Ilsede trauert um die vier getöteten Kinder

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Große Schwarz-weiß-Fotos von Pia (v.l.), Noah, Lean und Lio S. stehen bei der Trauerfeier in der St.-Bernward-Kirche in Ilsede. Der eigene Vater soll die Kinder getötet haben.

Ilsede - Mit einer bewegenden Trauerfeier haben am Samstag rund 550 Menschen Abschied von den vier getöteten Geschwistern aus dem niedersächsischen Groß Ilsede genommen.

Unter den Trauergästen war auch die Mutter der Kinder. Fotos von Pia, Noah, Lean und Lio waren in der Kirche vor dem Altar platziert. Der Vater soll die fünf bis zwölf Jahre alten Geschwister vermutlich wegen Beziehungsproblemen mit seiner Frau getötet haben.

„Wir sind daran erinnert worden, dass es in unserer Welt entsetzliche Dunkelheiten gibt, von denen wir nichts geahnt haben“, sagte der evangelische Pastor Walter Faerber in seiner Traueransprache. Er stellte vor allem die Mutter der getöteten Kinder in den Mittelpunkt seiner Rede und bat die Bürger um Unterstützung für die junge Frau. Alle zusammen sollten sie darauf hinarbeiten, dass sie „wieder nur eine Bürgerin unseres Ortes ist, eine Nachbarin, jemand, über den es nicht mehr dauernd heißt: das ist die, deren Kinder damals getötet worden sind.“

Der Trauergottesdienst wurde gemeinsam von der katholischen und der evangelischen Kirche gestaltet. Über Lautsprecher wurde er auch ins Freie übertragen, wo sich allerdings wegen Regens nur wenige Bürger einfanden.

Mit einem Messer soll der Vater die Kinder vor einer Woche getötet haben. Anschließend versuchte der Mann, sich selbst zu umzubringen. Erst am Donnerstag war er aus dem künstlichen Koma erwacht, konnte aber noch nicht vernommen werden. Die Mutter befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Urlaub.

Um ihr zu helfen, haben die Bürger von Groß Ilsede nun auch eine Spendenaktion gestartet. Damit wollen sie die finanziellen Probleme lindern, die jetzt auf die junge Frau zukommen. Unterstützt wird die Spendenaktion „Vier Sterne für Ilsede“ auch durch die evangelische Kirchengemeinde.

Die Beisetzung der Kinder ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Kreis der Familie zu einem späteren Zeitpunkt geplant.

dapd

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