Rund 3500 Tiere erschossen

Immer mehr Marderhunde leben in Niedersachsen

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Im Land gibt es kaum noch Regionen, in denen der Marderhund nicht vorkommt.

Hannover - Der Marderhund breitet sich in Niedersachsen weiter aus: Im vergangenen Jagdjahr wurden 3586 Exemplare geschossen, weitere 314 Tiere kamen vorwiegend auf den Straßen ums Leben - unter dem Strich waren das mehr als je zuvor.

Zum Vergleich: Vor 20 Jahren wurden in Niedersachsen noch so gut wie keine Marderhunde erlegt, vor zehn Jahren gab es landesweit nur 957 tote Exemplare. Den Abschusszahlen nach zu urteilen sind Marderhunde am stärksten in den Landkreisen Uelzen, Gifhorn und Lüneburg verbreitet. Es folgen die Kreise Cuxhaven, Harburg und Celle. 

Landesweit gibt es kaum noch Regionen, in denen der Marderhund überhaupt nicht vorkommt. Die ursprünglich aus Ostasien stammenden Tiere waren Mitte des 20. Jahrhunderts im Westen der damaligen Sowjetunion in großer Zahl aus Pelzfarmen freigelassen worden. Seither breiten sie sich immer weiter aus. 

Die Weibchen bringen pro Wurf bis zu neun Welpen zur Welt. Hinzu kommt, dass die bis zu 80 Zentimeter langen Tiere kaum natürliche Feinde haben. Ihnen könnten hierzulande allenfalls Luchs oder Uhu gefährlich werden. 

Der Marderhund macht heimischen Arten Konkurrenz

Manche Naturschützer sehen in der Ausbreitung eine große Gefahr für heimische Tiere. „Der Marderhund als invasive Art kann natürlich in Niedersachsen vorkommenden Tierarten als Nahrungskonkurrent oder Freßfeind stark schaden“, sagt zum Beispiel Tonja Mannstedt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. 

„Größere Schäden sind nicht belegt“, meint dagegen Philip Foth vom Naturschutzbund Nabu. „Auffällig ist, dass Marderhunde in Gebieten, in denen viel Schalenwild, wie Hirsche, Rehe oder Wildschweine, geschossen werden, besonders häufig sind“, sagt Foth. „Hier profitieren sie von dem hohen Angebot von Aas in Form von Eingeweiden.“ Diese ließen Jäger nach dem Aufbrechen ihrer Beute zum Nutzen der anderen Tiere in den Revieren liegen.

dpa

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