren mit der Terminvergabe loslegen können, sagte die stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Corona-Krisenstabs am Dienstag in der Landespressekonferenz. Grund für die Verzögerung sei der Ausfall einer ganzen Impfstofflieferung Ende Dezember.

Der Niedersächsische Landkreistag forderte, über 80-Jährigen, die nicht in Heimen wohnen, aber zeitnah Termine zu ermöglichen. Wann dies so weit ist, will das Land mitteilen. Aus den Kommunen ist zu hören, dass sich viele Bürger erkundigen, wann sie endlich an der Reihe sind und ob sie sich wenigstens schon einen Termin sichern könnten. Beispielsweise waren im Landkreis Vechta zuletzt viele Menschen zum Impfzentrum nach Lohne gefahren, das aber noch geschlossen ist.

In den Alten- und Pflegeheimen wird nun in allen Regionen Niedersachsens geimpft.

Zumindest in den Alten- und Pflegeheimen wird nun in allen Regionen geimpft. Zum Beispiel in Cuxhaven sollte der Impfstoff am Montag erst spät ankommen, dort wollte man dennoch noch am Abend mit den Impfungen starten. „Die Impfungen werden uns den Weg aus der Pandemie weisen“, sagte Reimann. „In den nächsten Wochen wird aber die Menge des lieferbaren Impfstoffs der begrenzende Faktor bleiben.“ Wichtig sei eine verlässliche, kontinuierliche Belieferung.

Insgesamt wurden vom Land mehr als 50.000 Dosen an die Impfzentren ausgeliefert, rund 10.000 stehen in dieser Woche noch für Nachlieferungen bereit. Am 8. Januar soll eine weitere Charge des Präparats von Biontech und Pfizer folgen. Der Impfstoff des US-Herstellers Moderna steht zudem kurz vor der Zulassung in der EU.

Corona in Niedersachsen: Warum man sich zunächst nicht beim Hausarzt impfen lassen kann

Zunächst ist dies nicht möglich, weil das Vakzin von Biontech und Pfizer bei bis zu minus 80 Grad gekühlt werden muss. Gerechnet wird aber mit der Zulassung weiterer Impfstoffe, die auch bei Kühlschrank-Temperatur zu handhaben sind und deshalb von niedergelassenen Medizinern verabreicht werden können.

Die Impfbereitschaft sei erstaunlich hoch, hieß es etwa aus Oldenburg. Sie liege bei fast 90 Prozent bei den Heimbewohnern und etwa 70 Prozent bei den Pflegekräften. Die Pflegekammer Niedersachsen forderte eine umfassende und transparente Aufklärung über die Impfung. Auch Sorgen und Bedenken seien ernst zu nehmen. „Bislang ist noch nicht absehbar, wie viele Pflegekräfte in Niedersachsen sich impfen lassen“, sagte eine Sprecherin. „Daher brauchen wir für Niedersachsen zuverlässige Statistiken zur Impfquote und zu den Gründen, warum sich Menschen nicht impfen lassen.“ Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Frank Molter / dpa / picture alliance

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