Julia Klöckner will Verordnung erlassen

„Dieser Hund bringt mich vermutlich bald in den Knast“ – Internet spottet über bundesweite Gassipflicht

Wer einen Hund hat, geht mit ihm Gassi. Sollte man hoffen. Damit die Vierbeiner auch wirklich genügend Auslauf bekommen, will Bundeswirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Gassipflicht erlassen. Auf Twitter sorgt der Vorschlag für Spott.

  • Mehr Rechte für Hunde: Eine Gassipflicht soll in Kraft treten.
  • Bundeswirtschaftsministerin Julia Klöckner will eine Verordnung erlassen.
  • Auch Hundezüchter und Tiertransporte bekommen mehr Auflagen.

Berlin - Hunde sollen quasi ein Recht auf das Gassigehen bekommen – was ja eigentlich ohnehin selbstverständlich sein sollte. Julia Klöckner will nun eine Verordnung erlassen, damit Hunden wirklich ausreichend Auslauf und Betreuung garantiert wird. Hundehalter sollen laut Verordnung unter anderem dazu verpflichtet werden, ihrem Tier mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf zu geben. Natürlich im Freien und außerhalb eines Zwingers.

TierHund
Wissenschaftlicher NameCanis lupus familiaris
Lebenserwartung10 – 13 Jahre
Tragzeit58 – 68 Tage

Außerdem sollen die Vierbeiner von ihren Besitzern nicht zu lange alleingelassen werden. Eine Betreuungsperson muss sich der Verordnung zufolge „mehrmals täglich“ um das Tier kümmern. Auch strengere Regeln für Tiertransporte und Hundezüchter sind geplant.

Zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf - das soll Pflicht werden.

Demnach sollen sich private und professionelle Hundezüchter künftig mindestens vier Stunden täglich um die Welpen kümmern, damit sie sich an Menschen gewöhnen. Außerdem soll für die Hundezucht gelten, dass ein Betreuer höchstens drei Welpen-Würfe gleichzeitig betreuen darf. Welpen sollen es in den ersten beiden Lebenswochen mindestens 18 Grad warm haben und mindestens einmal täglich Auslauf bekommen. „Kettenhunde", also Hunde, die dauerhaft an Kette oder Leine gehalten werden, sollen laut Verordnung verboten werden.

Gassipflicht basiert auf neuen Erkenntnissen über Bedürfnissen von Hunden

Begründet werden die Vorschläge mit „neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Hunden“, heißt es seitens des Bundeslandwirtschaftsministerium. Für Tiertransporte innerhalb Deutschlands will Julia Klöckner festlegen, dass sie maximal viereinhalb Stunden dauern dürfen, falls die Temperaturen im Transporter über 30 Grad liegen.

Die Pläne kommen in Niedersachsen gut an. Die neue Verordnung verbessere den Tierschutz für Hunde, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gegenüber dem NDR. Auch der Landestierschutzverband Niedersachsen hält die neue Verordnung für einen guten Ansatz. Der Vorsitzender Dieter Ruhnke hätte sich allerdings bundesweit einen Sachkundenachweis für Hundehalter gewünscht, den alle vorlegen müssen, die sich zum ersten Mal einen Hund anschaffen. In Niedersachsen ist der sogenannte Hundeführerschein seit 2013 Pflicht. Im Tierheim Brinkum ist sogar ein Sachkundenachweis erforderlich, um mit dem Tierheim-Hunden Gassi gehen zu dürfen.

Gassipflicht: Behörden der Länder für Kontrollen zuständig

Doch wer soll eigentlich kontrollieren, ob Besitzer auch wirklich oft und lang genug mit ihrem Hund Gassi gehen - egal bei welchem Wetter? Laut einer Sprecherin von Julia Klöckner seien dafür die Behörden der Länder zuständig. Diese würden aber nicht bei jedem Hundebesitzer klingeln und fragen, ob er schon mit dem Hund draußen war. Im Fokus stehe vor allem die Zwingerhaltung von Hunden.

Twitter-User machen sich über Gassipflicht lustig

Auf Twitter machen sich viele lustig über die Kontrollen der Gassi-Zeit – wer soll das prüfen? Der überkorrekte Nachbar? Oder muss man eine Stoppuhr mitnehmen? Die Twitter-User bemängeln vor allem, dass eine Gassipflicht nicht viel bringe, wenn ein grundsätzlicher Hundeführerschein gar nicht nötig ist. Bei Hundehaltern, die nicht mit ihrem Tier Gassi gehen, solle man eher überlegen, ob derjenige überhaupt ein Haustier halten sollte.

Auch dass das Wohl von Nutztieren nicht umfänglicher beachtet wird, stößt auf Unmut. Und was ist eigentlich mit den faulen Hunden, die lieber pennen anstatt Gassi zu gehen? Tjaaaaa. Die Verordnung soll wahrscheinlich in den ersten Monaten des kommenden Jahres verkündet werden. Es liegt bereits ein Entwurf der CDU-Politikerin vor, der mit den Ländern und Fachverbänden abgestimmt werden soll. In Syke gab es schwere Vorwürfe gegen einen Landwirt: Tierquälerei oder Kampagne?

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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