Nach Corona-Erfolg

Kann der Biontech-Impfstoff Krebs bekämpfen?

Ein Wundermittel gegen Krebs? Gibt es bislang nicht. Nun arbeiten die Biontech-Gründer nach ihrem Corona-Erfolg jedoch an einem Impfstoff gegen Krebs.

Özlem Türeci und Uğur Şahin sind DIE Impf-Helden der Coronavirus-Pandemie, echte Ritter in glänzender Rüstung. Mit ihrem Vakzin Biontech gelang es ihnen, einen Impfstoff zu entwickeln, der den Krankheitserreger Covid-19 in seine Schranken wies. Mittlerweile sind 50 Prozent der Deutschen geimpft. Doch das Impf-Wunder soll erst der Anfang gewesen sein. Jetzt verfolgen die beiden Biontech-Gründer eine ganz andere Vision: die Entwicklung eines individuellen Impfstoffs gegen Krebs.

Unternehmen:Biontech
Gründung:2008
Hauptsitz:Deutschland
CEO:Uğur Şahin (seit 2008)

Nach Corona-Erfolg: Biontech-Gründer arbeiten an individualisierter Krebsmedizin

Das eine Wundermittel gegen Krebs? Gibt es bislang nicht. Obwohl dank Operationen, Chemo- und Strahlentherapie unzählige an Krebs Erkrankte in Remission kommen, sterben in Deutschland jährlich immer noch um die 240.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung.

Doch nun scheint es, als würde es Hoffnung auf einen individuellen Impfstoff gegen Krebs geben. Nachdem die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin bereits im Kampf gegen das Coronavirus eindrucksvoll bewiesen haben, dass es möglich ist, in Rekordzeit einen Impfstoff zu entwickeln der maßgeblich zur Eindämmung einer Pandemie beiträgt, wollen sie nun zu ihrem eigentlichen Steckenpferd – der individualisierten Krebsmedizin – zurückkehren.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass Krebserkrankungen ebenfalls eine große Bedrohung für die globale Gesundheit darstellen, die sogar weitaus schlimmer ist als die derzeitige Pandemie. Unsere Vision ist, eine individualisierte Krebsmedizin zu etablieren, die auf den jeweiligen Patienten und den genetischen Eigenschaften seines Tumors passgenau zugeschnitten ist“, so Şahin gegenüber der Bild.

Nach ihrem Impf-Durchbruch in der Corona-Pandemie arbeiten die Biontech-Gründer an einer mRNA-Krebsmedizin. (24hamburg.de-Montage)

Durch den Erfolg des Biontech-Impfstoffes gegen das Coronavirus sei bereits ein großer Schritt in ihrer individualisierten Krebsmedizin geschafft: „Sowohl was den Nachweis der Wirksamkeit eines mRNA-Impfstoffes angeht, die großartige Datenbasis zur Verträglichkeit unseres Impfstoffes, wie auch, was die Akzeptanz der mRNA als Arzneimittelplattform angeht“. Die Fälle, in denen es nach einer Biontech-Impfung zu einer Herzmuskelentzündung gekommen sei, sowie Nebenwirkungen nach der Zweitimpfung haben dem guten Ruf des Impfstoffes also keinen Abbruch getan.

Neuer Durchbruch im Kampf gegen Krebs? mRNA-Technologie an erstem Krebspatienten getestet

So wurde im Rahmen einer Phase II-Studie bereits der erste Patient mit einer unheilbaren Form von Hautkrebs mit dem Wirkstoff BNT111 in Kombination mit dem Krebs-Mittel Libtayo von Regeneron und Sanofi behandelt. Vier weitere Krebsimpfstoffe von Biontech befinden sich in der klinischen Entwicklung.

Basieren tun die Biontech-Krebsmittel auf der neuartigen mRNA-Technologie, die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermittelt. Auch das Vakzin von Moderna ist übrigens ein mRNA-Impfstoff, im Gegensatz zu AstraZeneca und Johnson & Johnson*. Das Besondere am mRNA-Impfstoff: Er kann beliebig verändert und auf den Patienten abgestimmt werden.

Schon vor der Corona-Pandemie erkannte das Gründer-Ehepaar, dass das Immunsystem der Schlüssel sei und das sie eine Immuntherapie entwickeln wollen: „Mechanismen, die das Immunsystem über Millionen Jahre Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert hat, wollen wir gezielt zur Behandlung von Krebs einsetzen. Unsere Vision ist es, die Stärke der körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Krebs und Infektionskrankheiten zu nutzen“

Während Biontech-Gründer Uğur Şahin damit rechne, dass in „15 Jahren (...) ein Drittel aller Arzneimittel auf der mRNA-Technik“ basiert, rechnet das zuständige Paul-Ehrlich-Institut damit, dass es in Deutschland in frühestens fünf Jahren eine erste Zulassung für mRNA-Impfstoff gegen Krebs geben werde. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Biontech/picture alliance/dpa & Andreas Arnold/picture alliance/dpa

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