Corona-Pandemie

Impf-Armbänder: GEW lehnt Einsatz an Hannovers Hochschulen ab

An der Hochschule Hannover und der Leibniz Universiät klären Armbänder über den Impfstatus von Studenten und Mitarbeitern auf. Der GEW gefällt das gar nicht.

Hannover – Laura Pooth ist sauer! „Eine öffentlich sichtbare Kenntlichmachung geimpfter Personen lehnen wir ab. Der Schutz dieser sensiblen Informationen muss elementar sein. Impf-Bändchen sind der falsche Weg“, erklärt die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Gemeint sind die bunten Impfbänder, die seit Kurzem sowohl an der Leibniz Universität als auch an der Hochschule in Hannover an Mitarbeiter und Studenten ausgegeben werden.

Gewerkschaft:Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Gründung:1948
Hauptsitz:Frankfurt am Main
Bundesvorsitzende:Maike Finnern
Landesvoristzende (Niedersachsen):Laura Pooth
Mitglieder:279.389 (Stand: 31. Dezember 2018)

Anhand der Bändchen kann identifiziert werden, wer gegen Corona geimpft oder von einer Covid-19-Infektion genesen ist. Wer keines trägt, muss nach der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen und der sogenannten 3G-Regel in allen Gebäuden der beiden Bildungseinrichtungen ein negatives Ergebnis auf einen Covid-19-Test vorlegen. Im Gegenzug fordert die Gewerkschaft, dass das Land Niedersachsen die Kosten für Corona-Tests von Studenten übernimmt.

Impf-Armbänder an Hannovers Hochschulen: Test im Testzentrum an der Leibniz Uni kostet 10 Euro

Es seien rasch technische Optionen zu finden, die den Datenschutz der Betroffenen berücksichtigen. Die Gelder für die Produktion zehntausender solcher Bändchen könnten dabei sicher gut verwendet werden, ergänzte Pooth. In diesem Zusammenhang spricht die GEW von rund 70.000 Euro, die wöchentlich dafür anfallen würden. Bisher war die Rede über Kosten von rund 15.000 Euro für bereits 50.000 bestellte Bändchen vonseiten der Universität.

Kritisch äußerte sich die GEW auch zu kostenpflichtigen Corona-Tests, die ungeimpften Studenten nun möglicherweise drohen. Im Testzentrum an der Universität Hannover koste jeder Test schon heute zehn Euro.

Die Landesvorsitzende der GEW in Niedersachsen, Laura Pooth, lehnt die an der Leibniz Universität eingeführten Impfbänder ab. Sie fordert mehr Datenschutz. (kreiszeitung.de-Montage)

„Ein Eintrittsgeld darf es an den Hochschulen nicht geben. Damit würden finanzschwache Studierende ferngehalten. Sie hätten dann nur noch die keineswegs vergleichbare Möglichkeit, ausschließlich online an Veranstaltungen teilzunehmen“, erläuterte die stellvertretende Landesvorsitzende Sabine Kiel. Zahlreiche Studierende hätten durch die drei Online-Semester bereits genug ertragen, weil sie unter anderem die Finanzierung ihres Studiums nicht mehr gewährleisten konnten.

Impf-Armbänder an Hannovers Hochschulen: Tragen der Bändchen ist freiwillig

Neben den generell zu geringen BAföG-Sätzen mache das zusätzliche Probleme, die zu einer erheblichen Zahl von Studienabbrüchen führen könnten. Das Land habe hier wie bei den Schulen eine Pflicht, die Kosten zu übernehmen, betonte Kiel.

Wie der Dekan der Fakultät Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik an der Hochschule Hannover, Wolfgang Strache, gegenüber dem NDR sagte, hätten durch die Einführung der Bändchen die Kontrollzeiten an den Türen zu den Gebäuden der Bildungseinrichtung um rund 75 Prozent abgenommen. An der Hochschule werden die Bändchen von zwei Fakultäten seit etwa zwei Wochen ausgegeben, was durch die Studenten gut angenommen würde. Das Tragen der Bändchen ist freiwillig. Die Leibniz Universität gibt die Bändchen seit dem 4. Oktober 2021 aus. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa & GEW

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