Gefährliche Raserei

Illegale Autorennen „gemeingefährlich“ – Zahlen aus Niedersachsen alarmieren

Die Zahl der illegalen Autorennen ist in Norddeutschland leicht zurückgegangen. Nur in Niedersachsen explodierten die Zahlen. Dennoch: Der gefährliche Trend nimmt zu.

Hamburg – Illegale Autorennen entwickelten sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Trend. Bei der verbotenen Raserei von zwei oder mehreren gegeneinander fahrenden aufgemotzten PS-Protzen auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen oder gar in Innenstädten, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Viele davon enden tödlich. Nun wurden neue Zahlen über das gefährliche Spiel mit Leben und Tod bekannt.

Name:Norddeutschland
Definition:norddeutsche Bundesländer, Bundesländer die an Nord- oder Ostsee liegen und / oder einen Seehafen verfügen, norddeutsches Tiefland
Bundesländer:Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

Illegale Autorennen: Weniger Ermittlungsverfahren in Schleswig-Holstein – erst seit 2017 Strafbestand

Insgesamt ging die Anzahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren mit Bezug zu illegalen Autorennen in Norddeutschland im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. In Schleswig-Holstein wurden 2021 bis Mitte Dezember 132 Strafverfahren wegen illegaler Autorennen eingeleitet, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Ein Jahr zuvor waren es noch 190 Fälle, 2019 noch 84 und 39 Ermittlungsverfahren wurden 2018 eingeleitet. Der sprunghafte Anstieg 2020 ließe sich damit erklären, so ein Sprecher des Landespolizeiamtes, dass der Strafbestand noch relativ neu ist und es erst nach und nach zu verstärkten Kontrollen und Verfolgung der kriminellen Aktivitäten käme. Die meisten Ermittlungen beruhen nämlich auf einer erst Ende 2017 ins Strafgesetzbuch aufgenommen Bestimmung, heißt es in der Meldung der dpa.

Illegale Autorennen: Anstieg in Niedersachsen – Rückgang in Bremen

Während nördlich von Hamburg 2021 weniger Ermittlungsverfahren wegen illegaler Autorennen eingeleitet wurden, mussten die Behörden in Niedersachsen im gleichen Zeitraum einen Anstieg dieser Taten beziehungsweise der damit verbundenen Verfahren verbuchen. Von 126 Ermittlungsverfahren im Jahr 2019, stieg die Anzahl auf unglaubliche 410 bis November 2021 an.

Im abgelaufenen Jahr 2020 waren es noch 254 Verfahren gewesen. Mit 161 Angeklagten (2021) hat sich auch dieser Wert um ein Vielfaches im Vergleich zu 2019 (53) erhöht. Die Zahlen hat das Justizministerium in der Landeshauptstadt Hannover* auf eine Anfrage hin kürzlich mitgeteilt.

Im Bundesland Bremen* kann ein vergleichbarer Anstieg wie in Niedersachsen nicht beobachtet werden. Nachdem im Jahr 63 Verfahren gegen 99 Beschuldigte eingeleitet wurden, waren es bis Dezember 2021 55 Fälle, in denen die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen 78 Beschuldigte eröffnete. 

Niedersachsen: Justiz will härtere Strafen für illegale Autorennen

Wer vollkommen leichtsinnig mit dem Leben anderer spielt, hat hinter einem Lenkrad nichts zu suchen

Barbara Havliza (CDU) Justizministerin in Niedersachen gegenüber der dpa 

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) will den Rasern nicht nur ins Gewissen reden, auch härtere Strafen sollen her. „Autorennen im Straßenverkehr sind gemeingefährlich und enden nicht selten tödlich. Das Leid der Hinterbliebenen ist erschütternd, die Taten sind an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten. Es ist deshalb gut, dass die Polizei ganz genau hinsieht und kontrolliert“, sagte die Ministerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Mildere Konsequenzen seien der Verlust des Führerscheins und das Einziehen des Fahrzeugs, so Havliza. Bei tödlichem Rennausgang könne auch eine Verurteilung wegen Mordes zu lebenslanger Haft im Raum stehen. „Die in jüngerer Vergangenheit dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs begrüße ich ausdrücklich“, sagte die Ministerin.

Für die Hansestadt Hamburg* sind keine aktuellen Zahlen bekannt. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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