Corona-Pandemie

Höchste Corona-Inzidenz bundesweit: Was macht Emden dagegen?

Emden in Ostfriesland hat mit einem Corona-Inzidenzwert von 128,2 den höchsten in ganz Deutschland. Die Stadt hat drei Infektionsherde ausgemacht.

Emden – Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Stadt Emden in Ostfriesland am Donnerstag, 3. Juni 2021, den höchsten Inzidenzwert bundesweit verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, lag allerdings mit 128,2 deutlich unter dem Wert des Vortages (138,2).

Damit löst Emden trotzdem den Landkreis Hildburghausen in Thüringen ab, der am Donnerstag einen Inzidenzwert von 126,6 erreichte.

Stadt in Niedersachsen:Celle
Fläche:112,36 Quadratkilometer
Einwohner:49.913 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:04921
Oberbürgermeister:Tim Kruithoff (parteilos)

Nach Angaben der Emder Stadtverwaltung sind viele Fälle vor allem drei Infektionsherden zuzuordnen. Darunter sind etwa Ansteckungen in einer Pflegeeinrichtung und in einem Betrieb. Auch die Mitarbeiter eines Betriebes außerhalb von Emden, die aber in der Stadt wohnen, sind laut der Verwaltung verantwortlich für den hohen Inzidenzwert.

Die kleine kreisfreie Stadt mit 50.000 Einwohnern verwies zuletzt auch auf die rechnerischen Schwankungen der hochgerechneten Inzidenz. 

Emden hat die höchste Corona-Inzidenz bundesweit: Drei Infektionsherde sind hauptverantwortlich

Alleine die Infektionen aus den drei Herden seien mit 72 Punkte in der aktuellen 7-Tage-Inzidenz enthalten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Alle weiteren Infektionen verteilten sich auf kleinere Cluster in und um Familien.

Doch wie will man in der kleinen ostfriesischen Stadt dem krassen Infektionsgeschehen nun Herr werden? „Grundsätzlich werden alle infizierten Personen und mindestens die Kontaktpersonen, die mit Infizierten zusammen in einem Haushalt leben, vor Entlassung aus der Quarantäne getestet“, erklärt dazu die Stadtverwaltung.

Bei Infizierten führten diese Tests überwiegend zu einer Bestätigung der überwundenen Infektion, aber in einigen Fällen – die Stadtverwaltung geht von etwa 20 Prozent aus – müssten Quarantänemaßnahmen auch verlängert werden, wenn eine Infektiosität noch gegeben sei.

Emden hat den höchsten Inzidenzwert bundesweit: Virusmutanten sorgen für hohe Viruslast

„Leider stellen wir mit der Virusmutation auch in einigen Fällen bei Kontaktpersonen, deren erste Tests noch negativ waren, beim Entlassungstest eine Ansteckung und damit eine Neuinfektion fest“, so die Verwaltung weiter.

Gestern seien dies mit 8 der 20 festgestellten Neufälle ungewöhnlich viele und einige zudem mit hoher Virenlast. Dies belege die Wichtigkeit dieser Entlassungstests, auch wenn sie kurzfristig zu einer Erhöhung der Fallzahl und damit der Inzidenz führten. 

Niedersächsische Stadt meldet höchste Inzidenz bundesweit: Das sagt der Oberbürgermeister von Emden

„Ich verstehe, dass die Geduld der Menschen nach fast anderthalb Jahren Pandemie endlich ist“, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos). Es mache unzufrieden, dass überall die Inzidenzwerte heruntergehen und nur in Emden erfolge ein stetiges Auf und Ab.

Selbstverständlich mache es unzufrieden, dass man in der Stadt ausgerechnet jetzt ein solches Infektionsgeschehen habe, „wo wir eine lange Zeit in der Pandemie die geringsten Werte in Deutschland hatten.“

Mit einer Inzidenz von 128,2 verzeichnet die Stadt Emden in Ostfriesland den höchsten Wert in ganz Deutschland. (Symbolbild)

„Das derzeitige Infektionsgeschehen fordert nochmal alles von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – insbesondere im Gesundheitsamt. Die Kolleginnen und Kollegen dort wünschen sich ebenfalls dringend eine Entspannung der Lage, um mal einen Tag früher nach Hause zu kommen oder ein ungestörtes Wochenende zu verbringen“, unterstrich Kruithoff.

Weiter: „Am Ende stellen sie die Infektionen nur fest und sind nicht für sie verantwortlich. Gemeinsam haben wir in der Vergangenheit und tun auch heute alles dafür, dass sich die Situation auch in Emden bald entspannt. Bleiben wir bitte achtsam und solidarisch!“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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