Neue Erkenntnisse

Impfskandal in Friesland: DRK soll Warnungen ignoriert haben

Der Impfskandal in der friesischen Stadt Schortens schlägt weiter Wellen: Nun belastet eine Mitarbeiterin das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schwer.

Schortens – Brisante Entwicklung im friesischen Impfskandal: Eine Mitarbeiterin des Impfzentrums der Stadt Schortens hat nun Verantwortliche des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) belastet. Das berichtet der „Spiegel“. Demnach hatte die Frau ihre Vorgesetzten bereits am 19. April – also fünf Tage vor Bekanntwerden des Skandals – vor ihrer Kollegin Antje T. gewarnt. T. soll am
21. April Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. Auch DRK-Kreisgeschäftsführer Carl-Martin Köhler habe bereits im Vorfeld von den Vorwürfen erfahren. Doch niemand habe darauf reagiert, erklärt die Zeugin gegenüber dem „Spiegel“.

Stadt in Niedersachsen:Schortens
Fläche:68,67 km²
Bürgermeister:Gerhard Böhling (parteilos)
Landkreis:Friesland
Bevölkerung:20.321 (31. Dez. 2015)

Antje T. ist mutmaßliche Impfgegnerin und Verschwörungsgläubige. „Sie hat mich mit Verschwörungsunsinn regelrecht zugeballert“, sagte die Frau über ihre frühere Kollegin. Die beschuldigte Mitarbeiterin, gegen die wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt wird, habe ihr Texte und Videos mit wirren Verschwörungsfantasien zugeschickt. Diese Nachrichten leitete die Frau an das DRK weiter, das darauf nicht reagierte.

Impfskandal in Friesland: Anwalt von Antje T. weist Vorwürfe zurück

Das DRK räumte gegenüber dem „Spiegel“ ein, dass die Mitarbeiterin sich an die Teamleitung gewandt und von „merkwürdigen Chats“ berichtet habe. Dem DRK sei allerdings nicht mitgeteilt worden, dass sich die Beschuldigte als Impfgegnerin gegenüber ihrer Kollegin offenbart habe. Erst als die Frau ihre Vorgesetzten am 24. April erzählte, dass die Beschuldigte ihr gebeichtet habe, Kochsalzlösung in sechs Spritzen aufgezogen zu haben, konfrontierte das DRK schließlich Antje T., schreibt der „Spiegel“.

Eine Krankenschwester soll in Friesland Menschen eine Kochsalzlösung statt Impfstoff gespritzt haben.

Laut dem Anwalt von Antje T. habe es sich um einen Einzelfall gehandelt. Seine Mandantin habe im April den Verlust eines zerbrochenen Impfstofffläschchens zumindest teilweise mit Resten aus anderen Ampullen ausgleichen wollen. Sie habe nicht aus einer politischen Motivation heraus gehandelt. Der Landkreis Schortens bittet trotzdem mehr als 10.000 Menschen zur Nachimpfung. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Mögliche Minister unter Rot-Gelb-Grün

Mögliche Minister unter Rot-Gelb-Grün

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Meistgelesene Artikel

Warum legen Katzen Mäuse vor die Tür: Beute ist kein Geschenk für Besitzer

Warum legen Katzen Mäuse vor die Tür: Beute ist kein Geschenk für Besitzer

Warum legen Katzen Mäuse vor die Tür: Beute ist kein Geschenk für Besitzer
Trucks für Helmut: LKW-Fahrer erfüllen todkrankem Mann letzten Wunsch

Trucks für Helmut: LKW-Fahrer erfüllen todkrankem Mann letzten Wunsch

Trucks für Helmut: LKW-Fahrer erfüllen todkrankem Mann letzten Wunsch
„Ich danke dir“: Junge sitzt immer allein – bis Mitschüler ihm beisteht

„Ich danke dir“: Junge sitzt immer allein – bis Mitschüler ihm beisteht

„Ich danke dir“: Junge sitzt immer allein – bis Mitschüler ihm beisteht
Bundestagswahl kurios: So stellt sich Olaf Scholz an seinem ersten Arbeitstag vor

Bundestagswahl kurios: So stellt sich Olaf Scholz an seinem ersten Arbeitstag vor

Bundestagswahl kurios: So stellt sich Olaf Scholz an seinem ersten Arbeitstag vor

Kommentare