„Töte die Taxifahrerin“

Junge Leute wegen Mordversuchs vor Gericht

Hildesheim - Mit einem Elektroschocker und Psychoterror sollen junge Leute einen Kumpel dazu getrieben haben, auf eine Taxifahrerin einzustechen. Wegen Mordversuchs stehen die fünf nun vor Gericht. Lässt sich das alles mit zu viel Alkohol erklären?

Blutiges Ende einer Geburtstagsparty mit viel Alkohol: Wegen eines versuchten Mordes an einer Taxifahrerin müssen sich fünf junge Leute seit Montag vor dem Landgericht in Hildesheim verantworten. Aus Verärgerung darüber, dass die Fahrerin die Gruppe mangels Platz nicht mitnahm, aber dennoch für die Anfahrt kassierte, sollen zwei der Angeklagten den 18-jährigen mutmaßlichen Haupttäter laut Anklage dazu gedrängt haben, die Frau zu töten.

Unter einem Vorwand soll der 18-Jährige die Fahrerin erneut gerufen und ihr kurz nach der Abfahrt mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Die 57-Jährige überlebte nur, weil sie sich kräftig wehrte. Auf der Anklagebank sitzen vier Schüler und ein Altenpfleger sowie eine Schülerin der elften Klasse, die in der Tatnacht Ende Januar ebenso dabei war. Die Anklage wirft den jungen Menschen im Alter zwischen 17 und 22 Jahren versuchten Mord, Anstiftung zum Mord sowie Körperverletzung vor.

Mit zitternden Händen hält die Schülerin ein Papier vor ihr Gesicht, um sich vor den Pressefotografen zu verbergen. Der kahlgeschorene junge Mann, den die Anklage für den Hauptanstifter zu der beinahe tödlichen Racheaktion hält, wippt nervös mit dem Bein. Zwei andere haben sich die schwarzen Kapuzen ihrer Pullis über den Kopf gezogen. So nichtig der Anlass für die Bluttat scheint, umso brutaler waren laut Anklage der psychische Druck und die körperliche Gewalt, mit denen die Gruppe den 18-Jährigen zur Tat trieb.

Weil er der Taxifahrerin - sie hätte vom Alter her seine Mutter sein können - die verlangten Anfahrtskosten zahlte, hänselte ihn die Gruppe. Der Hauptdrahtzieher regte sich zunehmend auf. Mit einem Elektroschocker sollen er und ein Kumpel den 18-Jährigen traktiert haben - der fragte, wie er es wieder gutmachen könne. „Töte die Taxifahrerin, stich sie ab“, soll da der Mitangeklagte laut Anklage verlangt haben. Ob der viele Alkohol dazu führte, dass bei keinem der fünf irgendwann die Alarmglocken schrillten, wird im Prozess ein Sachverständiger zu klären versuchen.

In der Tatnacht soll der 18-Jährige gezielt dieselbe Fahrerin angefordert haben, er müsse noch ein klärendes Gespräch führen. Nichtsahnend kam die 57-Jährige - einer der Angeklagten soll noch am Straßenrand Ausschau gehalten haben, um dem zusätzlich unter Drogen stehenden 18-Jährigen grünes Licht zu geben. Kurz nach der Abfahrt soll er die Fahrerin zum Wenden aufgefordert und mit einer 16 Zentimeter langen Klinge zugestochen haben. Weil die Frau reflexartig nach dem Arm des Täters griff und stärker war, sei es ihr gelungen, weitere Stiche abzuwehren, so der Staatsanwalt.

Nach kurzer Flucht klickten für den Messerstecher die Handschellen. Die Schülerin und der Altenpfleger sind mitangeklagt, weil sie weder die Polizei noch die Taxifahrerin vor den Mordplänen warnten. Um die Entwicklung der jungen Menschen zu schützen, wurde die Öffentlichkeit nach der Anklageverlesung vom Prozess ausgeschlossen.
dpa

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