Michel Beyersdorf will den Sieg

Hildesheimer Sportler bereiten sich auf die Special Olympics vor

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Michael Beyerdorf auf dem Röderhof in Hildesheim - bei den Special Olympics tritt er mit Stute Donna an.

Hildesheim - Donna läuft unruhig im Kreis, während sich ihre Ohren wie Sensoren nach neuen Geräuschquellen ausrichten. Normalerweise wird sie zu dieser Zeit nicht aus dem Stall geholt. Ein sanftes, aber bestimmtes "brrr" klingt aus Michel Beyersdorfs Mund, der im Sattel der schwarzen Alt-Oldenburger Stute sitzt.

„Ich mache einfach „brrr“, dann ist sie ruhig“, sagt der schlanke junge Mann. Der 24 Jahre alte Reiter bereitet sich mit seinem Erfolgspferd Donna auf die Special Olympics Landesspiele vor. Von 14. bis 16. Juni treffen sich Menschen mit geistiger Behinderung aus ganz Niedersachsen für die Wettbewerbe in Hildesheim. 

Reiten ist bei den Landesspielen in diesem Jahr das erste Mal dabei. Außerdem werden rund 1000 Athleten in acht weiteren Sportarten gegeneinander antreten, zum Beispiel beim Schwimmen, Fußball, Judo oder Tischtennis. 

Speziell angepasste Dressuraufgaben

Bei den Bundesspielen im vergangenen Jahr in Hannover erreichte Beyersdorf den zweiten Platz. Da war Donna krank und er musste kurzfristig auf Paul umsatteln. „Das war nicht so einfach“, erinnert er sich. Umso mehr freut er sich, diesmal auf Donna reiten zu können. 

19 Reiter und 51 Voltigierer sollen bei dem Turnier an den Start gehen, erklärt Susanne Schmitt. Sie ist die Leiterin der Reittherapie auf dem Röderhof, wo Beyersdorf arbeitet und trainiert. Außerdem organisiert sie das Reitturnier mit. 

„Die Dressuraufgaben sind speziell für geistig Behinderte angepasst“, sagt Schmitt. Dazu werden die Teilnehmer in drei Levels von A bis C eingeteilt. Beyersdorf wird in der schwierigsten Kategorie A antreten, in der die Teilnehmer die Aufgaben auch im Galopp reiten. Wenn er nicht auf dem Röderhof mit Donna trainiert, Stall ausmistet oder den Hausmeistern hilft, arbeitet er in den Werkstätten der Lebenshilfe in Hildesheim. Genauso wie Yasmin Stich, die dort Verpackungen für Drogerieartikel herstellt. 

Gespannt, aber nicht aufgeregt

Yasmin Stich trainiert für die Special Olympics.

Die 23-Jährige trainiert seit einiger Zeit Tischtennis in den Einrichtungen der Lebenshilfe in Hildesheim. An der Wand in der Sporthalle ist ein Trainingsplan an die Tafel geschrieben. Auf drei Tischtennisplatten sausen die weißen kleinen Bälle zwischen den Spielern hin und her. „Ich habe zu Hause mit einer Freundin geübt“, sagt die junge Frau mit den braunen Locken. Ob sie schon aufgeregt ist? „Gar nicht“, sagt sie und lächelt. „Nur wenn es darum geht, wie das Ganze abläuft, oder was wir anziehen“, fügt Sportlehrerin Birgit Meyer hinzu. Für Stich ist der Wettbewerb eine Premiere, sie hat noch nie an den Spielen teilgenommen. 

Reiter Beyersdorf hat da schon mehr Erfahrung. „Michel hat auch schon bei integrativen Turnieren mit Nicht-Behinderten teilgenommen“, sagt Reittherapeutin Schmitt, „er ist sozusagen unser Star-Reiter“. Beyersdorf wirkt ganz entspannt im Gegensatz zu seinem Pferd Donna, das den Fotografen auf der Wiese beim Fotoshooting vor sich hertreibt. Vielleicht ist das das Erfolgsrezept von Reiter und Pferd - Gegensätze ziehen sich an.

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