Friedrich Wendt aus Niedersachsen

Deutschlands jüngster Gymnasiast: Ein Hochbegabter als Überflieger

Friedrich Wendt aus Niedersachsen ist erst acht Jahre alt und ein ungemein kluges Köpfchen. Ab Sommer besucht er die 10. Klasse am Gymnasium. Seine Geschichte.

Als Friedrich eineinhalb Jahre alt ist und bereits anfängt, zu lesen und zu schreiben, denken seine Eltern, das ist normal. Schließlich ist Friedrich ihr erstes Kind und sie haben keinen Vergleich.

Doch als er mit drei Jahren schon die analoge Uhr versteht, sind auch sie verwundert. „Das war schon beeindruckend, normalerweise lernen Kinder das erst mit sechs oder sieben Jahren“, erinnert sich sein Vater, Wilfried Wendt. Damals lebt die Familie in Gifhorn.

Linda Lahles (22 Jahre) aus Hoya ist auch hochbegabt – sieht das aber eher als eine Strafe * als ein Geschenk.

Hochbegabt: Friedrich ist erst acht und schon Gymnasiast. (kreiszeitung.de-Montage)

Nach einem Umzug in die USA wird erstmals ein Test mit Friedrich gemacht. Er ist damals dreieinhalb Jahre alt. „Man sagte uns, er sei auf dem Niveau eines Drittklässlers in Mathematik und in Sprachen.“ Nicht viel später geht er zur Schule.

Mit vier Jahren kommt das hochbegabte Kind bereits in die zweite Klasse, in Mathematik sogar in die vierte. „Sein Verständnis von Mathematik war sofort da und er schnell gelangweilt. Er hat mich oft gefragt, warum er in die Schule gebracht wird, wenn er da gar nichts lernen kann“, erinnert sich sein Vater. Das Überspringen einiger Klassen bringt Besserung.

Mit acht Jahren aufs Gymnasium und direkt in die zehnte Klasse

Im Sommer soll der achtjährige Junge auf ein Gymnasium in NRW gehen. In Mathematik steigt er in der zehnten Klasse ein, dabei wäre er in seinem Alter erst in der zweiten oder dritten Klasse. Er ist damit Deutschlands jüngster Gymnasiast. Sein IQ liegt bei etwa 180, was statistisch gesehen einmal unter 15 Millionen Menschen vorkommt. Auch Friedrichs sechsjähriger Bruder Richard ist mit einem IQ von 155 hochbegabt.

Der Junge aus Niedersachsen habe ein unglaubliches hohes Merkverständnis. „Er arbeitet komplett selbstständig und hat eine hohe Kompetenz beim Lösen von Problemen“, sagt sein Vater. Belehrt werden wolle er jedoch nicht. Im Alltag falle seine Hochbegabung gar nicht groß auf. „Er ist noch ein Kind und verhält sich auch so.“

Bisher hat er zum Glück noch keine gravierenden Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Aber natürlich ist uns bewusst, dass es dazu kommen kann.

Wilfried Wendt, Vater des hochbegabten Jungen aus Niedersachsen

Seine Eltern sind stolz auf ihn. Trotzdem gehen mit der Hochbegabung auch Herausforderungen einher. „In der Schule ist er immer der jüngste. Bisher hat er zum Glück noch keine gravierenden Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Aber natürlich ist uns bewusst, dass es dazu kommen kann“, sagt Vater Wilfried.

Die Familie hoffe und vertraue aber darauf, dass die Schule einen Blick darauf hat. „Tendenziell ist Friedrich ein Einzelgänger. Er lebt in seiner eigenen Welt und ist sich darüber bewusst, dass er anderen Kindern kognitiv überlegen ist.“ Er habe ein stabiles Selbstbewusstsein.

  • Was ist Hochbegabung?
  • Hochbegabung ist ein komplexes Phänomen, das sehr unterschiedlich zum Ausdruck kommen kann und nicht einfach zu bestimmen ist. Von intellektueller Hochbegabung spricht man, wenn das abstrakt logische Denken besonders ausgeprägt ist. Sie kann in unterschiedlichem Ausmaß und auch als Teilbegabung wie im sprachlichen, mathematischen, figurativen oder technischen Bereich deutlich werden.
  • Daneben gibt es verschiedene Begabungen wie musikalische, künstlerische, praktisch instrumentelle, sportliche oder soziale. Für die kognitive Intelligenz gibt es kein absolutes Maß. Auch der Intelligenzquotient (IQ) misst nur einen relativen Wert, mit dem die Leistungen eines Menschen innerhalb der Bandbreite der Leistungen seiner Altersgruppe positioniert werden. Der IQ gibt lediglich eine Disposition an, daher eine Voraussetzung für schulische Leistungen. Für die Umsetzung dieses Potenzials müssen jedoch entsprechend günstige Umfeldbedingungen gegeben sein.

Für die Eltern ist der Umgang mit der Hochbegabung nicht immer einfach: „Keine Frage. Wir freuen uns natürlich. Aber der Aufwand ist deutlich höher“, sagt der Vater. Die Familie sei ständig im Austausch mit der Schule, um zu schauen, ob es für Friedrich noch passe. „Wir richten unser Leben danach aus, wo Friedrich zur Schule gehen kann. In Niedersachsen gibt es keine Schule, die er so besuchen könnte, wie geplant.“ Damit seien auch höhere Kosten, etwa für eine Zweitwohnung, verbunden.

Doch das sei auch wichtig. „Wir haben früh gelernt, dass es nicht geht, ein hochbegabtes Kind im normalen Schulbetrieb zu lassen“, sagt er. „Sie müssen Klassen überspringen, weil sie sonst unterfordert sind.“ Pläne für die Zukunft schmiedet der achtjährige Junge auch schon: Er will gerne in die Forschung oder Medizin und das Leben von Menschen verlängern.

Eine Hochbegabung klingt erstmal toll - kann allerdings im Alltag auch zu Probleme führen. Wichtig sei, dass Eltern die besondere Begabung des Kindes erkennen * und schätzen.

Wer einen Intelligenzquotienten von 130 und mehr hat, gilt als hochbegabt. Im Job eigentlich eine tolle Sache. Schnelldenker sind oft leistungsstark. Doch Hochbegabte kämpfen mit Vorurteilen, wie eine neue Studie * zeigt. Viele halten sie für sozial inkompetent.

* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © privat & Hauke-Christian Dittrich/dpa

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