Gerät die Impfkampagne ins Stocken?

Niedersachsen erhält im Juli weniger Corona-Impfstoff als erwartet

Nach Johnson & Johnson wird nun auch Biontech die Lieferungen seines Corona-Vakzins für Deutschland deutlich reduzieren. Auch Niedersachsen bekommt weniger Imfpstoff.

Hannover – Die Corona-Impfkampagne könnte in den nächsten Wochen in Deutschland einen Dämpfer hinnehmen müssen. Im Juli wird es deutlich weniger Impfstoff von Biontech geben. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagte. Auch Niedersachsen wird mit weniger Impfstoffdosen rechnen müssen.

Eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen nach Deutschland war für das dritte Quartal bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, allerdings nur ein leichter Rückgang. Das Bundesministerium prognostiziert nun für die erste volle Juliwoche 3,2 Millionen Biontech-Dosen - nach 5,7 Millionen für die letzte Juniwoche.

Impfquote in NIedersachsen: 49,9 Prozent
Personen mit Erstimpfung:3.992.638
Personen mit beiden Impfungen:2.141.763

Einem Bericht des Magazins „Business Insider“ zufolge soll die Impfstoffmenge in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen reduziert werden. Im Internet nennt das Bundesministerium für die zweite bis vierte Juliwoche diese Zahl auch offiziell, allerdings in Klammern gesetzt.

Zuvor war bekannt worden, dass der US-Hersteller Johnson & Johnson rund 6,5 Millionen Impfdosen weniger liefern wird als ursprünglich geplant. Grund dafür ist eine Produktionspanne in einem US-Werk, die dazu geführt hat, dass 60 Millionen Dosen vernichtet werden mussten.

Biontech liefert weniger Corona-Impfstoff: So reagiert das Gesundheitsministerium

Dass im Juli weniger Biontech-Dosen geliefert werden, stand nach Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums schon länger fest. „Die angekündigten Lieferzahlen folgen einer bereits kommunizierten Logik: Biontech hat durch eine vorgezogene Lieferung aus den Folgequartalen ermöglicht, dass im zweiten Quartal und insbesondere im Juni deutlich mehr Impfdosen geliefert werden können“, sagt Sprecher Andreas Deffner im Gespräch mit kreiszeitung.de.

Im Juli wird es deutlich weniger Impfstoff von Biontech geben.

Diese Lieferungen seien vorgezogen worden und hätten damit deutlich mehr Impfungen in diesem Quartal ermöglicht als ursprünglich angenommen. „Es war aber immer klar, dass die Gesamtmenge, die Biontech liefert, im dritten Quartal sinken und insgesamt bei 40,2 Mio. liegen wird“, heißt es. Im zweiten Quartal waren es über 50 Millionen Impfdosen.

Es liegen für den Juli seitens des Unternehmens bisher nur für die erste Juliwoche konkrete Prognosen vor. Bei der Gesamtmenge ist jedoch ein Durchschnitt von rund 3,3 Mio. zu errechnen. „Diese Zahlen wurden den Ländern gegenüber immer transparent kommuniziert“, sagt Deffner.

Weniger Impfstofflieferung auch für Niedersachsen – Ministerin kritisiert Impfstoffhersteller

Im Anschluss an die heutige Konferenz der Gesundheitsminister der Bundesländer zeigte sich Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) enttäuscht über die angekündigten Impfstofflieferungen im Juli. „Nach dem derzeitigen Stand erhalten wir für die niedersächsischen Impfzentren im Juli wöchentlich nur noch rund 200.000 Impfdosen. Diese Menge liegt noch unter der bisher verabredeten Grundlast von 235.000 Dosen pro Woche, von der wir mindestens ausgegangen waren“, sagte Behrens.

„Wir hatten uns gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden und anderen Bundesländern zuletzt für eine Erhöhung der Liefermenge ausgesprochen und sind dementsprechend enttäuscht“, so Behrens weiter. „Die Impfstoffhersteller müssen erklären, warum die angekündigten Liefersteigerungen weiter ausbleiben und endlich verlässlich liefern. Mit Blick auf den Herbst können wir uns weitere Verzögerungen bei der Impfkampagne nicht erlauben“, fügte sie hinzu.

Laut den Plänen des Gesundheitsministeriums sind ab dem 21. Juni in Niedersachsen wieder mehr Erstimpfungen geplant. Mitte Mai hatte Niedersachsen die Erstimpfungen reduziert, um sich auf die Zweitimpfungen zu konzentrieren.

Unterdessen warnte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) vor mehr Ansteckungen im Herbst aufgrund der sogenannten Delta-Variante des Coronavirus. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/ dpa

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