Mehrere 10.000 Euro

Impfskandal in Friesland: Rotes Kreuz soll massiv Geld veruntreut haben

Impfzentrum Friesland: Kochsalzlösung anstatt Biontech.
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In einem Impfzentrum im Kreis Friesland wurde in tausenden Fällen eine Kochsalzlösung statt einer Impfung verabreicht. Nun rückt das DRK immer weiter in den Fokus.

Nach einem Impfskandal im ostfriesischen Jever erhöht sich der Druck aufs Rote Kreuz – auch weil sich der Verein offenbar die Taschen voll machte.

Jever – Kochsalzlösung statt Vakzin gespritzt, 10.000 Nachimpfungen – und eine ehemalige Krankenschwester, die offenbar der Impfgegner-Szene angehört. Der Impfskandal im friesischen Schortens bei Jever sorgte bundesweit für Aufsehen. Nun gerät auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Betreiber des Impfzentrums immer mehr unter Druck.

Deutscher Landkreis:Friesland
Fläche:608 km²
Bevölkerung:98.460 (2019)
Bundesland:Niedersachsen

Denn neben den Vorwürfen, Warnsignale in Bezug auf die Mitarbeiterin ignoriert zu haben, soll der gemeinnützige Verein auch bei Abrechnungen betrogen haben. Das geht aus Recherchen des Magazins „Spiegel“ hervor. Demnach hat der DRK die Pandemie genutzt, um Kasse zu machen.

Impfskandal in Friesland: Veruntreute das DRK mehrere 10.000 Euro?

Dazu hat der Verein fälschlicherweise Arbeitszeiten abgerechnet. Laut „Spiegel“ ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen die Chefs des örtlichen DRK-Ortsverbandes. Die Polizei durchsuchte das Impfzentrum bereits, über das Ausmaß des mutmaßlichen Betrugs war bislang nichts bekannt.

Das DRK soll mt dem Landkreis Friesland Löhne ausgehandelt haben, die in dem Impfzentrum in Schortens teils dreimal so hoch ausfielen, wie die Mitarbeiter dann auch wirklich bekamen, berichtet der „Spiegel“. Auch sollen Arbeitsstunden in Rechnung gestellt worden sein, die aber gar nicht geleistet wurden. Der geschätzte Schaden: mehrere 10.000 Euro.

Impfskandal in Friesland: „Ich fühle mich total abgezockt“

Zunächst war im Landkreis eine Gehalts-Obergrenze von rund 27 Euro pro Stunde im Gespräch, doch das DRK setzte sich bei den Verhandlungen durch. Ein im „Spiegel“ beschriebener Fall zeigt, wie hoch das Deutsche Rote Kreuz pro Mitarbeiter abkassierte: Eine Verwaltungsangestellte soll demnach im Juli 2125 Euro brutto verdient haben.

Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben zahlt ihr der DRK 1502 aus. Ein Brutto-Stundenlohn von 13,45 Euro. Allerdings stellte der Verein dem Landkreis 6566 Euro in Rechnung, dazu eine Verwaltungspauschale von acht Prozent. „Ich fühle mich total abgezockt“, soll die Mitarbeiterin dem „Spiegel“ gesagt haben.

DRK soll Geld veruntreut haben: Das meiste Geld mit Arzthelfern gemacht

Das DRK soll mit dem Betrieb des Impfzentrums offenbar mehr als 50.000 Euro im Monat eingenommen haben. Das meiste Geld soll dabei mit „impfberechtigten“ Personal verdient worden sein. Für sie veranschlagte das Rote Kreuz 8294 Euro für 160 Stunden im Monat.

So soll eine Arzthelferin jedoch nur 2000 Euro erhalten haben. Der Brutto-Stundenlohn betrug 18,75 Euro, das DRK rechnete 48 Euro ab – zuzüglich der Acht-Prozent-Verwaltungspauschale.

DRK in Betrugsskandal verwickelt: Moralisch verwerflich

Dass sich das DRK in Schortens offenbar selbst bediente, sei laut „Spiegel“ wohl nicht strafbar – allerdings eher moralisch verwerflich. Sven Ambrosy, Landrat in Friesland, zeigte sich demnach überrascht, als er mit den Zahlen konfrontiert wurde. Da der Landkreis Friesland nicht Vertragspartner sei, habe man nicht wissen, können, welche Löhne das DRK seinen Mitarbeitern zahlte.

Nach Bekanntwerden des Impfskandals setzte Landrat Sven Ambrosy das DRK in Schortens vor die Tür.

„Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass mehr bei den Leuten vom Impfzentrum ankommt“, so Sven Ambrosy.

Nach Impfskandal: Landrat schmeißt DRK raus

Kritik kam auch vom Gesundheitsamt in Hannover: „Aus unserer Sicht sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die gegenüber dem Landkreis geltend gemachten Stundensätze im Grundsatz auch der Entlohnung der Beschäftigten entsprechen“, erklärte ein Sprecher.

Landrat Sven Ambrosy schmiss das DRK in Schortens raus, die Johanniter übernahmen bis Ende September die Betriebshoheit. Das Vertrauensverhältnis zu den Verantwortlichen des DRK sei erschüttert, sagt Ambrosy.

Die Staatsanwaltschaft wurde auf das Rote Kreuz aufmerksam, während wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelte: Eine ehemalige Krankenschwester soll mindestens sechs Spritzen mit Kochsalzlösung verabreicht haben. Über 10.000 Menschen waren betroffen. Bei ihrer Befragung sollen die Ermittler dann auf die verdächtigen Zahlen gestoßen sein.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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