Kraftakt ohne besondere Vorkommnisse

20.000 Menschen dürfen nach Bombenentschärfung wieder nach Hause

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Die Weltkriegsbombe in Hildesheim konnte erfolgreich entschärft werden.

Hildesheim - Warten in der Notunterkunft: Ohne besondere Vorkommnisse konnten Spezialisten eine Bombe in Hildesheim entschärfen. Es war trotzdem ein Kraftakt: 20.000 Menschen mussten ihr Zuhause nachts verlassen.

Rund 20.000 Menschen haben in der Nacht zu Donnerstag in der Hildesheimer Innenstadt wegen einer Bombenentschärfung ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Spezialisten entschärften die Weltkriegsbombe ohne Probleme, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Die betroffenen Anwohner konnten am frühen Morgen in die eigenen vier Wände zurückkehren. 

Der 250 Kilogramm schwere Sprengsatz war am Mittwochnachmittag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Ein Bagger war an einem Wall nahe der Friedrich-List-Schule in der Innenstadt plötzlich auf Metall gestoßen. Weil die Fundstelle oberirdisch lag, habe die Polizei ein größeres Sperrgebiet von einem Kilometer rund um den Fundort eingerichtet, sagte ein Polizeisprecher.

Sperrbezirk im Stadtzentrum

Der Sperrbezirk lag im Zentrum der Stadt, betroffen war auch der Hildesheimer Dom. Er steht nur 600 bis 700 Meter Fußweg von dem Bombenfund entfernt. Bei ersten groben Schätzungen war die Stadt zunächst von halb so vielen Betroffenen ausgegangen. Schließlich waren es doch 20.000 Menschen, die in Sicherheit gebracht werden mussten. 

Im Einsatz waren rund 800 Polizisten, Feuerwehrleute und andere Helfer. Evakuiert werden mussten nicht nur viele Häuser und Wohnungen, sondern auch zwei Seniorenheime und auch ein Frauengefängnis. Die Insassinnen wurden vorübergehend in andere Einrichtungen gebracht. Die Bewohner der beiden Altenheime brachten Helfer in Notunterkünfte - zwei Turnhallen von Schulen standen dafür bereit. 

Notunterkünfte ausgeschöpft

Die Notunterkünfte seien schnell recht voll gewesen, sagte der Stadtsprecher. „Die Halle 39 kam dann noch dazu. Der Betreiber hat sie spontan als Notunterkunft angeboten“, beschrieb Sprecher Helge Miethe. Einige Anwohner hatten sich Miethe zufolge anfangs geweigert, den Anordnungen Folge zu leisten. Die Polizei musste deshalb mehrere Wohnungen zwangsräumen. 

Dieser Blindgänger sorgte für die große Evakuierungsaktion in Hildesheim.

Die Entschärfung verzögerte sich unter anderem durch die unwilligen Bürger. Um 2.50 Uhr war die Evakuierung nach Angaben der Polizei beendet. Spezialisten der Kampfmittelbeseitigung entschärften die Bombe daraufhin. Gegen 4.00 Uhr in der Nacht gab es Entwarnung. Die Menschen konnten zurück nach Hause. 

„Das Bürgertelefon wird nach erfolgter Bombenentschärfung gegen 5 Uhr eingestellt“, teilte die Stadt ihren Bürgern am frühen Morgen zudem via Facebook mit. „Uns war ganz wichtig, dass es vor dem Schul- und Berufsverkehr geklappt hat“, sagte Helge Miethe am Donnerstag. 

Zu dem Zeitpunkt waren alle Notunterkünfte wieder geräumt. Trotz der anstrengenden Nacht blieb den Kindern der Schulunterricht aber nicht erspart. Alle Schulen öffneten ganz normal.

dpa

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