Gruseln ohne Horror:

In Hooksiel spuken Geister in ehemaliger Kirche

+
Ein Junge lässt sich im Gruseleum nach seinen Wünschen schminken.

Hooksiel - Von Amelie Richter. Mit dem Herbst beginnt die dunkle Jahreszeit - Hochzeit für düstere Wesen wie Hexen und Henker. Im friesischen Hooksiel haben sich die Geister im „Gruseleum“ versammelt. Das Spukhaus war die Idee eines Achtjährigen, nachdem er von anderen Geisterbahnen enttäuscht war.

 Gespenstisches geht in einem ehemaligen Gotteshaus in Friesland vor sich. Die Fenster sind verrammelt, kein Strahl Tageslicht dringt in das Innere. In einer Ecke des Hauptraums kocht eine Hexe ein giftgrünes Süppchen. Die Zauberin und viele andere unheimliche Gestalten habe es sich im „Gruseleum“ in Hooksiel bequem gemacht. Die begehbare Geisterbahn war die Idee des achtjährigen Elias. Nach einem enttäuschend langweiligen Besuch in einem Spukhaus auf der Kirmes beschloss er, mit seinem Vater ein eigenes Grusel-Museum zu eröffnen. In den dunklen Herbsttagen hoffen sie auf viel Besuch und tüfteln an neuen „Spukkomponenten“.

„Mein Name ist Igor“, empfängt ein schwarz gekleideter Mann die Besucher. „Ich passe auf, dass die Gestalten nicht herauskommen. Aber ihr könnt rein, wenn ihr euch traut.“ Dann lupft er den schweren Vorhang, der den Weg in den Hauptraum versperrt. „Ab und zu mal durchzählen“, gibt Igor der Familie noch mit auf den Weg. Das vermeintliche Geschöpf der Nacht heißt in Wirklichkeit Klaus Minkner. Der Kaufmann ist Betreiber der begehbaren Geisterbahn. Vor gut zwei Jahren hatte sein Sohn die Idee für das „Gruseleum“.

Nach einjähriger Suche fand Minkner eine leerstehende kleine Kirche, die von Außen jedoch eher wie ein normales Wohnhaus aussieht. „Das war Zufall“, sagt der 48-Jährige. Von der Größe her passe die Immobilie, er habe nicht gezielt nach einem Gotteshaus gesucht. Der Umbau dauerte rund drei Monate, bevor das Gruselhaus mit gut 3000 Exponaten im April seine Türen öffnete. Seitdem kümmert sich die ganze Familie darum - in ihrer Freizeit. Zwischen 30 und 40 Arbeitsstunden steckt Klaus Minkner alias Igor pro Woche in die Geisterbahn. Wie viel ihn das Hobby gekostet hat, möchte er nicht sagen. Für das Gruselhaus müssen die Gäste Eintritt zahlen. Gewinne werfe die Spukeinrichtung laut Minkner jedoch noch nicht ab.

Wie weit der Spukspaß gehen soll, ist für ihn klar: Grusel ja, Horror nein. „Darunter fällt alles, was mit Gewalt zu tun hat. Das lehnen wir ab.“ Einen abgetrennten Kopf gebe es zwar im „Gruseleum“, die Gäste werden jedoch zu keiner Zeit körperlich bedroht. „Das wäre mir auch zu billig“, sagt Minkner. Es sei viel schwieriger jemanden zu begruseln, als ihn in Angst und Schrecken zu versetzen.

Deshalb ist das Programm der Gruselkirche altersgerecht aufgeteilt. Am Nachmittag ist das „Gruseleum“ für Familien und Kinder geöffnet. Es gehe hier mehr darum, den Kleinen die Angst zu nehmen und ihnen keine zu machen. Am Abend dürfen Jugendliche und Erwachsene dann Gänsehaut bekommen, wenn verkleidete Schauspieler das Labyrinth in der Kirche bevölkern. „Es sind auch schon Männer schreiend davon gelaufen“, sagt Minkner. Darüber freue er sich schrecklich. Zusammen mit seinem Sohn denke er ständig darüber nach, welche Neuerungen den Gästen gefallen könnten. Für die kommende dunkle Jahreszeit seien bereits einige neue „Spukelemente“, wie Minkner sie nennt, in Planung.

dpa

Gestörte Feier nach Wolfsburger Rettung in Braunschweig

Gestörte Feier nach Wolfsburger Rettung in Braunschweig

Puzzle-Action und Stress auf dem Bau

Puzzle-Action und Stress auf dem Bau

Kooperationsspiele im Aufwind

Kooperationsspiele im Aufwind

Von wegen untendrunter: Unterwäsche trägt man nun sichtbar

Von wegen untendrunter: Unterwäsche trägt man nun sichtbar

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer zwei Mal mit überhöhtem Tempo erwischt

Motorradfahrer zwei Mal mit überhöhtem Tempo erwischt

Junger Mann ertrinkt im Silbersee in Langenhagen

Junger Mann ertrinkt im Silbersee in Langenhagen

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Lasterfahrer baut betrunken Unfall

Lasterfahrer baut betrunken Unfall

Kommentare