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Horror-Unfall: Unbekannter spannt Stacheldraht auf Mountainbike-Strecke

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Von: Fabian Raddatz

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Ein Mountainbiker fährt mit seinem Fahrrad auf einem Trail im Wald.
Ein 16-Jähriger war mit Freunden in Georgsmarienhütte Moutainbike fahren, als er plötzlich einen Stacheldraht zwischen Bäumen entdeckte. Der Jugendliche stürzte und verletzte sich. (Symbolfoto) © Philipp von Ditfurth/dpa

Wer tut so etwas? Ein Unbekannter hat auf einer Mountainbike-Strecke in Niedersachsen Stacheldraht gespannt. Ein 16-Jähriger wurde verletzt.

Georgsmarienhütte – Einen echten Horror-Unfall hat Tim Litzba erlebt: Der 16-Jährige war mit Freunden am Dörenberg im niedersächsischen Georgsmarienhütte nichtsahnende Mountainbike fahren, als er hinter einer Kurve bemerkt, dass da etwas zwischen zwei Bäumen gespannt war: Stacheldraht!

Der Jugendliche schafft es noch rechtzeitig abzubremsen, stürzt aber schwer, prellt sich die Rippen und verletzt sich an Schienbein und Fußgelenk. „Es hätte aber noch viel schlimmer kommen können“, sagte Litzba der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). 40 oder 50 km/h hätte er drauf gehabt – wäre er damit in den Stacheldraht gefahren, hätte das aus lebensgefährlich ausgehen können.

Stacheldraht auf Mountain-Bike-Strecke in Georgsmarienhütte gespannt: „Das ist schon kriminell“

Litzba und seine Freunde reagierten sofort, entfernten den Stacheldraht und warnten andere Mountainbiker in Internetforen vor weiteren möglichen Stacheldraht-Fallen. Der 16-Jährige will mit seinen Eltern nun Strafanzeige stellen.

Friedrich Gleissner, Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zur NOZ: „Das ist schon kriminell, Stacheldraht zwischen Bäumen aufzuhängen.“ Auch in der Vergangenheit habe es solche Stacheldraht-Fallen im Wald gegeben. „Dies ist aber eine rote Linie für uns, wenn solche Attacken auf Sportler erfolgen. Auch wir versuchen hier eine akzeptable Lösung mit allen Beteiligten zu finden.“

Unbekannter spannt Stacheldraht: Das Werk eines Moutainbiker-Hassers?

Bereits seit Jahren würden sich Mountainbiker in der Region eigene Strecken im Wald wünschen. Derzeit fahren sie auf illegalen Wegen – unter größter Vorsicht, da auf einigen Abschnitten kleine Baumstämme platziert wurden. Die Stacheldraht-Falle, die Racheaktion eines Mountainbiker-Hassers?

Immerhin richten die Mountainbiker auch gewaltigen Schaden im Wald an, verletzten Baumwurzeln, zerstören Bodenschichten und schrecken die Tiere auf. „Wir hoffen, dass es bald endlich eine Lösung gibt und legale Trails angelegt werden können“, sagt Litzba in der NOZ. Er habe mit anderen Bikern eine Unterschriftenaktion gestartet.

Immer wieder kommt es zwischen Mountainbikern und anderen Waldbesuchern zu Konflikten, auch in anderen Teilen Niedersachsens: In Syke (Landkreis Diepholz) haben Unbekannte eine Biker-Anlage eines Vereins verwüstet. Diverse Fahrrad-Rampen sowie selbst gebaute Trainingsgeräte seien beschädigt worden. Den Schaden schätzt die Polizei auf 1000 Euro. Wer für den Vandalismus im Klosterwald im Landkreis Nienburg verantwortlich ist, ist unbekannt.

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