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Immer mehr Wölfe in Niedersachsen getötet

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Von: Fabian Raddatz

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Zahl der toten Wölfe
Ein Wolf (Canis lupus) streift im Tierpark Hexentanzplatz durch sein Freigehege. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Tote Wölfe – kein seltenes Bild mehr in Niedersachsen. Die Zahl getöteter Tiere ist stark gestiegen. Die Landesjägerschaft ist darüber nicht überrascht.

Hannover – Autounfälle, Abschüsse: Der Wolf lebt in Niedersachsen gefährlich. Immer mehr der Tiere werden getötet, berichtet die Landesjägerschaft und rechnet vor: Im vergangenen Jahr wurden 43 Wölfe tot aufgefunden, 2020 waren es noch 31. Ein Anstieg von knapp 40 Prozent.

Der größte Wolfskiller dabei: Autoverkehr. Insgesamt 34 Tiere kamen dadurch 2021 ums Leben. Erst am Sonntagmorgen, 27. Februar 2022, wurde ein Wolf auf der A1 bei Oyten getötet. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Zwischenfall am Morgen auf der A1 zwischen Bremer Kreuz und der Abfahrt Oyten. Eine 22-jährige Bochumerin stieß mit ihrem Mercedes mit dem Tier zusammen, als dieses die Fahrbahn überqueren wollte. Auch im Landkreis Rotenburg wurde ein junger Wolf bei einem Verkehrsunfall getötet.

Auch mehrere Wölfe in Niedersachsen abgeschossen

Es waren aber nicht nur Verkehrsunfälle, bei denen die Tiere 2021 starben: Vier weitere Tiere wurden mit Genehmigung abgeschossen, allen voran Mitglieder eines niedersächsischen Problem-Rudels. Ein Tier starb zudem natürlich, bei weiteren vier Wölfen ist die Todesursache unklar. „Die steigenden Todeszahlen waren so zu erwarten“, sagte der Autor der Berichte, Raoul Reding von der Landesjägerschaft. Es handele sich um einen statistischen Effekt: Weil immer mehr Wölfe in Niedersachsen leben, würden auch mehr sterben.

Laut den Wolfsmonitoring-Berichten der Landesjägerschaft gibt es zurzeit 34 bestätigte Wolfsrudel in Niedersachsen. Hinzu kommen vier Einzeltiere und zwei Wolfspaare. Das Niedersächsische Umweltministerium schätzte die Population in Niedersachsen zuletzt auf rund 350 Tiere.

Der Wolf in Niedersachsen: Zwischen Abschüssen und toten Schafen

Niedersachsens Wolfspolitik steht in der Kritik: Tierschützer hatten die zahlreichen Fehlschüsse kritisiert, bei denen auch Tiere, die nicht an Schafrissen interessiert waren, getötet wurden. Zudem muss das Land nun Auskunft geben, warum es einen Wolf abschießt. Das ist vorher nicht geschehen. Doch ein Gericht urteilte: Ein Abschuss ist kein Staatsgeheimnis.

In Niedersachsens Schafställen herrscht derweil Angst. Der Wolf ist in Niedersachsen Dauerthema. Experten streiten sich darüber, ob der Wolf ins Jagdrecht muss. Denn unstrittig ist, dass er zurück ist. Und wo es Wölfe gibt, da gibt es auch Wolfsrisse: So hat ein Wolf in Niedersachsen gleich 25 Schafe getötet. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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