Coronavirus

Impfen in Niedersachsen: Diese Gruppe ist jetzt dran

Die zweite Gruppe ist dran: In Niedersachsen startet die nächste Impfrunde. Wer als Nächstes gegen Covid-19 geimpft werden kann.

Ab Montag können sich neue Berufsgruppen für Impftermine gegen Covid-19 anmelden. Dazu gehören Personen die in Supermärkten, für die Polizei, Justiz, Verwaltungen und Hilfsorganisationen arbeiten. Nötig dafür sind Bescheinigungen der Unternehmen und Institutionen.

Ab Juni sollen alle Menschen in Niedersachsen, ein Impfangebot gegen Covid-19 erhalten und die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Das Ziel der Landesregierung ist es, die Impfpriorisierung möglichst schnell aufzuheben.

Diese Berufsgruppen dürfen sich nun impfen lassen

  • - Mitarbeitende von Lebensmittelgeschäften
    - Mitglieder von Verfassungsorganen
    - in relevanter Position Tätige bei Verfassungsorganen, Regierungen, Verwaltungen, Polizei, Zoll, Katastrophenschutz, Technischem Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Justiz und Rechtspflege, Medien- und Pressewesen
    - in relevanter Position Tätige bei Auslandsvertretungen, politischen Stiftungen oder Organisationen und bestimmten Einrichtungen mit Sitz in Deutschland

Bis dahin gibt es drei Stufen, in denen nach und nach alle Personen der Prioritätsgruppe 3 ein Impfangebot erhalten. Grundlage dieser Öffnungen der Terminvergabe sei die mittlerweile reibungslose Versorgung des Landes mit Impfdosen – 250.000 pro Woche oder einer Million pro Monat für die Impfzentren. Hinzu kommen die Impfungen durch Hausärzte.

Mehr als drei Millionen Menschen befinden sich in Niedersachsen in der Prioritätsgruppe 3 und sollen nach und nach Termine erhalten dürfen – sofern sie bislang aufgrund ihres Alters, einer schweren Vorerkrankung oder ihres Berufes nicht bereits eine Berechtigung dafür hatten. Derzeit werden in Niedersachsen rund 40.000 Impfungen pro Tag in Impfzentren verteilt, zusätzlich impfen Hausärzte in ihren Praxen mehr als 80.000 Menschen täglich.

Kaum Termine für Erstimpfung

Die Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Niedersachsen geraten ins Stocken, nachdem das Land vielen Menschen beschleunigt zu einem ersten Schutz verholfen hat. Diese Menschen müssten nun zuerst ihre zweiten Impfungen erhalten, ehe die Erstimpfungen wieder in gewohntem Umfang fortgeführt werden könnten, sagte Gesundheitsministeriumssprecher Oliver Grimm am Mittwoch in Hannover.

„Es wird sich das Tempo etwas verlangsamen, es wird sich aber das Tempo der Zweitimpfungen erhöhen.“ Ab Anfang Juni seien wieder verstärkt Erstimpfungen möglich. Die Opposition reagierte empört und sprach von einem Impfdebakel. In welchem Umfang wegen des Rückstaus Impfzentren Termine für Erstimpfungen absagen mussten, konnte Grimm nicht beziffern. Eigentlich hätten die Impfzentren nur Termine in das Buchungsportal einstellen sollen, für die sie bereits Impfstoff fest in Aussicht hatten.

„Wir müssen jetzt einen kleinen Puffer anlegen in den Impfzentren.“ Auf jeden Fall sei die Zweitimpfung gewährleistet, betonte Grimm. Neben den Impfzentren müssten sich auch die Arztpraxen nun vorübergehend auf Zweitimpfungen konzentrieren. „Das Verhältnis wird sich drastisch zugunsten der Zweitimpfung verschieben.“

Die Impfreihenfolge in Niedersachsen

  • - 10. Mai: Alle Menschen zwischen 60 und 69 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Menschen, die in prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen stehen
    - 17. Mai: Menschen aus der Lebensmittelbranche, der Verwaltung, der Justiz, der Polizei, den Medien sowie aus Stiftungen und Organisationen, in denen Krisenprävention geleistet wird
    - 31. Mai: Mitarbeiter an Hochschulen, Wahlhelfer, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der kritischen Infrastruktur wie Apotheken, Telefonie, Transport oder Pharmawirtschaft
    - 7. Juni (frühestens): Aufhebung der kompletten Priorisierung im Juni-Verlauf

Impfdrängler auch in Niedersachsen ein Problem

Auch in Niedersachsen kommen immer wieder Menschen in die Corona-Impfzentren, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe sind. Sowohl die Region Hannover als auch die Landkreise Göttingen, Celle und Vechta sowie die Stadt Wolfsburg teilten auf Anfrage mit, in ihren Impfzentren seien solche Versuche schon vorgekommen.

Wie viele Menschen die Impfung erhalten wollen, ohne eine Berechtigung dafür zu haben, wird vielerorts nicht erfasst. Aus Vechta hieß es allerdings, dass vor Öffnung der dritten Priorität „bis zu zehn Prozent aller angemeldeten Personen“ keine Impfberechtigung hatten. Mittlerweile seien es nur noch Einzelfälle.

Ab 17. Mai dürfen Menschen aus weiteren Berufsgruppen geimpft werden. Dazu gehören etwa die Lebensmittelbranche und die Polizei.

Die Angaben zur Kontrolle der Impfberechtigung gehen dabei auseinander. Während der Landkreis Göttingen erklärte, die Berechtigung werde nur bei der Anmeldung und nicht im Impfzentrum selbst überprüft, betonten die anderen Kommunen, dass eine Bescheinigung mitgebracht werden müsse. So steht es auch im Impfportal des Landes. „Fehlen die entsprechenden Nachweise oder sind sie offensichtlich falsch, wird die Impfung verweigert“, erklärte der Landkreis Celle. Die Termine würden dann storniert und die Abgewiesenen erneut auf die Warteliste gesetzt.

Die Reaktionen der ertappten Impfdrängler sind den Kommunen zufolge sehr unterschiedlich. „Das hängt von der Haltung der Personen ab. Wenn es ihnen um eine möglichst frühe Impfung zum Schutz vor einer Infektion geht, erreichen wir oftmals Einsehen oder Geduld bis zum Zeitpunkt der Impfberechtigung“, erklärte der Kreis Göttingen. Manchmal scheiterten die Gespräche aber auch.

„Fehlen die entsprechenden Nachweise oder sind sie offensichtlich falsch, wird die Impfung verweigert.“

Landkreis Celle. 

In Celle mussten in einigen Fällen sogar Sicherheitskräfte und die Leitung des Impfzentrums hinzugezogen werden, weil Impfdrängler „beleidigend und verbal-aggressiv“ wurden. Strafanzeigen oder Hausverbote wurden dort allerdings noch nicht verhängt.

Auch in Vecha bestand bei den meisten Dränglern laut Kommune kein strafrechtlicher Vorsatz. Das Problem sei vielmehr das Impfportal des Landes gewesen, das eine Anmeldung teils auch dann möglich mache, wenn die jeweilige Person noch nicht an der Reihe ist. „Da Personen somit einen offiziellen Termin erhalten, kamen sie auch „guten Glaubens“ zum Impftermin“, erklärte der Kreis.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/ dpa

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