Pandemie

Corona: Lieferengpass lässt Impfungen in Niedersachsen stocken – Zahl der Toten steigt

Die Corona-Lage spitzt sich zu: In Niedersachsen müssen 180 Schwerpunktpraxen die Impfungen verschieben – weil der Impfstoff fehlt. Derweil stiegt die Zahl der Toten.

Hannover/Bremen – Die Wissenschaft und die Politik sind sich einig: Die beste Bekämpfung der Corona-Pandemie liegt in den Impfungen gegen das Virus. Doch aktuell stockt die Impfkampagne im ganzen Land aufgrund fehlender Vakzine. In Niedersachsen konnten die geplanten 180 Schwerpunktpraxen noch nicht mit den geplanten Impfungen beginnen, dabei steigen die Infektionszahlen in Deutschland, Niedersachsen und Bremen.

Fehlende Vakzine bremsen Impfkampagne aus: 390 Corona-Tote in Deutschland gemeldet

Auch sterben immer mehr Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am Freitagmorgen, 3. Dezember 2021, meldeten die Behörden für ganz Deutschland 390 neue Corona-Tote. Inzwischen ist auch die im südlichen Afrika entdeckte Omikron-Variante in Deutschland angekommen.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neuentdeckte Variante aus dem südlichen Afrika:Variante Omikron (B.1.1.529)

Auch in der kommenden Woche werden voraussichtlich nicht die ursprünglich bestellten Impfstoffmengen ausgeliefert, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Niedersachsen (KVN) sagte. Genaue Zahlen nannte er nicht. Eine Arztpraxis im Landkreis Friesland etwa rechnet nach eigenen Angaben in der kommenden Woche mit etwa 75 Prozent weniger Dosen als benötigt. Solange die Mengen nicht stabil seien, könnten die 180 Schwerpunktpraxen in Niedersachsen nicht starten.

Fehlende Vakzine bremsen Impfkampagne aus: Lieferungen decken laut Apotheken die Nachfrage nicht

Erst wenn verlässlich ausreichend Impfstoff bereitsteht, sollen die teilnehmenden Praxen unter anderem auf den Internetseiten der Landkreise öffentlich gemacht werden – ansonsten würden sie überrannt, so der Sprecher weiter. Laut Landesapothekerverband gebe es beim Ausliefern und Verteilen der Stoffe keine Probleme. Allerdings deckten die vom Bund ausgelieferten Dosen die gestiegene Nachfrage bei Weitem nicht. Ursprünglich sollten bereits in dieser Woche landesweit 180 Praxen verstärkt gegen das Corona-Virus impfen – und zwar mindestens acht Stunden die Woche.

Dass die Impfkampagne ins Stocken gerät, verwundert insofern, als der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn (CDU), etwas völlig anderes in der Öffentlichkeit berichtet. Laut seinen Aussagen sind die Lager gefüllt und es würde ausreichend Impfstoff ausgeliefert. Zwei Aussagen, die offensichtlich nicht zueinander passen – erst recht vor dem Hintergrund, dass der Bund und Länder bis Weihnachten nach ihrem Corona-Gipfel eine Impf-Offensive angekündigt hatten.

390 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus meldeten die Behörden am Freitagmorgen, 3. Dezember 2021, für das gesamte Bundesgebiet. (Archivbild)

Derweil hat die Corona-Pandemie das ganze Land weiter fest im Griff. So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen für das gesamte Bundesgebiet eine leicht gesunkene Inzidenz von 442,1 (Vortag: 442,9). Es ist der vierte Tag in Folge, in der dieser Wert sinkt – jedoch könnte dies auch an einer Überlastung der Kontaktnachverfolgung liegen und die tatsächlichen Zahlen viel höher sein*, sagte Spahn am Freitag. Es gibt allerdings mehr Neuinfektionen zu vermelden. So wurden dem RKI 74.352 neue Infektionen in ganz Deutschland gemeldet, hinzu kommen 390 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.

7-Tage-Inzidenzen sinken leicht: mehr Neuinfektionen in Deutschland, weniger in Niedersachsen und Bremen

Inzwischen haben in Deutschland 71,6 Prozent der Bevölkerung zumindest eine erste Impfung erhalten, eine Zweitimpfung wurde bisher 68,7 Prozent der berechtigten Bürger injiziert. Geboostert sind laut den Angaben der Behörden bis jetzt 13,5 Prozent der Bevölkerung.

Auch in Niedersachsen sank am Freitagmorgen die 7-Tage-Inzidenz leicht. Laut RKI liegt dieser Wert am Freitag bei 205,9 (Vortag: 206,8). Die Neuinfektionen gingen ebenfalls zurück, gemeldet wurden 3.282, es gibt 23 weitere Todesfälle in Niedersachsen zu beklagen. Dies sind knapp 200 Neuinfektionen weniger als noch am Donnerstag.

Allerdings werden in Niedersachsen die Intensivstationen immer voller. Aktuell sind laut Landesregierung 10,3 Prozent (Vortag: 9,9 Prozent) der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Die Hospitalisierungsinzidenz hingegen sank leicht auf 7,0 (Vortag: 7,2). Inzwischen hat die Stadt Salzgitter den höchsten Inzidenzwert im Bundesland. Am Freitag kletterte dieser auf 407,3. Eine erste Impfung haben in Niedersachsen bisher 73,7 Prozent der Bürger erhalten, eine zweite Immunisierung 70,5 Prozent, geboostert sind 13,0 Prozent.

7-Tag-Inzidenz in Bremen sinkt: 204 Neuinfektionen im kleinsten Bundesland

Im kleinsten Bundesland Bremen sank die 7-Tage-Inzidenz am Freitag auf 203,8 (Vortag: 228,0). Dies entspricht 204 neu gemeldeten Infektionen, Todesfälle gab es keine zu beklagen. Heruntergerechnet auf die Stadt Bremerhaven ergibt sich so eine 7-Tage-Inzidenz von 236,9 (53 Neuinfektionen), für die Stadt Bremen liegt der Wert seit langem erstmals wieder unter 200 und wird am Freitag mit 197,2 (151 Neuinfektionen) angegeben.

Die Hospitalisierungsinizidenz in der Stadtgemeinde Bremen pendelte sich am Freitag bei 4,77 ein, in Bremerhaven liegt der Wert bei 8,81. Eine erste Impfung im Land Bremen haben bisher 83,3 Prozent der berechtigten Bürger erhalten, was den Spitzenplatz in Deutschland bedeutet. Auch bei den Zweitimpfungen ist das Land Bremen mit einer Quote von 80,3 Prozent ganz vorne mit dabei. Geboostert sind im kleinsten Bundesland inzwischen 14,6 Prozent.

Bei der Bekämpfung der Pandemie setzen jetzt Bund und Länder große Hoffnungen auf einen geplanten Lockdown für Ungeimpfte. Nach einer Einigung am Donnerstag sollen in den kommenden Tagen die Corona-Regeln noch einmal verschärft werden. Dann gelten unter anderem 2G-Regeln im Einzelhandel* oder auf dem Weihnachtsmarkt. Bei Missachtung der 2G-Regel drohen saftige Bußgelder. * kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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