Hoffnung für Emder Nordseewerke - aber noch keine Lösung

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Nordseewerke Emden

Emden - Im ostfriesischen Emden geht die Leidensgeschichte der Nordseewerke weiter. Die Belegschaft hat auch nach einer Betriebsversammlung noch keine Klarheit. Stattdessen gibt es immerhin erste positive Signale.

Für die insolventen Nordseewerke Emden Shipyard gibt es einen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die drohende Pleite. "Ich hoffe, dass es übers Wochenende gelingt, eine Lösung für die Arbeitsplätze und auch die Fortführung der Nordseewerke zu finden", sagte der Emder IG Metall-Geschäftsführer Michael Hehemann am Freitag nach einer Betriebsversammlung. Die Leitung des Unternehmens habe sich relativ optimistisch geäußert und auch einen möglichen Weg skizziert. Dabei habe sie Informationen der "Emder Zeitung" bestätigt, wonach fünf Aufträge für das kommende Jahr in Aussicht stünden.

Auch Geschäftsführer Ralf Bolenz bestätigte, dass es durchaus positive Signale gebe. "Allerdings ist noch nicht alles in trockenen Tüchern", sagte er. Bolenz betonte: "Wir sind alle guter Dinge, dass es zu einer Lösung kommen kann; alles hängt aber noch von den Verhandlungen ab." Dazu gehörten auch noch Gespräche zwischen Gesellschaftern, dem Insolvenz-Sachwalter und dem Amtsgericht. Diese Verhandlungen könnten sich unter Umständen sogar noch ein paar Tage hinziehen.

Mit dem Monatsende endet offiziell die Frist für die Zahlung des Insolvenzgeldes, nachdem das 2015 gegründete Nachfolgeunternehmen Nordseewerke Emden Shipyard (NES) Mitte August Insolvenzantrag in Eigenregie gestellt hatte. Auch das Wirtschaftsministerium in Hannover hatte sich noch vor wenigen Tagen optimistisch geäußert, dass die betroffenen Mitarbeiter in Beschäftigung bleiben.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte Ende August allerdings nach Gesprächen mit der Unternehmensspitze gemahnt, dass innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen eine tragfähige Lösung gefunden werden müsse. Er wolle das jetzige Insolvenzverfahren von Hannover aus intensiv begleiten.

Das Schiffbauunternehmen ist zum dritten Mal insolvent, will sich nach Angaben des Investors Patrick Hennings-Huep aber neu ausrichten und mehr Militäraufträge ergattern. Die frühere Traditionswerft Nordseewerke zählte einst zu den größten deutschen Marinewerften mit insgesamt bis zu 5000 Beschäftigten. 1974 hatte Thyssen dann die Werft übernommen und 2010 wieder verkauft.

Nach dem letzten Stapellauf 2009 und einem zweiten Insolvenzantrag im Jahr 2015 wurde der Schiffbau eingestellt. Seitdem arbeiten das Nachfolgeunternehmen der Nordseewerke und ein Werft- und Dockbetrieb auf dem Hafengelände der Stadt.

dpa

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