Piep-Ei und Liegestuhl

Hochschulen wollen das Wir-Gefühl mit Merchandise stärken

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Binanca Lühring, Pressesprecherin der Bremer Uni, führt im Merchandising-Lager der Universität in Bremen, eine mit dem Uni-Logo bedruckte Kaffeetasse vor. Das Sortiment an Werbemitteln der niedersächsischen Uni-Shops wird immer üppiger.

Hannover/Bremen - Von Berit Böhme. Viele Studierende tragen ihre Universität buchstäblich mit sich herum. Taschen, Sweatshirts und Kugelschreiber mit Hochschul-Logo sind an vielen niedersächsischen Universitäten begehrt.

Einst prangte das Wappen einer Hochschule höchstens auf dem Briefkopf oder der Krawattennadel. Heute ziert es Kapuzenpullover aus Biobaumwolle, wasserfeste Fahrradtaschen, Babystrampler, USB-Sticks oder Eieruhren. Das Sortiment der Uni-Shops im Nordwesten wird immer üppiger. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

„Besonders gefragt sind Kleidungsstücke wie Hoody (Kapuzenpulli), Jacke, Shirt, die in verschiedenen Farben mit zwei verschiedenen modernen Logo-Schriftzügen kombiniert werden können. Wichtig ist, dass die Sachen hochwertig und von guter Qualität sind“, sagt Wilfried Grunau von der Hochschule Emden/Leer. Das bestätigt auch Romas Bielke von der Universität Göttingen. „Schwerpunkt sind nach wie vor Textilien. Hier hat sich die Nachfrage von T-Shirts in Richtung Kapuzenpullis (Hoodies) verlagert.“ Im Shop der Leibniz-Uni Hannover sind unter anderem atmungsaktive Laufklamotten und Shirts aus recycelten PET-Flaschen begehrt.

Ann-Christine Wöhler trägt vor einem Gebäude der Universität in Osnabrück ein Hoodie im College Style. Das Sortiment an Werbemitteln der niedersächsischen Uni-Shops wird immer üppiger.

Die Technische Universität Braunschweig verzichtet hingegen auf Textilien. Dafür hat sie einen feuerroten Liegestuhl im Sortiment. Besonders gefragt sind in Braunschweig laut Sprecherin Ulrike Rolf Klassiker wie Blöcke, Kugelschreiber und Mappen. Keep Cups, also Thermobecher, zählen zu den Verkaufsschlagern an der Uni Osnabrück. An der Ostfalia in Wolfenbüttel greifen die Studierenden und Angestellten am liebsten zu Schreibwaren, Plüschtieren und dem „Piep-Ei“. Letzteres ist eine Eieruhr, die im Pott mitkocht und je nach gewünschtem Härtegrad verschiedene Popsongs spielt. Manche Artikel sind Ladenhüter. „Krawatten werden nicht mehr nachgefragt“, sagt Bianca Lühring von der Universität Bremen.

In Osnabrück ist die Produktgestaltung auch Studieninhalt. „Wir arbeiten regelmäßig mit dem Fach Kunst zusammen, in deren Seminare die Studierenden neue Designs entwerfen, die von uns gekauft und produziert werden können“, sagt Pressesprecher Utz Lederbogen.

Obwohl die Werbeprodukte so beliebt sind, spülen sie kaum Geld in die Hochschulkassen. „Der Gewinn fällt marginal aus und fließt in die allgemeine Hochschulkasse“, sagt Lühring. „Die Ziele des Unishops sind, die Corporate Identity der Universität zu stärken und die Außenwahrnehmung der Universität zu steigern“, heißt es in Osnabrück. „Wir wollen das Wir-Gefühl stärken“, sagt Grunau von der Hochschule Emden/Leer. „Eine hohe Identifikation mit der eigenen Hochschule wirkt motivierend auf Einzelne und ist eine wichtige Basis für ein gut funktionierendes und vertrauensvolles Miteinander.“

dpa

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