Großstädte besonders betroffen

Immobilienpreise in Niedersachsen erneut gestiegen

Hannover - Die starke Nachfrage nach Wohnungen und Häusern lässt die Preise vielerorts immer weiter steigen. Vor allem die großen Städte in Niedersachsen sind gefragt. Auf dem Land sind die Preise stabil. Experten erwarten: Viel teurer wird es nicht mehr.

Wohnen in Niedersachsen bleibt ein teurer Spaß - aber die Preise für Häuser und Wohnungen werden nach Einschätzung des Immobilienverbandes IVD Nord nur noch leicht steigen. In einigen norddeutschen Großstädten zeige sich nach den teils rasanten Anstiegen der vergangenen Jahre eine gewisse Marktberuhigung. Die Preise stiegen langsamer und die Kunden seien kritischer, teilte der Verband am Dienstag in Hannover mit.

Auch für die Mietwohnungen gelte: „Es wird nicht mehr alles zu jeden Preis angemietet“, sagte IVD-Nord-Sprecher Peter Wagner. Insgesamt seien die Preise für Grundstücke, Wohnungen, Reihenhäuser oder Einfamilienhäuser im Vergleich zum Vorjahr aber vielerorts gestiegen.

Seit zwei bis drei Jahren allerdings stiegen die Preise langsamer, in der Landeshauptstadt Hannover beispielsweise seien die Preissteigerungen in diesem Jahr unterdurchschnittlich ausgefallen. Bei den Mieten stagnierten die Preise in Hannover sogar, sagte IVD-Nord-Vorstandsmitglied Maria del Carmen Weber. Vor allem größere Wohnungen mit drei bis vier Zimmern seien aber nach wie vor knapp. Jenseits der Ballungszentren oder Feriengebieten blieben die Preise überwiegend stabil.

„Neubau, Neubau, Neubau“

Trotz der Marktberuhigung stiegen die Preise für Baugrundstücke in Niedersachsen im Durchschnitt um sechs Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich sieben Prozent, Eigentumswohnungen um rund 8 Prozent.

In guten Lagen Hannovers seien 2.650 Euro je Quadratmeter fällig - ein Plus von vier Prozent. Bei sehr guter Lage und hoher Qualität liege der Quadratmeterpreis sogar bei 3.550 Euro und damit um 1,4 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Gegen die hohen Preise helfe nur eines, betonte Wagner: „Neubau, Neubau, Neubau.“ In kleineren Städten und auf dem Land blieben die Preise für Eigentumswohnungen dagegen unverändert.

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“

Im IVD-Preisspiegel werden die Immobilienkauf- und Mietpreise für 115 norddeutsche Städte erfasst. 1.500 Mitgliedsunternehmen wurden befragt. Im vergangenen Jahr stiegen die Immobilienumsätze in Niedersachsen um gut zehn Prozent auf mehr als 18 Milliarden Euro.

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, betonte Wagner. Abseits der großen Städte gebe es aber teils einen Angebotsüberhang. Das Institut der Deutschen Wirtschaft kritisiert unlängst, auf dem Land würden zu viele Wohnungen gebaut, während die Bevölkerung dort schwinde.

Zwar seien die guten bis sehr guten Lagen in der Gunst der Käufer nach wie vor ganz oben, seit einigen Jahren wichen die Kunden aber wegen der hohen Preise auch zunehmend auf Objekte in normalen Wohnlagen und im Umland aus, berichtete der IVD Nord.

Die höchsten Preise für Bestandsimmobilien werden den Angaben zufolge landesweit im Landkreis Harburg bezahlt - der Nähe zur Metropole Hamburg wegen. Ein Einfamilienhaus mit mittlerem Wohnwert koste dort durchschnittlich 315.000 Euro, während es im benachbarten Landkreis Lüneburg rund 220.000 Euro seien.

Die Mieten seien in Hannover in den vergangenen Jahren mit Steigerungsraten zwischen einem und fünf Prozent „moderat“ angewachsen. Derzeit stabilisierten sich die Mietpreise.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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