Corona-Lockerungen

Freiheiten für Geimpfte: Muss ich den Impfpass immer dabei haben?

Die Freiheiten für Geimpfte sich bundesweit beschlossen. Doch wie wird das geprüft? Muss ich jetzt stets meinen gelben Impfpass mit mir rumtragen? 

Niedersachsen lockert ab Montag, 10. Mai einige Corona-Regeln*. Negative Corona-Tests, eine vollständige Impfung oder der Nachweis der Genesung werden zu einer Art „Eintrittskarte“ für den Bergarten oder die bestuhlte Open-Air-Veranstaltung. Somit ist der Impfpass das vermutlich wichtigste Dokument in den kommenden Wochen. Muss man deswegen den Impfausweis immer dabei haben?

Immer mehr Menschen haben bereits eine Zweitimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) glaubt zum Beispiel, dass im Sommer mehr als die Hälfte der Niedersachsen geimpft sein werden. Erste Studien deuten darauf hin, dass die Impfungen nicht nur vor einer Erkrankung schützen, sondern auch verhindern, dass Geimpfte das Coronavirus an andere weitergeben.

Freiheiten für Geimpfte: Digitaler Impfpass kommt

Die Bundesregierung hat die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene gelockert. Eine entsprechende Verordnung wurde vergangene Woche im Bundestag und Bundesrat verabschiedet.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) gilt man als vollständig geimpft 14 Tage nach Verabreichung aller notwendigen Covid-19-Impfstoffdosen. Hintergrund: Bei einigen Impfstoffen wie beim Präparat von Johnson & Johnson* ist nur eine Dosis erforderlich.

Wer vollständig geimpft ist, hat es leichter.

Um eine Corona-Impfung oder auch eine überstandene Erkrankung nachweisen zu können, wird zudem auf EU-Ebene an einem digitalen Impfpass beziehungsweise Immunitätsnachweis gearbeitet. Eine entsprechende App soll bis Ende Juni vorgestellt werden. Bis dahin kommt allein der gelbe Impfausweis zum Einsatz. Kürzlich warnte das Landeskriminalamt Niedersachsen bereits vor gefälschten Impfdokumente*.

Digitaler Impfnachweis: Wie funktioniert das neue Dokument?

Das digitale Impfdokument ist freiwillig und soll das gelbe Heft nur ergänzen, nicht ersetzen. Die Idee dahinter: Da er auf dem Handy gespeichert ist, kann man den digitalen Impfnachweis immer mitnehmen.

Mögliche Visualisierung des digitalen EU-Impfpasses.

Der neue Impfpass wird beim Impftermin in einer Arztpraxis oder im Impfzentrum über einen 2D-Barcode generiert. Die Nutzer können den QR-Code scannen und über eine kostenfreie App auf dem Smartphone lokal gespeichert.

Laut Bundesgesundheitsministerium darf der digitale Impfnachweis nur von autorisierten Personen in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden. Bei der Überprüfung muss ein Ausweis vorgelegt werden. Außerdem ist das Dokument kryptographisch vor Veränderungen geschützt und an ein Smartphone gebunden. Das sollte eine Vervielfältigung deutlich erschweren.

Freiheiten für Geimpfte: Hamburg zögert noch

In den Plänen der Bundesregierung wie der Länder werden vollständig geimpfte und genesene Menschen gleichgesetzt mit negativ getesteten. Bis auf Hamburg* haben alle Länder entsprechende Verordnungen bereist erlassen. Sie wollten nicht auf Entscheidungen aus Berlin warten.

Neben den Geimpften gibt es auch noch die Gruppe der Männer und Frauen, die von Corona geheilt sind. Das Risiko, das von ihnen ausgeht, wird vom laut RKI niedriger eingeschätzt als bei lediglich negativ getesteten Personen.

Langfristig betrachtet könnte der digitale Impfausweis fast so wichtig werden wie ein Reisepass. Der Grund: Privaten Unternehmen – wie etwa Reise- oder Konzertveranstaltern – kann gesetzlich nicht verboten werden, einen Impfnachweis oder einen Coronatest zu verlangen. Anders sieht dies für Dienstleistungen und Angebote aus, die für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe unerlässlich sind, etwa die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. * kreiszeitung.de, nordbuzz.de und 24Hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/imago

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